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Feierstunde in Sehestedt : In 40 Jahren zu Freunden geworden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eindrucksvolle Feierstunde im Gedenken an sechs britische Fallschirmspringer, die vor 40 Jahren im Nord-Ostsee-Kanal verunglückten

In einer Feierstunde mit Andacht und Kranzniederlegung am „Schottendenkmal“ wurde am Donnerstag der sechs britischen Fallschirmjäger gedacht, die vor 40 Jahren im Nord-Ostsee-Kanal ertranken. Aus Schottland waren 30 Angehörige, ehemalige Kameraden und aktive Offiziere angereist.

Am 11. September 1974, kurz nach 21 Uhr, sprangen 500 britische Fallschirmjäger während des Nato-Manövers „Bold Guard“ über Sehestedt ab. Für sechs Männer endete der Einsatz tödlich. Sie ertranken im Nord-Ostsee-Kanal, weil sie zu früh aus den Flugzeugen abgesetzt wurden. In Sehestedt war die Anteilnahme besonders groß, weil viele das Geschehen unmittelbar miterlebt hatten.

Nach der Andacht von Pastor Jens-Olaf Grotjahn wurden Kränze und Blumen an dem Gedenkstein für die toten Soldaten nieder gelegt. Der große Stein war ein Jahr nach dem Unglück aufgestellt worden, umgeben von sechs Eichen zur Erinnerung an die Toten, fünf Schotten und einen Engländer. Einer der inzwischen stattlichen Bäume stürzte bei dem Orkan „Christian“ im vergangenen Oktober um. Eine neue Eiche ist bereits gepflanzt worden.

Im Laufe der Jahre ist zwischen schottischen Soldaten und Sehestedter Bürgern eine Freundschaft entstanden. Maßgeblichen Anteil daran hat die Interessengemeinschaft „Schotten“, die sich 1994 gründete. Bürgermeisterin Rita Koop, Ortwin Fedders und weitere Sehestedter setzten sich zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Major Robert „Bobby“ Moore und Piper Brian Donnachie besonders für die Intensivierung dieser Kontakte ein. Gegenseitige Besuche, privat oder zu offiziellen Anlässen, wurden häufiger. Schottische Teams kamen zu Fußballturnieren oder nahmen an „Highland Games“ in Sehestedt teil, persönliche Freundschaften wuchsen. Diese spiegeln sich auch in dem Titel einer Sonderausstellung zum 40. Jahrestag der Tragödie wieder. „Aus Unglück wurde Freundschaft“ wird im Dorfmuseum gezeigt, das sonnabends und sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet ist. Die Ausstellung, zum großen Teil zweisprachig, hat Susanne Fedders, Vorsitzende des Fördervereins Dorfmuseum, zusammen mit vier Kieler Studentinnen konzipiert.

„Es ist uns wichtig, diese besondere Beziehung zu pflegen“, betonte Susanne Fedders. Die schottischen Familien seien dankbar, in Sehestedt einen Ort des Erinnerns und der Information zu haben, aber auch Menschen, die dafür Verständnis haben und Freunde geworden sind.

Major Justin Tancrel, kommandierender Offizier der A Company des 4th Battalion The Parachute Regiment aus Glasgow, dankte den Sehestedtern für ihre große Anteilnahme. „Wir sind berührt davon, dass sie hier sind zu Ehren der sechs toten Soldaten.“

Tancrel hob die große Gastfreundschaft hervor, mit der die Besucher aus Schottland aufgenommen wurden. Allen wurden von Einwohnern kostenlos Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Nach der Feierstunde trafen sich Schotten und Sehestedter zu einem Beisammensein in der Heuherberge.

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