Garten der Zukunft : In und von der Natur lernen

Dörte Lässig will in ihrem „Garten der Zukunft“ viele Kinder sehen, die die Natur mit allen Sinnen erleben wollen.
Dörte Lässig will in ihrem „Garten der Zukunft“ viele Kinder sehen, die die Natur mit allen Sinnen erleben wollen.

Kinder aus der Region sollen bei Dörte Lässig in Damendorf säen, pflanzen und ernten. Die 42-Jährige möchte bei der ehemaligen Staudengärtnerei Linau einen „Garten der Zukunft“ begründen.

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28. Juni 2014, 06:00 Uhr

Damendorf | Dass Kinder regelmäßig mit der Natur in Berührung kommen, wissen, wo Kartoffeln und Karotten wachsen, sei auch auf dem Land längst nicht mehr selbstverständlich, hat Dörte Lässig feststellen müssen. Die ehemalige Staudengärtnerei ihrer Mutter Maren Lienau ist daher genau der richtige Ort, um die Sinne der Kinder anzusprechen. „Garten der Zukunft“ nennt die 42-jährige Damendorferin ihr Projekt, das noch in den Startlöchern steht. „Ich will einen Ort schaffen, an dem man lernt, achtsam mit der Natur umzugehen“, sagt Lässig. Eine Teilfläche des großen Gartens hat sie in 16 einzelne, Parzellen unterteilt „Die lassen sich gut von Kleingruppen bewirtschaften“, sagt sie. Der geräumige Bauwagen soll in der nächsten Zeit komplett erneuert werden und biete dann Platz zum Übernachten.

Alle 14 Tage, montags und donnerstags, von 15 -17 Uhr hat Dörte Lässig schon Besuch von Kindern, die Erdbeeren, Kartoffeln, Erbsen und Salat pflanzen, das Bett pflegen und sich schon auf die Ernte freuen. Natürlich könnten auch Blumen ausgesät werden. „Die Kinder sollen aus ihrem Stück Garten etwas machen und dafür sorgen“, betont Lässig. Nach den Sommerferien werden auch Kinder aus dem Ascheffeler Kindergarten einmal pro Monat den Garten der Zukunft besuchen. Der Fachausschuss hat bereits grünes Licht für das Projekt gegeben, sollten die Kosten für den Rest des Jahres nicht 1000 Euro übersteigen. Zudem ist das Amt Hüttener Berge bemüht, Zuschüsse dafür einzuwerben. Amtsdirektor Andreas Betz sieht auch in der Aktiv Region Chancen für eine Förderung. Auch mit anderen Kindergärten aus der Region hat es schon Gespräche gegeben, die Leiterinnen hatte Dörte Lässig schon besucht. Vieles sei möglich. „Wir können gemeinsam Wildkräuter sammeln, Feuer machen und Suppe kochen“, erklärt sie. Ausbaufähig sei ihr Projekt allemal. Das ganze Jahr über gebe es etwas zu tun. Nach der Pflanzzeit, könnte Futter für die Vögel hergestellt werden, Brot gebacken oder Kränze gebunden werden. „Mein Projekt soll auch Inspiration für andere sein“, meint Lässig. Anderenorts könnten Gärten entstehen mit ähnlichen Konzepten. „Was aus unseren Kindern wird, dafür sind wir verantwortlich.“ Viele Menschen könnten den Kindern etwas fürs Leben mitgeben.

Lässig wolle Computer und Internet nicht verteufeln. Dennoch böte die Natur eine gute Möglichkeit sich zu erden und zur Ruhe zu kommen. Sie selbst habe jahrelang bei einem großen IT-Unternehmen in Frankfurt gearbeitet. Dann zog sie einen Schlussstrich. Sie kündigte, kehrte zurück nach Damendorf, half ihrer Mutter in der Gärtnerei und war glücklich.

>Infos bei Dörte Lässig unter Tel. 0178/2950935.

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