Eckernförde : Imke Freudenthal leitet die Peter-Ustinov-Schule seit einem Jahr

Imke Freudenthal fühlt sich an der Peter-Ustinov-Schule zu Hause.
Imke Freudenthal fühlt sich an der Peter-Ustinov-Schule zu Hause.

Die 45-Jährige lobt besonders die „gelebte Demokratie“.

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18. Februar 2020, 17:37 Uhr

Eckernförde | Nach einem Jahr im Amt fühlt sich Imke Freudenthal an der Peter-Ustinov-Schule zu Hause. Am 1. Februar 2019 trat die 44-Jährige die Nachfolge von Schulleiter Dirk Söhren an. Zuvor hatte sie an der Gemeinschaftsschule in Friedrichsort sieben Jahre als stellvertretende Schulleiterin gearbeitet. Besonders lobt sie an der Peter-Ustinov-Schule den gelebten Demokratiegedanken.

Es kommen viele Initiativen von den Schülern, die eigene Projekte vorschlagen und in Angriff nehmen. Imke Freudenthal
 

Der scheint besonders ausgeprägt zu sein: „Das Leben an der Peter-Ustinov-Schule ist nicht klassisch hierarchisch ausgerichtet, sondern es kommen viele Initiativen von den Schülern, die eigene Projekte vorschlagen und in Angriff nehmen.“ Als Beispiel nennt sie die neu gegründete Umwelt-AG mit Vortragsreihe und Aktionen. „Sie ist auf Initiative von Schülern entstanden, die sich an ihren Lehrer Michael Baum gewendet haben.“ Großartig sei auch, dass jedem Kind die Möglichkeit gegeben werde, ein Musikinstrument zu lernen. Dabei werde auch Teamarbeit gefördert. Insgesamt lernten die Schüler nicht nur fachlich, sondern auch sozial, was die Selbstkompetenz stärke.

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Viel Wärme und große Fürsorge

Strukturell gebe es viele Ähnlichkeiten zu ihrer ehemaligen Schule, „aber ich empfinde das Verhältnis zwischen den Kollegen und die Fürsorge für die Kinder hier noch wärmer“. Das äußere sich zum Beispiel in der Intensität, in der in den Zeugniskonferenzen über jeden einzelnen Schüler beraten werde. „Da wird detailliert darüber gesprochen, wie man die Kinder in ihren Stärken fördern kann, und welches Kind gerade eine schwere Zeit durchmacht.“ Dabei hätten die Kollegen nicht nur ein Auge auf die I-Kinder, sondern auch auf die Begabtenförderung.

Berufsorientierung stärken

In der Zukunft möchte Imke Freudenthal die Berufsorientierung weiter stärken. Zusätzlich zu den bisherigen Berufspraktika und dem Vorstellungstraining möchte sie in den siebten Klassen das Förderprogramm „Stärken-Parcours“ des Landes integrieren, bei dem die Schüler erkennen, welche Berufe zu welchen persönlichen Stärken passen. Auch werden zurzeit die Kontakte zu Eckernförder Unternehmen gestärkt, um weitere Hospitationen zu ermöglichen.

Berichtszeugnisse für Klassenstufen 5 bis 7

Von den Klassenstufen 5 bis 7 gibt es an der Peter-Ustinov-Schule keine Noten, sondern Berichtszeugnisse. „Und das soll auch so bleiben“, so Freudenthal. „Jeder Schüler bekommt seine Stärken und Schwächen rückgemeldet, was viel differenzierter als eine Note ist. So kann er sich weiterentwickeln und erlebt nicht im schlimmsten Falle schon früh Schulverdruss.“

Klassensystem in der Oberstufe

Ebenso möchte die Schule weiterhin am Klassensystem in der Oberstufe festhalten – auch wenn sich 2021 im Rahmen einer vom Bildungsministerium angeregten Oberstufenreform vielleicht einiges ändern wird. „Wir sehen einen großen Gewinn im festen Klassenverband, weil sich Schüler füreinander verantwortlich fühlen.“

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Besseres W-Lan

Ein großes Dankeschön richtet Imke Freudenthal an die Stadt und ihr Bemühen bei der Digitalisierung der Schulen. Zurzeit geht es dabei an der Peter-Ustinov-Schule um die Infrastruktur, wie zum Beispiel das W-Lan, damit alle Schüler einer Klasse gleichzeitig während des Unterrichts mit Mobilgeräten ins Internet gehen können. „In der 9. Klasse haben wir die Projektpräsentationen als Teil der Abschlussprüfungen“, so die Schulleiterin. „Die Schüler müssen einfach mit dem Internet arbeiten können.“ Und das soll gerade an der „Modellschule für Digitales Lernen“ bald möglich sein.

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