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See-Sanierung : Immer noch zu viel Phosphor im Wittensee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seesanierung: Phosphoreinträge müssen weiter reduziert werden

Mit der guten Nachricht rückte Peter Heidel erst am Ende der Veranstaltung raus. Der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Wittensee/Exbek präsentierte den rund 25 Zuhörern den Bewilligungsbescheid des Landes Schleswig-Holstein über rund 560000 Euro. Mit diesem Geld, das aus Mitteln der EU, des Landes und des Bundes stammt, soll ein Retentionsbecken an der Mühlenbek und ein Straßendurchlass in der Habyer Straße gebaut werden. Das Ziel dieser Projekte: Die Reduzierung von Nährstoffeinträgen, speziell Phosphor in den Wittensee. Einerseits ist ohne Phosphor kein Leben möglich, andererseits kann es jedoch durch eine Erhöhung des Phosphorgehaltes zu einer Steigerung der Pflanzenproduktion kommen. Wenn Algen absterben, sinken die auf den Seegrund. Sie verfaulen und verbrauchen dabei Sauerstoff, der dem Wasser entzogen wird .

„Insgesamt können im Retentionsbecken bis zu 166 Kilogramm Phosphor pro Jahr zurückgehalten werden“, sagte Amtsdirektor Andreas Betz am Dienstagabend im Schützenhof. Eingeladen hatte die Amtsverwaltung Hüttener Berge, um über den ökologischen Zustand des Wittensees und die Projekte zu informieren, mit denen die Wasserqualität verbessert werden soll. Im April 2012 hatte sich die Arbeitsgruppe Wittensee erstmals getroffen. Ihr gehören Vertreter der Behörden, Ministerien, Verwaltung und Umweltschutzvereine an. Ihr Ziel, die Nährstoffeinträge in den See zu reduzieren. Seitdem ist viel passiert, erinnerte Betz. Vor allem die großen Maßnahmen, wie die Einleitung der Abwässer aus Haby und Holtsee in den Nord-Ostsee-Kanal und der Sandfang in Klein Wittensee hätten dem See nachweislich gut getan. Mit dem Erhalt des Förderbescheids könnte jetzt auch die Ausschreibung für das Retentionsbecken auf den Weg gebracht werden.

Elisabeth Wesseler vom Landesamt für vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume bezeichnete den Zustand des Wittensees als „mäßig“. Chancen ihn in einen guten Zustand zu bringen seien aber da. Seit den 70er Jahren seien immer wieder Schritte unternommen worden, den Nährstoffeintrag über die Zuflüsse Mühlenbek, Habyer Au, Brobach und das direkte Seenumfeld zu reduzieren. Hauskläranlagen wurden optimiert, Fehlanschlüsse überprüft und seit 2002 sogar der Phosphoreintrag um jährlich 800 Kilogramm reduziert. Mit dem Umschluss der Kläranlage Holtsee 2012 weitere 200 Kilogramm. Eine weitere Reduzierung der externen Einträge bis auf ein für den See verträgliches Maß sei erforderlich“, sagte Wesseler, „um weitere zehn Prozent, also 200 Kilogram jährlich.“

Hauptquelle für das Phosphor seien die diffusen Einträge aus dem Grundwasser, Drainagen und durch Erosion. Die ehemals punktuellen Quellen konnten mittlerweile aufgehoben werden. Blieben somit die diffusen Quellen, also Einträge aus Drainagen, durch Erosion und Abschwemmungen. Angesprochen sind vor allem Landwirte, denen eine kostenlose Seenschutzberatung angeraten wird. Dazu informierte Dr. Jürgen Bucholz vom Büro GWS. Kostenlos, vertraulich und freiwillig seien die Beratungen. Auch er betonte, dass Erosion und der Oberflächenabfluss die entscheidenden Entragspfade für den Phosphor seien.

Im Mittelpunkt eines Gespräches mit dem Landwirten sei die Düngeberatung, aber auch die Fruchtfolge und Erosionsschutz. GWS bietet Untersuchungen der Bodendichte an, eine exakte Ermittlung der Erträge für eine Düngeoptimierung, ein Nitrat-Check oder auch einen Schnelltest für den Wirtschaftsdünger. Buchholz betonte, dass durch eine Analyse des Betriebes die Bodenfruchtbarkeit erhöht, Düngereinsatz optimiert und letztlich auch die Natur geschont werden kann. „Eine Beratung zum Wohle des Sees“, wie Buchholz sagte.  

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erstellt am 18.Nov.2015 | 21:28 Uhr

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