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Ausstellung : Im Reich der weißen Bären – solange es sie noch gibt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Museum zeigt eine neue Ausstellung Bilder von Norbert Rosing, einem der renommiertesten Naturfotografen der Welt.

Eckernförde | Mit einer Sonderausstellung sind großformatige Fotografien in die Räume des Eckernförder Museums gezogen. Inhaltlich dreht sich hier alles um Tiere in der Arktis, wobei Eisbären die Hauptpersonen sind. Dieses „Reich der Eisbären“ hat Norbert Rosing fotografiert – mit der unendlichen Geduld und Hartnäckigkeit von Naturfotografen und -filmern. Die Nähe zum 9. Green-Screen-Festival ist neben aller erschütternden Schönheit der Aufnahmen also sicher ein weiterer und guter Grund, den Norden der Welt in den Fokus der Besucher zu rücken.

Dagmar Weinberger von Green Screen würdigte am Sonntagabend in ihrem Grußwort Norbert Rosing als „bescheidenen Mann – mit großem Respekt vor der Natur“, der in allen Wetterextremen mit Ausdauer und Glück stets die richtigen Situationen bei „richtigem“ Licht einfangen kann.

Bürgervorsteherin Karin Himstedt skizzierte die Vita des Fotografen Rosing, der – zu aller Bedauern – seine Anwesenheit kurzfristig absagen musste. Er sei Kaufmann, Soldat, Krankenpfleger gewesen, bevor es ihn 1988 an die Hudson Bay in Kanada zog. Er wollte dort den arktischen Winter kennen lernen, inzwischen sei die Arktis nicht nur seine große Liebe sondern seit 20 Jahren auch seine zweite Heimat geworden. 1992 machte er sich als Naturfotograf selbstständig und zählt inzwischen zu den 40 renommiertesten Fotografen weltweit. Es liegt nahe, dass Tiere, Landschaften, Menschen aus der Arktis zu seinen Lieblingssujets gehören – allen voran ist es der Eisbär, der ihn fasziniert.

So begegnet der Betrachter „Bild“-Geschichten aus dem Leben der weißen Bären – Mütter mit ihren Kleinen, Kämpfe unter Rivalen, die große Einsamkeit in eisigen Weiten, die Schwierigkeiten, von Eisscholle zu Eisscholle zu kommen.

Heinz Teufel, selbst Fotograf von Weltruf, in freier Rede: Ja, er kenne Norbert Rosing seit 15 Jahren – und als einen, dem bei minus 30° auch schon mal die Kamera an der Wange festfror. „Norbert Rosing schafft es, extrem gute Bilder zu machen.“
Wie gut, dass er die Arktis in Bildern dokumentiere, denn Erderwärmung und Klimawandel verändern die Welt. Der geographische Nordpol liegt zur Zeit noch unter einer Eisschicht von 4261 Metern, doch das Eis schmilzt. 2030 werde das Gebiet eisfrei sein. Das Sonnenlicht kann dann nicht mehr reflektiert werden; eine noch schnellere Erderwärmung sei die Folge und habe Auswirkungen auf den Anstieg der Meere und den Kühlungseffekt des Golfstromes. Besinnung sei angesagt, nicht der Mensch sei das Maß aller Dinge. „Arktis kommt aus dem Altgriechischen – Arktos – und bedeutet ‚Bär‘. Die Arktis liegt unter dem Sternbild des Großen Bären. Das wird immer so sein, auch wenn es dort wegen der Klimaerwärmung keine Bären mehr geben wird.“



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