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Willkommenskreis in Fleckeby : In Fleckeby sind Flüchtlinge willkommen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Willkommenskreis in Fleckeby lädt wöchentlich Deutsche und Ausländer ins Café / Hilfe beim Deutschlernen und Behördengängen

von
erstellt am 20.Nov.2014 | 07:01 Uhr

Sie kommen aus Syrien, dem Iran, Tschetschenien, Serbien, Nigeria und Eritrea. Es sind Paare, Familien und Einzelpersonen, denen die Flucht aus ihrer Heimat gelungen ist und die in Fleckeby auf eine bessere, sichere Zukunft hoffen. Um ihnen das Leben im Dorf leichter zu machen, bei der Eingewöhnung und der Überwindung der Sprachbarriere zu helfen, hat sich ein Willkommenskreis gebildet, der ebenso unterschiedlich ist, wie die Asylbewerber selbst.

Jeden Dienstag, von 16 bis 18 Uhr, laden sie ins Willkommenscafé in die Sozialstation. Bei Kaffee, Keksen und Kuchen lernen sich die Nationen kennen. Gesprochen wird Englisch und – darauf wird viel Wert gelegt – auch auf Deutsch. An einem Garderobenständer hängen Kleidungsstücke, die die Neubürger anprobieren können. „Eine tolle Zusammenkunft“, lobt Dr. Rolf Wenzel, Vorsitzender Sozialausschusses, die Arbeit der Ehrenamtler. „Alle helfen, ohne sich profilieren zu wollen.“

Vieles konnte der Willkommenskreis, den Anke Nissen aus Missunde sowie die Fleckebyerinnen Wiebke Messerschmidt und Frauke Quedens ins Leben gerufen haben, bereits umsetzen und auf den Weg bringen. Sowohl Kirchengemeinde als auch die politische Gemeinde unterstützen das Projekt.

„Die Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen“, nennt Quedens eine wichtige Aufgabe. Auch einen Fahrdienst nach Rendsburg zur Kreisverwaltung haben die Helfer schon organisiert. Ob das Abholen eines Krankenscheins oder die Auszahlung von Geld sind immer mit Aufwand und vor allem Laufarbeit verbunden. Das Geld gibt’s beispielsweise in Eckernförde beim Sozialamt des Amtes Schlei-Ostsee. Aber das könne sich bald ändern. „Wir stehen derzeit in Gesprächen mit der Sparkasse“, sagte Amtsdirektor Gunnar Bock auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Dann könnte es auch in den Amts-Außenstellen Fleckeby, Rieseby und Vogelsang Geld geben.

„Wir sind bemüht, einiges zu vereinfachen“, bestätigt auch Volker Schimkus, der von der Verwaltung als Sozialarbeiter für die Betreuung der Flüchtlinge eingestellt wurde. 15 Stunden sind knapp bemessen, weiß auch er. Umso mehr freut ihn die hohe Bereitschaft in der Bevölkerung. Er mahnt aber, dass die sich ehrenamtlichen Helfer nicht zu viel vornehmen und keine Kräfte vergeuden. Denn schließlich würden im nächsten Jahr weitere Flüchtlinge erwartet werden.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ – so bringt Volker Schimkus seine Arbeit auf den Punkt. Die Flüchtlinge müssten auch Eigeninitiative ergreifen. Auch für Frauke Quedens ein wichtiger Punkt: „Die Menschen müssen auch bereit sein , einen kleinen finanziellen Anteil für Angebote selbst zu übernehmen.“

Mit Brigitte Papenhagen, Hannelore Settler und Rainer Düppe haben sich gleich drei gefunden, die Deutsch als Zweitsprache für die Asylbewerber anbieten. „Ich habe eine der Familien beim Kaufmann getroffen, da stand sie ganz verloren“, sagt Brigitte Papenhagen, da sei ihr klar gewesen, dass sie helfen müsse.

Auch Rüdiger Wendt hilft, wo er gebraucht wird, besucht die Flüchtlinge in ihrer Unterkunft. „Ich gehe seit 20 Jahren dort spazieren, schaue immer auf die Schlichtwohnungen und wusste nie, wer da wohnt“, erzählt er. Jetzt sei er froh, endlich Kontakt aufgenommen zu haben. Gemeinsam mit Roland Hoppe besuchte er die Neubürger. An einen „herzlichen Empfang“ erinnert er sich, keine Spur von Zurückhaltung. Die Lebensumstände in der Unterkunft seien schon erdrückend, musste er feststellen, die Möglichkeiten sich zu beschäftigen begrenzt. „Einen Kicker oder eine Tischtennisplatte, das wäre was für die Bewohner“, sagt er. Der eine oder andere würde auch gerne eine eigene Wohnung oder ein Zimmer anmieten

Viel erreicht hat jetzt der Sportverein Fleckeby in Sachen Freizeitgestaltung. Der Vorstand ermöglicht den Flüchtlingen eine kostenlose Mitgliedschaft. Viele Anträge wurden bereits unterschrieben, und die ersten kicken schon in der Mannschaft des SV Fleckeby.

Damit die Flüchtlinge mobil sind, wurden Fahrräder besorgt und in der Werkstatt von Alt-Bürgermeister Heinrich Hauschildt wieder flott gemacht.

Zum Helferkreis zählt auch Thies Meeves. „Ich bin immer viel gereist und dann war mir der Kontakt zu den Menschen immer wichtiger, als der Besuch von Denkmälern“, sagt er über seine Bereitschaft den Neubürgern in Fleckeby zu helfen und ein offenes Ohr für sie zu haben.

Um die künftigen Aufgaben zu besprechen und zu verteilen, trifft sich der Willkommenskreis am Mittwoch, 26. November, um 20 Uhr in der Sozialstation im Schmiederedder. Jeder, der mitmachen möchte, ist – willkommen.


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