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schlafzimmer statt büros : Im alten Amt wird ab jetzt gewohnt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach einem Umbau werden in einem Seitenflügel des ehemaligen Amtes Schwansen Flüchtlinge untergebracht. In acht Zimmern finden 16 Flüchtlinge eine neue Bleibe.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 05:25 Uhr

Damp | Wo bis vor wenigen Jahren noch die Geschicke der nördlichsten Gemeinden Schwansens geregelt wurden, wird jetzt geduscht. Waschbecken, Duschen und WC im ehemaligen Büro von Wolfgang Will, letzter Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Schwansen – dass dieser Raum einmal in ganz anderer Hinsicht genutzt werden würde, hätte bei der Fusion der Ämter vor sieben Jahren niemand gedacht. Angesichts der neuen Zuweisungsquote für das Amt Schlei-Ostsee sind Ordnungsamtsleiter René Kinza und seine Mitarbeiter ständig auf der Suche nach neuem Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen. Denn statt bisher 197 Personen hat der Kreis dem Amt die neue Quote von 357 zugewiesen.

In der Gemeinde Damp ist das Amt ein weiteres Mal fündig geworden: Das Gebäude des ehemaligen Amtes Schwansen soll Flüchtlinge aufnehmen. Neben dem ehemaligen Hotel „Zur Schmiede“, in dem 40 Asylbewerber leben, einer Wohnung im Pommerbyer Weg, die Platz für fünf Personen bietet, und zwei Wohnungen in der Straße „Auf der Höhe“ für zwei Familien mit neun Personen ist der Seitentrakt des alten Amtsgebäudes in Vogelsang-Grünholz in Kürze Wohnstätte für 16 weitere Personen.

Drei Wochen dauerten die Umbauarbeiten. Verstaubte Aktenordner und Hefter galt es zu entsorgen, Büroräume wurden in Zimmer für zwei Personen umgewandelt. Ehemalige Aktenschränke bieten genügend Platz für die Unterbringung persönlicher Sachen. Zwei Betten, ein Tisch mit zwei Stühlen, ein Kühlschrank und ein Flachbildschirm vervollständigen die Einrichtung. Zwei Büros dienen als Aufenthaltsräume, in einem wurde eine Küche mit zwei Herden installiert. Eine gemeinschaftliche Sanitäranlage ist im Büro des Leitenden Verwaltungsbeamten vorhanden. „Da wir nur einen Sanitärtrakt anbieten können, werden hier nur Männer wohnen“, erklärte Bürgermeister Horst Böttcher bei der Besichtigung der Umbauarbeiten.

In den Zimmern ist teilweise noch der Originalteppich des altes Amtes vorhanden, ebenso wie die alte Bürobeleuchtung an der Decke. Neu sind neben dem Sanitärbereich, der durch die Verlegung von Wasser- und Abwasserleitungen der kostenintensivste Teil des Umbaus war, eine moderne Brandmeldeanlage. Eine neue Eingangstür wird ebenfalls eingebaut.

Mit dieser Zuweisung und den zu erwartenden Flüchtlingen in der ehemaligen evangelischen Kirche „Die Insel“ (18 Personen) erhöht sich die Zahl der Neuankömmlinge in der Gemeinde Damp auf knapp 100. Denn das Amt stehe in Verhandlungen mit dem Eigentümer eines Resthofes, der viel Platz biete, berichtete Böttcher. Einen Umschwung der Stimmung befürchtet er nicht. „Wir sind vorbereitet, die Stimmung ist nach wie vor gut“, so der Bürgermeister. Kein Verein oder Verband müsse aufgrund der Flüchtlingszahl irgendwelche Einbußen befürchten, versicherte Böttcher. „Wir nehmen unsere kommunalen Aufgaben wie bisher wahr“, bekräftigte er.

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