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Eichhörnchen-Schutzstation : In acht Wochen wartet die Freiheit

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Moni Rademacher kümmert sich zurzeit um 40 kleine Findel-Eichhörnchen in ihrer Schutz-Station. Die kleinen Tiere müssen alle zwei bis vier Stunden gefüttert werden – von Nachtruhe kann keine Rede sein.

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erstellt am 24.Apr.2014 | 06:05 Uhr

Eckernförde | Nachtruhe ist für Moni Rademacher zurzeit ein Fremdwort. Die Altenholzerin kümmert sich um 40 Findel-Eichhörnchen aus dem ganzen Land, die die Aufzuchtstation am Noorwanderweg seit Anfang März aufgenommen hat. Ihre kleinen Schützlinge sind zwischen einem Tag und sechseinhalb Wochen alt und werden alle zwei bis vier Stunden gefüttert. Da bleibt für die Pflegemutter fast keine Zeit, um ein Auge zuzumachen.

Die kleinen Eichhörnchen werden mit Katzen- oder Hundewelpen-Aufzuchtsmilch gefüttert, die aus den USA importiert wird. „Das Pulver mischen wir mit Fencheltee, denn das schmeckt den Tieren am besten“, erzählt Moni Rademacher. Die Milch führt die 43-Jährige mit einer Spritze in den Mund der kleinen Tiere ein. Gerade bekommt der vier Wochen alte „Linus“ seine Ration und klammert mit seinen kleinen Pfoten sofort an der Spritze fest. Nach der Mahlzeit bekommen die Zöglinge eine Bauchmassage, damit die Verdauung angeregt wird.

„Linus“ und die anderen Findelkinder sind zurzeit bei Moni Rademacher untergebracht. Sechs Wochen lang bleiben sie bei ihr zu Hause im Innen-Gehege und machen Kletterübungen. Nach ihrer Aufzucht kommen sie dann in ein großes Gehege auf dem Gelände der Schutzstation, wo sie bis zu ihrer Auswilderung bleiben. Alle Tiere werden ausgewildert, wenn sie gesund sind, erklärt Moni Rademacher. Die Station habe jedoch auch zehn Dauergäste, die nicht allein in der freien Natur leben können. Einige von ihnen haben zum Beispiel eine Zahn-Fehlstellung und sind darauf angewiesen, dass ihnen regelmäßig die Zähne geschnitten werden. Bis zu zehn Jahre können Eichhörnchen alt werden, doch einige sterben auch schon früher. Wie „Pelle“, der Star der Station. Das beliebte Eichhörnchen starb nach acht Jahren an Altersschwäche, genau wie seine Artgenossin „Fanny“.

140 Eichhörnchen nehmen Moni Rademacher und ihre Kollegen pro Jahr auf. In der Schutz-Station arbeiten hauptsächlich Ehrenamtliche und Ein-Euro-Jobber. Vier Ein-Euro-Jobber sind dort beschäftigt, die laut Moni Rademacher sehr wichtig für die Station sind und die Altenholzerin bei der Arbeit unterstützen. Und das ist auch notwendig, denn 9000 Besucher schauen sich pro Jahr die kleinen Tiere mit den buschigen Schwänzen an. Außerdem sind auch oft Schulklassen vor Ort: „Wir sind gut gebucht“.

Die Schutz-Station ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Eine gute Gelegenheit, die Eichhörnchen zu besuchen, bietet sich am 25. Mai von 11 bis 16 Uhr. Dann findet das Sommerfest im Umwelt-Info-Zentrum und in der Eichhörnchen-Station statt.

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