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Interview mit “von wegen Lisbeth“ : Indie-Pop mit Harfe und Glockenspiel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Band „Von wegen Lisbeth“ zu Besuch im Radiozentrum Kiel und beim Interview mit der EZ-Jugendredaktion

von
erstellt am 27.Apr.2017 | 10:21 Uhr

Die Berliner Band „Von Wegen Lisbeth“ war wieder in Kiel. Schon seit der Schule träumten die fünf Jungs Matze, Jules, Doz, Julian und Robert davon, auf großen Festivals zu spielen. Nun begeisterte die Indie-Popband im Delta Radio- Funkhaus in Kiel ihre Fans mit ihrem aktuellen Debütalbum „Grande“. Auf diesem verleihen sie jedem der Songs durch den experimentierfreudigen Gebrauch von außergewöhnlichen Instrumenten, wie beispielsweise einer elektrischen Harfe, Steeldrums oder Glockenspielen, einen besonderen Sound. Zuvor nahmen sich Matze und Jules natürlich noch Zeit, um mit ihrer gewohnt lockeren und witzigen Art der Jugendredaktion einige Fragen zu beantworten.

Was war denn das Peinlichste, was ihr zusammen erlebt habt?
Jules: Gerade letztens in Koblenz ist uns etwas Peinliches passiert. Matze hatte das Gerücht verbreitet, dass es im fünften Stock eine Toilette gäbe. Er fand es nämlich lustig, alle Leute nach oben zu schicken und anschließend wieder herunter fahren zulassen, nachdem sie gemerkt hatten, dass dort überhaupt keine Toilette ist. Unser Lichtmann Til ist dann tatsächlich hochgefahren.
Matze: Ich wusste aber nicht, dass dort wirklich eine Toilette in einem Ingenieursbüro existiert.
Jules: Kurz vor dem Konzert musste Doz noch einmal auf die Toilette und Til hat ihn dann nach oben geschickt. Matze dachte natürlich Til wäre jetzt darauf reingefallen. Also fährt Doz hoch und gerade, als er auf Toilette war, haben die Ingenieure Feierabend gemacht und die Tür abgeschlossen.
Matze: Das war eine halbe Stunde vor dem Auftritt. Wir sind zum Veranstalter gegangen und haben uns entschuldigt, wir könnten noch nicht auftreten, weil unser Gitarrist festsitzt. Am Ende musste dann der Schlüsseldienst kommen.


Wie berühmt wollt ihr noch werden und ab wann wäre es euch zu viel?
Matze: Früher in der achten Klasse wollten wir so berühmt werden, dass wir Pfirsich-Maracuja-Joghurt umsonst bekommen. Aber ich glaube, das ist gar nicht möglich. Aber viel berühmter zu werden, als wir gerade sind, darauf habe ich persönlich nicht so viel Bock. Jetzt werden wir noch nicht auf der Straße erkannt und können machen was wir wollen. Ich glaube, sobald sich das verändert, wird es zu anstrengend.
Jules: Für mich spielt das sowieso keine Rolle, denn ich bin ,,nur“ Bassist. Als Matze, Julian und ich einmal bei einem Festival waren, kamen zwei Mädchen auf uns zu und wollten ein Foto machen. Da habe ich gedacht, dass die beiden ein Foto mit der Band machen wollten und habe mich mit dazu gestellt. Aber dann meinte eine der beiden, dass sie nur ein Foto mit der Band haben wollen und dass ich mich doch bitte weggehen soll.
Matze: Wie unangenehm.
Jules: Ich fand es eigentlich ganz witzig.

Habt ihr bestimmte Rituale vor einem Auftritt?
Jules: Wir trinken immer ein Glas Schnaps vor dem Auftritt und rufen einen bestimmten Satz. Der ist aber geheim.


Was war der geilste Moment, den ihr als Musiker erlebt habt?
Matze: Als wir letztes Jahr auf dem Fusion Festival spielen durften, das war schon ein ewiger Teenietraum von uns. Außerdem haben wir Lena Meyer-Landrut getroffen, das war auch sehr geil.

Was würdet ihr niemals für Geld machen?
Jules: Werbung
Matze: Vor unseren Videos auf YouTube lassen wir auch keine Werbung laufen. Das war sehr schwer durchzusetzen.


Könnt ihr ein streng gehütetes Geheimnis verraten?
Matze: Doz und Julian sind Geschwister (lacht), jetzt ist es raus.
Jules: Matze fand einmal an der Uni, als er noch extrem fleißig Geschichte studiert hatte, ein Mädchen ganz gut. Er hatte jedoch nur die E-Mail Adresse von ihr.
Matze: Ihre offizielle Uni-Email-Adresse.
Jules: Also hat er ihr eine E-Mail geschrieben und gefragt, ob sie sich nicht einmal auf einen Kaffee treffen wollen. Aber Matze hat die E-Mail nicht nur an das Mädchen geschickt, sondern an seinen gesamten Verteiler.
Matze: Der komplette Jahrgang hat die E-Mail bekommen, das war sehr unangenehm. Die E-Mail war voll süß formuliert, richtig peinlich.
Jules: Das war der Zeitpunkt, an dem Matze entschieden hat mit dem Geschichtsstudium aufzuhören (lacht).


Was war das sonderbarste Essen, das ihr bisher gegessen habt?
Jules: Wir waren einmal zusammen in Vietnam und haben dort Frosch gegessen. Man hat sich die fetten Frösche vorher lebend ausgesucht und fünf Minuten später waren diese gebraten auf deinem Teller. Das war schon ein bisschen komisch, aber sie haben ganz gut geschmeckt.
Matze: So einen Frosch haben sie dann an den Hinterschenkeln gepackt und dann auf die Tischkante geschleudert.


Wie sieht für euch ein perfekter Sommertag aus?
Matze: Ich wache relativ spät auf und durch das Fenster weht eine leichte mediterrane Brise an mir vorbei. Draußen hört man die Leute am Harfen die Tintenfische weich klopfen.
Jules: Oder Frösche an Tischkanten (lacht)
Matze: Ja, und dann kommt eine dicke italienische Frau in mein Zimmer und bringt mir leckeres Octopus-Gazpacho.
Jules: Was auch immer das ist (lacht).
Matze: Dann stehe ich auf und Julian schläft im Zimmer neben an. Ich kraule ihn ein bisschen unter dem Kinn.
Jules: Und ich bekomme noch einen weichen Bussi von dir auf die Stirn. Außerdem laufe ich in weißen Leinenhosen, barfuß am Strand und neben mir läuft ein weißes Pferd, ganz normal halt.
Matze: Ja, so ungefähr.


In welchen Star seid ihr heimlich verliebt?
Matze: Lena Meyer-Landrut.
Jules: Ja genau, ich finde aber auch die Schlagzeugerin von „Metronomy“ unglaublich hübsch. Es ist einfach cool, auch einmal eine Frau am Schlagzeug zu sehen, das kommt einfach viel zu selten vor.
Matze: Ich finde auch Aragon richtig geil. Der Schauspieler Nico Mortensen hat so eine lässige Aura.


Gibt es einen Song, den ihr live am liebsten spielt?
Jules: Ich spiele „Lisa“ am liebsten.
Matze: Ich spiele „Bärwaldpark“ gerne.
 



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