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2. Handball-Bundesliga : In fremder Halle müssen endlich Siege her

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Trainer Klaus-Dieter Petersen zieht sein Hinrundenfazit. Teams aus dem Süden spielen laut Petersen den technisch anspruchsvolleren Handball.

Eine „Mission Impossible“ ist nicht grundsätzlich unmöglich. Das trifft sowohl auf einen weltweit bekannten Leinwandhelden als auch die junge Altenholzer Mannschaft in der 2. Handball-Bundesliga zu. Als Aufsteiger gilt die Truppe von Coach Klaus-Dieter Petersen seit dem ersten Spieltag in nahezu jeder Partie als krasser Außenseiter. Diese Herausforderung nahmen die „Wölfe“ des TSV Altenholz bislang aber gerne an und boten ihren Fans vor allem in den ersten Auftritten überraschend starke Leistungen, die sich in fünf Punkten aus den ersten drei Heimspielen widerspiegelten. Insgesamt erkämpften sich die „Wölfe“ in 18 Spielen neun Punkte: allesamt auf Zuhause.

Trotz seiner neun Meisterschaften als Spieler und mittlerweile mehr als zehnjährigen Trainererfahrung war die Hinrunde auch für Petersen eine große Herausforderung mit vielen neuen Erfahrungen. „Wir alle hatten großen Spaß, haben neue Hallen und Mannschaften kennengelernt und erfahren, welch hohes Niveau vor allem im Süden herrscht.“ Dennoch sei seine Mannschaft gar nicht so weit weg von der Konkurrenz, trotz der nicht ganz so professionellen Bedingungen verglichen mit den meisten anderen Vereinen der Liga. Signifikant sei der technisch anspruchsvollere Handball im Süden, der außerdem „deutlich offensiver ausgerichtet ist als im Norden“.

Die zurückliegenden Feiertage verbrachte Petersen mit seiner Familie und bei der Verwandtschaft, ehe es zu einer Fortbildung ins Saarland ging. Dort leitete der Altenholzer Trainer den DHB-Workshop „Leistungshandball Jugend“, an dem unter anderem Christian Schwarzer mitwirkte. Auf die Jugend war auch der TSV Altenholz in der Hinserie angewiesen, als mit Spielern wie Sebastian Opderbeck oder Christian Drecke mehrere Routiniers verletzungsbedingt ausfielen. Trotz der fehlenden Erfahrung meisterte der Nachwuchs die anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour, allen voran Malte Abelmann-Brockmann, der auf Linksaußen für den verletzten Rune Dahmke einspringen musste. „Malte hat Kaltschnäuzigkeit bewiesen und das Team gut unterstützt“, so Petersen über den 18-jährigen Schüler, dessen großes Vorbild Lars Christiansen ist. Doch auch Spieler wie Finn Röder oder Jannick Boldt fügten sich nahtlos ins Altenholzer System ein, das auf Tempo und schnelle Tore ausgerichtet ist.

Überrascht ist Petersen von der Ausgeglichenheit im Bundesliga-Unterhaus – gerade wegen der zum Teil eklatanten finanziellen Unterschiede. Trotz des vorletzten Tabellenplatzes und fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer ist „Pitti“ nicht enttäuscht. „Mit unserer Abwehrleistung bin ich über weite Strecken zufrieden, auch mit dem Versuch meiner Jungs, Angriffshandball zu spielen.“ Erfolgreich zeigten das die „Wölfe“ in den Heimsiegen gegen Nordhorn, Bittenfeld, Leutershausen und Tarp-Wanderup.

Auch auswärts standen die Altenholzer mehrfach vor einem Punktgewinn, mussten sich bislang jedoch stets in umkämpften Schlussphasen geschlagen geben. Vor allem in Saarlouis und Großwallstadt waren die „Wölfe“ über weite Strecken besser, verpassten es jedoch, sich entscheidend abzusetzen. „In solchen Duellen fehlte der letzte Schritt, um den Sack zuzumachen. Vielleicht war es die Unerfahrenheit. Da muss meine Mannschaft noch cooler werden“, weiß Petersen, dass der Klassenerhalt nur über Punkterfolge in fremden Hallen möglich ist.

Schwächephasen können sich die Altenholzer nicht erlauben. „Wir müssen noch konsequenter unseren roten Faden durchziehen und unser Wurfverhalten verbessern“, sieht Petersen gerade in der Offensive noch Defizite. Um auch in der Deckung flexibler mit verschiedenen Abwehrvarianten agieren zu können, hofft der TSVA-Coach auf die Rückkehr aller verletzten Spieler. Dazu zählt auch Rune Dahmke, der ab dem Sommer als Profi für den THW Kiel auflaufen wird. „Er wird sich trotz des Vertrages in der Rückrunde für uns zerreißen“, ist sich Petersen sicher.

Sollte für den TSV Altenholz entgegen aller Hoffnungen die Mission Impossible doch unmöglich bleiben, wird Petersen auch dann zufrieden sein, wenn seine Spieler sich individuell verbessert und den Fans „herzerfrischenden Handball“ geboten haben werden. Auf eine Sache wartet „Pitti“ besonders: „Endlich mal eine Rückfahrt vom Auswärtsspiel mit ausgelassener Stimmung erleben.“

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erstellt am 15.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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