Segeln : IMMAC All4 One segelt allen davon

Die IMMAC All 4One mit Steuermann Kai Mares (MSC) zeigte an beiden Tagen der Aalregatta ihr Gewinnerpotenzial.
Die IMMAC All 4One mit Steuermann Kai Mares (MSC) zeigte an beiden Tagen der Aalregatta ihr Gewinnerpotenzial.

Die Aalregatta von Kiel nach Eckernförde war am Sonnabend lange wie Straßenbahnfahren. Am Sonntag wurde es dann deutlich anspruchsvoller.

shz.de von
26. Mai 2015, 06:00 Uhr

Eckernförder Bucht | Mit 25,4 Seemeilen war die Strecke der Aalregatta von Kiel nach Eckernförde diesmal nicht zu lang. Allerdings wurde die Geduld, gerade der langsameren Boote, auf eine harte Probe gestellt. Schließlich galt es, zunächst bei mäßigem Wind vom Start in Düsternbrook die Förde bei nordöstlichen Winden bis kurz vor Kiel-Leuchtturm hinaus zu kreuzen, um dann ab Fahrwassertonne zwei in Richtung Stollergrund abzudrehen.

Sechs Startgruppen mit insgesamt 101 Yachten gingen im Zeitabstand von zehn Minuten über die Startlinie. Sie sorgten bei der aus dem Nord-Ostseekanal kommenden Berufsschifffahrt für die ein oder andere Verzweiflung auf der Brücke. Starteten zuerst die beiden Yardstickgruppen mit den kleineren und langsameren Booten, ging es beim Folgestart der ORC International deutlich rasanter zu. Zwar nur aus zweiter Reihe ging die IMMAC All4 One, gesteuert von Kai Mares über die Linie, konnte sich jedoch freisegeln und mit einer Gesamtzeit von 3:51,04 Stunden an diesem Tag den Streckenrekord nach Eckernförde aufstellen. Eine Strafzeit von zehn Minuten wegen Regelverstoß brachte die Ginkgo um den zweiten Platz, der an die El Pocko vom Kieler Yachtclub ging.

„Es gab eine Reihe von Regelverstößen, die wir mit Strafzeiten belegten“, berichtet Jury-Mitglied Klaus Laschinski. Er beschreibt einen Fall, wo der Teilnehmer mangels Kenntnis der Segelanweisung Bahnmarken ausgelassen hat und eigentlich disqualifiziert hätte werden müssen. Abnehmende Winde bis hin zu einem Flautenloch über dem Stollergrund zermürbten die Teilnehmer. Wieder einsetzender Wind machte eine in Erwägung gezogene Bahnverkürzung überflüssig. Mit einer Gesamtzeit von 8:41,55 Stunden überquerte die Geraldine vom SCE als Letzter die Ziellinie und blieb damit knapp acht Minuten unter dem Zeitlimit.

Zufrieden zeigte sich Wettfahrtleiter Dr. Walter Sperlich vom SCE. Bis auf wenige Regelverstöße, die durch die Jury unmittelbar geahndet wurden, hat alles geklappt. Sperlich, der gerne selbst an der Wettfahrt teilgenommen hätte, sprang für den langjährigen Wettfahrtleiter Torsten Kuchel vom Schilkseer Yachtclub ein, der aus privaten Gründen verhindert war.

War die Wettfahrt am Sonnabend zumindest ab der Tonne Stollergrund Süd fast wie Straßenbahnfahren, zeigten sich die beiden Wettfahrten am Sonntag deutlich herausfordernder. Bei knapp über einer Seemeile auseinander liegenden Bahnmarken blieben die teilnehmenden Yachten bei den Up-and-Down-Kursen ständig auf Tuchfühlung, so dass auch bei dem im Verlauf abflauenden Wind, der zu Beginn mit Stärke zwei aus westlicher Richtung kam, sich die Yachten nicht nur auf die eigene Taktik, sondern auch auf das Segelverhalten der anderen einstellen mussten. Dies führte in der ersten Wettfahrt dazu, dass es an der Leetonne zu heftigem Gedrängel kam, das die Betroffenen mit großer Lautstärke versuchten, in den Griff zu bekommen. Auch auf der Kurzstrecke zeigte die IMMAC All 4 One ihr hohes Leistungspotenzial mit gut eingespielter Crew. Sie übernahm in ihrer Klasse die Führung.

Eingebettet an beiden Tagen war der Comfortina-Cup, der alle teilnehmenden Comfortina-Yachten in einer eigenen Wertung zusammenfasste und daraus die Besten ermittelte.

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