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Teures Pflaster : Immobilienpreise werden weiter steigen – erst einmal

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Preise für Eigenheime in Eckernförde sind im vergangenen Jahr um knapp 30 Prozent gestiegen.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2016 | 05:54 Uhr

Eckernförde | Die Immobilienpreise in Deutschland steigen immer weiter. Das wird durch den Immobilienatlas 2016 der Landesbausparkassen bestätigt. Dabei gehört Eckernförde in Schleswig-Holstein zur Spitzengruppe. Laut den Angaben der LBS-Vermittler vor Ort sind die Preise, für die Eigenheime angeboten werden, im Vergleich zum vergangenen Jahr um 29,3 Prozent und die Preise für Eigentumswohnungen um 21,7 Prozent angestiegen. Demnach werden Eigenheime im Schnitt für 375  000 Euro angeboten, Wohnungen für 2800 Euro pro Quadratmeter.

Immobilienmakler Philipp Beyer von der Immobilienagentur Susanne Beyer in der St.-Nicolai-Straße überrascht das nicht. „Der Markt ist zurzeit so verrückt, dass man alles verkaufen kann, was kommt.“ Das Problem: Der Markt ist leergefegt. Selbst Objekte, die er vor einigen Jahren gar nicht angeboten hätte, würden ihm jetzt geradezu aus der Hand gerissen, so Beyer.

Die Situation wird seiner Meinung nach noch anhalten: „Zwei bis drei Jahre werden wir noch eine leichte Anstiegsphase haben. Was danach kommt, weiß man nicht.“ Es könne sein, dass die Preise dann ihren Höhepunkt erreicht haben und anschließend wieder leicht sinken. „Aber solange der Markt in Eckernförde so eng bleibt wie er ist, werden die Preise hier nicht sinken, sondern eher steigen und sich an Städte wie Kiel oder Hamburg anpassen.“

Der Grund für Eckernfördes herausgehobene Situation: „Wir haben einen großen Zuzug von älteren Menschen, die hier bisher Urlaub gemacht haben. Und für die Leute aus Süddeutschland oder dem Ruhrgebiet sind die Preise hier immer noch günstig.“

Auch Immobilienmakler Sven Arndt von der Schiffbrücke bestätigt, dass die Preise durch die Decke gehen. „Wahrscheinlich wird es irgendwann mit den Zinsen wieder aufwärts gehen und sich der Markt dann regulieren“, sagt er und spricht von einer Immobilienblase, bei der es zurzeit keinen Gegenwert gebe. „Die Häuser werden überteuert finanziert. Ich denke nicht, dass das noch jahrelang so weitergehen kann.“ Seine Empfehlung: neu bauen. „Wenn man neu baut, hat man in der Regel ein Effizienzhaus, für das man nicht überteuert, sondern marktkonform zahlt. Bei einer alten Immobilie muss man normalerweise doch noch sanieren.“ Doch auch beim Neubauen gibt es einen Haken: Man braucht ein Grundstück. „Ich habe so viele Anrufer pro Tag, alle suchen ein Grundstück, und nichts Schönes ist auf dem Markt.“ Die Beliebtheit Eckernfördes sieht auch Sven Arndt in der Lage und dem guten Ruf unter Urlaubern begründet. „Ich habe viele Kunden aus ganz Deutschland, die der Meinung sind, dass Eckernförde noch der schönste Ort an der Ostseeküste ist. Es gibt hier kein Großstadtflair, alles ist noch entschleunigt.“ Auch Fragen aus dem Ausland seien dabei, unter anderem aus Japan und Neuseeland. „Da fragt man sich, was die hier wollen, aber ein paar Wochen später sitzt dann jemand von ihnen tatsächlich hier im Büro.“

Auch weitere angefragte Immobilienbüros bestätigen den anhaltenden Aufwärtstrend, der bundesweit durch die zunehmenden Beschäftigungszahlen und niedrige Zinsen sowie einen steigenden Bedarf nach Wohnraum zu erklären ist.

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