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Harburger Künstlergruppe auf Stippvisite im Ostseebad : Ihre Stärke liegt in der Verschiedenheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Künstliche Tischgesellschaft Wattenbergart aus Harburg stellt in der Galerie Carlshöhe aus. Vermissage ist am Sonntag, 13. März. Zeitgleich öffnen über 30 Ateliers ihre Türen.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 06:40 Uhr

Großformatige Malerei, verspielte und fremdartig anmutende Collagenkunst, filigrane Eisenskulpturen, „konstrakte“ – eine Mischung aus abstrakt und konstruktiv – Fotografien, Kunstwerke digitaler Fotografie oder Naturfotografie – die neueste Ausstellung in der Galerie Carlshöhe der Harburger Künstlergemeinschaft „Weitblick – Wattenbergart“ präsentiert sich schwarz, weiß und bunt, in strengen und verspielten Formen und spricht alle Sinne des Betrachters an. Einige der Ausstellungsstücke sind zum Greifen nah – berühren ist erlaubt – bei einigen muss man sich zurückhalten. Und doch wirkt auf der 600 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche nichts aufdringlich, nichts gewaltig – die einzelnen Exponate bestechen durch ihre Verschiedenheit und laden zum Verweilen ein. Eine lebendige und doch bodenständige Ausstellung. Die Freude der Künstler am kreativen Schaffensprozess ist überall zu spüren. Alle sind mehr oder weniger Autodidakten, üben einen Beruf aus oder haben einen Beruf ausgeübt. Am Sonntag, 13. März, lädt die Galerie-Betreiberin Marlies Greifenberg um 15 Uhr zur Vernissage ein.

„In der Verschiedenheit liegt unsere Gemeinsamkeit“ ist das Motto der Harburger Künstlichen Tischgesellschaft. Was vor mehr als fünf Jahren als eine lockere Runde verschiedener Künstler in einem Harburger Café begann, hat sich zu einem festen Zirkel mit acht Künstlern entwickelt. Man biete gegenseitigen Raum zum Entfalten, man unterstütze sich, man erfahre viel Wertschätzung durch den anderen, beschreibt Axel Guhse, der sich der Verfremdung digitaler Fotografie widmet, das Wirken der Künstlichen Tischgesellschaft, in der Männer und Frauen im Alter von 33 bis 83 Jahren Mitglied sind.

Vor Michael Krippendorf ist nichts sicher. Metall und Holz sind seine Materialien. Ausrangierten Dingen, die andere Menschen wegwerfen, wie eine alte Obstschale oder Lampenfassung, einen alten Treckersitz oder eine Metallleiste vom Schrottplatz, verhilft er zu neuem Leben. Objektskulpturen, die teilweise futuristisch anmuten, nennt der 62-Jährige seine Collagenkunst.

Eisenwerker nennt sich Uwe Jaensch (66). Seine Idee: banale Gegenstände des Alltags abweichend von ihrer eigentlich Bestimmung neu zu sehen und zu kombinieren. So wird aus einem Fleischerbeil ein Stier. Aus zwei Zangen gestaltet der ehemalige Programmierer und Flugzeugbauer eine Minotaurusgestalt. So geschickt, dass der Betrachter die Zangen als solche erst nach einem Hinweis wahrnimmt.

Die ehemalige Ärztin Yvonne Lautenschläger macht fröhliche, bunte Malerei, hinter der sich auf humorvolle Art Kritik an der eigenen Zunft versteckt. „Die Schafe sind alle alle Künstler verkleidet – nur eines nicht“, beschreibt die 51-Jährige die Malerei „Who is cheating? Number IV“. Dieter Simon liebt Rost (83). Der Professor für Architektur fotografiert verrostete Garagentore, den alten Anleger auf Amrum, verrostete Ölfässer und bannt einen Ausschnitt seiner Motive auf die Leinwand. Die Farben dringen durch. Es wirkt so plastisch, dass man die einzelnen Schichten berühren möchte.

> Weitblick – Wattenbergart, Galerie Carlshöhe, Vernissage 13. März, 15 Uhr, mit KaMa Groß;

von 11 bis 17 Uhr öffnen über 30 Ateliers auf Carlshöhe ihre Türen.

Ausstellung vom 9. März bis 22. Mai, Mi 15 bis 18 Uhr, Sa und So 14 bis 17 Uhr

. Es stellen aus: Axel Guhse, Uwe Jaensch, Michael Krippendorf, Yvonne Lautenschläger, Nora Poppensieker, Dieter Simon, Florian Steffens und Gesche Wichelmann

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