Imland-Klinik : Imland-Klinik in den roten Zahlen

Die Imland-Klinik: 2019 soll der Spatenstich für den neuen OP-Trakt erfolgen. Kosten: 26 Millionen Euro.
Die Imland-Klinik: 2019 soll der Spatenstich für den neuen OP-Trakt erfolgen. Kosten: 26 Millionen Euro.

Statt Überschuss ein 2,7-Millionen-Verlust für 2017 / Teure Neustrukturierung der Geburtshilfe in Eckernförde / Kreis hilft mit Geldspritze

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20. September 2018, 18:33 Uhr

Die Imland-Klinik hat im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 187 Millionen Euro einen Verlust von 2,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit verfehlte der Gesundheitsbetrieb mit Standorten in Rendsburg und Eckernförde sein für 2017 gestecktes Ziel, die Trendwende zu schaffen und erstmals nach vier Jahren wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen sagte gegenüber unserer Zeitung, dass der neuerliche Verlust auf notwendig gewordene Umstrukturierungen zurückzuführen sei. Für das laufende Geschäftsjahr seien bessere Zahlen zu erwarten. Der Kreis als Eigentümer will die Imland-Klinik stützen: Der Kreistag beschloss am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit, das auf 500 000 Euro zusammengeschmolzene Eigenkapital um fünf Millionen Euro aufzustocken.

Damit soll die Grundlage für die geplanten Investitionen geschaffen werden. Denn nur mit genügend Eigenkapital in der Hinterhand erhält die Gesellschaft von den Banken die nötigen Kredite. 70 Millionen Euro werden laut Geschäftsplan in den kommenden Jahren an beiden Standorten investiert. Größter Posten ist der Bau eines 26 Millionen Euro teuren Operationszentrums in Rendsburg. Baubeginn ist voraussichtlich im ersten Halbjahr 2017.

Zudem ist man im Kreishaus zu der Einsicht gekommen, dass auch die Leitung des Unternehmens gestärkt werden muss. Der Managementvertrag mit dem Gesundheitskonzern Sana wird gekündigt. Landrat Rolf-Oliver Schwemer: „Dieser Vertrag hat uns nicht davor gefeit, dass wir heute in dieser schwierigen Lage sind.“ Soll heißen: Die Synergieeffekte, beispielsweise beim Wareneinkauf, sind nicht im erhofften Umfang eingetreten. Geschäftsführer Johannsen ist bei Sana angestellt.

Künftig soll Imland von einer Doppelspitze geleitet werden: Neben dem kaufmännischen Geschäftsführer wird es einen medizinischen Geschäftsführer geben. Aus der Kreispolitik verlautet, dass man auf jeden Fall mit Johannsen als kaufmännischen Chef weiterarbeiten will. Er habe das Haus in einer schwierigen Lage übernommen und bereits viele Weichen richtig gestellt, heißt es. Wer hingegen direkter Vorgesetzter der Chefärzte wird, steht noch nicht fest. Erste Gespräche sind anberaumt. Eine externe Lösung ist nicht unwahrscheinlich.

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