Kirche zu Hütten : In der Kirche knirscht es im Gebälk

Zehn Jahre Vorsitzende: Heidi Sebastian (re.) bekam von Vorstandskollegin Ingrid Svensson Blumen überreicht.
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Zehn Jahre Vorsitzende: Heidi Sebastian (re.) bekam von Vorstandskollegin Ingrid Svensson Blumen überreicht.

Gebälk der Hüttener Kirche bündelt in diesem Jahr die Kräfte / Heidi Sebastian bleibt Vorsitzende des Fördervereins / Zehn-Jahr-Feier steht an

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21. Januar 2015, 06:59 Uhr

Hütten | Um Zahlen nennen zu können, sei es jetzt noch zu früh, hielt sich Architekt Björn Prinz vom Eckernförder Büro Jens Lassen auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins der Hüttener Kirche am Montagabend noch sehr bedeckt. Fest steht aber, dass die Sanierung des Kirchendaches die Kirchengemeinde und den Verein vor eine große finanzielle Herausforderung stellt. Die Holzbalken unter dem Dach wurden bereits vom Holzwurm befreit und anschließend gereinigt, berichtete Björn Prinz von den Arbeiten. Die Schädlingsbekämpfung hat der Förderverein komplett übernommen. Kosten: rund 10  000 Euro. Die Balken im Bereich der Ehrenhalle wurden ebenfalls schon saniert und teilweise ausgetauscht. Vor allem die Nordseite des Kirchdaches ist von der Holzfäule noch betroffen. Feuchtigkeit, die in de vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich eingedrungen ist, hat das Holz geschädigt. „Eine Statik ist erstellt worden, ebenso Inspektionsgänge“, teilte Prinz mit. Die Sanierung werde in enger Absprache mit dem Denkmalamt erfolgen, betonte Prinz.

Beim Austausch von Balken werde darauf Wert gelegt, dass auch wieder Eichenholz verwendet wird. Müssen Stahlelemente eingebaut werden, wo sie aus statischer Sicht erforderlich sind, sollen soweit wie möglich die historischen Zimmermanns-Verbindungen wieder hergestellt werden. Zur Entlastung des Daches müsse ein Stahlträger eingezogen werden, um die bestehenden Deckenbalken zu entlasten, erläuterte Björn Prinz die Vorgehensweise bei der Sanierung. Mit gravierenden Einschränkungen für die Amtshandlungen in der Kirche sei nicht zu rechnen, sagte der Architekt auf Nachfrage von Pastorin Kerstin Hansen-Neupert.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Förderverein angesichts seiner guten Kassenlage einen Zuschuss in Höhe von 15  000 Euro zugesichert. Den Löwenanteil des Projektes wird aber die Kirchengemeinde stemmen müssen. Die Finanzausschussvorsitzende im Kirchenvorstand, Silke Becker-Nielsen, berichtete, dass sich derzeit rund 170  000 Euro in der Bauunterhaltungsrücklage befänden. Entsprechend ruhig könne sie angesichts dieses Finanzpolsters schlafen. Andererseits sei nach Abschluss der Sanierung diese Rücklage vermutlich weitgehend aufgebraucht.

Mit dem 132 Mitglieder starken Förderverein im Rücken können aber dennoch weitere Projekte und Wünsche realisiert werden. Die Vorsitzende Heidi Sebastian erinnerte zunächst an die Investitionen im vergangenen Jahr. Neben der Finanzierung der Schädlingsbekämpfung, kaufte der Verein einen Herrenruter Stern, eine Weihnachtskrippe und einen Lichtertisch (wir berichteten). Drei Konzerte (Schroeter&Breitfelder, Eight Voices und Christoph Oerding) standen 2014 auf dem Programm, bei denen Spenden gesammelt und Wein verkauft wurde. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir insgesamt gut 40  000 Euro investiert“, sagte Heidi Sebastian. Sie wird auch in den kommenden zwei Jahren an der Spitze des Fördervereins stehen. Einstimmig wurde sie auf der Versammlung in ihrem Amt bestätigt. Für ihr Engagement dankte ihr Ingrid Svensson vom Vorstand mit einem Blumenstrauß.

„Wir sind gerade im letzten Jahr überreich beschenkt worden“, sagte Pastorin Hansen-Neupert. Sie wünsche sich noch, dass ein Fachmann die geschnitzte Kanzel in Augenschein nehme, um rechtzeitig Wurmbefall oder andere Schädigungen am Holz zu erkennen. Auch sei beim jüngsten Stimmen der Orgel erneut Schimmel festgestellt worden. Auch hier müsse rechtzeitig reagiert werden, um Schlimmeres zu verhindern.

Das zehnjährige Bestehen des Fördervereins soll in diesem Jahr gefeiert werden. Ein Termin dafür steht aber noch nicht fest. 

>www.foerderverein-kirche-huetten.de

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