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Paradies für Leckermäulchen : In Weseby wird jeder zum Naschikönig

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seit zehn Jahren verkaufen Peter und Hannelore Viergutz Süßigkeiten im Kiosk „Naschikönig“. 500 Sorten stehen zur Auswahl.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Es ist 17 Uhr, und der Andrang ist groß vor dem kleinen Kiosk „Naschikönig“ in Weseby. Einer der Kunden ist Oona Lufft. Die 15-Jährige aus Borgwedel liebt Süßigkeiten. Häufig wird der Hundespaziergang kurzerhand nach Weseby verlegt, um noch schnell beim „Naschikönig“ einzukaufen.

Schnell ist in dem Moment relativ, denn Oona hat die Qual der Wahl zwischen 500 Sorten an Süßigkeiten, die im Aussehen, Geschmack und Größe nicht unterschiedlicher sein können. Ob süß oder sauer, scharf oder mild, fruchtig oder salzhaltig, ob laktosefrei, ohne Gluten oder Gelatine, vegetarisch oder vegan, – bei Hannelore und Peter Viergutz gibt es alles, was das Herz begehrt. Seit zehn Jahren ist der Kiosk der beiden ehemaligen Berliner der Geheimtipp für Liebhaber und Kenner von Süßigkeiten einer ganzen Region.

Angefangen habe alles mit 60 Sorten, erinnert sich Peter Viergutz. Der 63-Jährige hat bereits als Jugendwart der Kyffhäuser Süßigkeiten verkauft. Als Ehefrau Hannelore und er am 1. April 2007 den Kiosk für ihre zweite Saison öffneten, sei von den Kunden sofort die Frage gekommen: „Was hast du Neues?“ Das sei der Startschuss für eine Entwicklung gewesen, erklärt Hannelore Viergutz, die sie selbst vor acht Jahren in der Form nicht einschätzen konnten.

Peter Viergutz wurde zum Experten. In der sechs Monate dauernden Schließzeit im Winterhalbjahr ist er unermüdlich im Internet unterwegs, um neue Sorten aufzuspüren. Denn wenn ein Kunde zu ihm sagt, er wünsche eine bestimmte Sorte im Angebot, ist er bei Viergutz an der richtigen Stelle. Da wird schon so manch eine Rarität angeschafft. So zum Beispiel „Energy Red & Blue“ aus Schweden. Aus Schweden kommt auch die vegane Süßigkeit Star Cranberry, deren Fruchtgehalt 81 Prozent beträgt – sie ist so weich und zergeht auf der Zunge, dass man vergisst, dass es sich um etwas Süßes handelt.

Jedes der 500 Angebote ist mittels einer kleinen Karteikarte für den Kunden erkennbar, die Peter Viergutz in den Wintermonaten selbst anfertigt und außen an den Fensterscheiben und Wänden des Kiosks anbringt. Ist der Kunde angesichts der riesigen Auswahl überfordert, berät ihn der 63-Jährige gern und ganz individuell. Da ist es kein Wunder, dass ein Einkauf beim „Naschikönig“ schon mal etwas länger dauern kann.

Nicht so bei Oona Lufft. Peter Viergutz händigt der 15-Jährigen Papier und Bleistift aus, denn bei aller Liebe könnten sich die Kunden die vielen exotischen Namen, wie Himbeer-Lakritz-Schädel, Alter Schaum-Schädel, Alter Schwede Klein oder Hallan Shots, nicht merken, weiß Viergutz aus Erfahrung. Oona liest ihre Bestellung vor: vier Funny Kids Salz, ein Doppelsalzlakritz extra stark, zwei Saure Taler, zwei Wahnsinn im Sommer, zwei Salzdiamanten, ein Apfellakritz und zwei Espressobohnen.

Liebevoll wird alles in die weiß-rote Papiertüte gelegt. Nicht nur Kinder mögen Süßigkeiten. „70 Prozent unserer Kunden sind Erwachsene, 30 Prozent sind Kinder“, erzählt der Inhaber. In der Auswahl der Naschis gibt es einen Unterschied zwischen Jung und Alt: „Kinder kaufen Formen, Erwachsene kaufen Geschmack“, sagt Hannelore Viergutz. Der blaue Schlumpf, die weiße Maus oder die Milchkuh seien der Renner bei den Jungen und Mädchen. Auch große Süßigkeiten, wie der kinderhandtellergroße Octopus mit einem Gewicht von 33 Gramm oder die 90 Zentimeter lange Riesenschlange, werden gerne gekauft.

Bereits der Blick ins Innere des Kiosks lässt das Herz eines jeden Liebhabers von Süßigkeiten höher schlagen. Unzählige Boxen mit bunten, undefinierbaren Inhalten stapeln sich in jeder Ecke bis zur Decke. Unerklärlich, wie Peter Viergutz zielsicher – ohne zu suchen – stets sofort die richtige Box findet. Wer keine Naschis kaufen möchte, bekommt auch eine Berliner Weiße oder andere Kaltgetränke, eine Boulette, Marmorkuchen oder Eis beim „Naschikönig“ serviert. Bei so viel Süßigkeiten jeden Tag um sich herum – nascht man da noch selbst? Während Peter Viergutz aus gesundheitlichen Gründen verzichtet, greift Ehefrau Hannelore abends schon mal zu.

Es ist gleich 18 Uhr. Trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit stehen noch neun Kunden vor dem Kiosk. „Machen Sie etwa schon zu?“, fragt eine Kundin. Aus Schleswig, Eckernförde oder sogar aus Kiel kommen sie – der „Naschikönig“ hat einen großen Kundenkreis, der gerne mehrere Kilometer Anfahrt auf sich nimmt, um zu seinem Naschi-Paradies zu gelangen.

>Naschikönig, Weseby, Tannenweg 1, Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr (Sommerferien 11 bis 18 Uhr), Wochenende von 8 bis 18 Uhr (von April bis Ende September/Anfang Oktober)

 

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