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NACHHALTIGE BILDUNG : „Ihre“ Meerforellen werden groß

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Projekt der Richard-Vosgerau-Schule für die Viertklässler „Meerforellenbrutanlage und Meerforellennachzucht“ ist erfolgreich verlaufen. Am Dienstag kontrollierten die Schüler Wachsen und Gedeihen ihrer Fische.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2016 | 06:57 Uhr

Die Spannung war groß, als die Mädchen und Jungen der Richard-Vosgerau-Schule gestern Vormittag am Ufer des Lachsenbachs standen und Albrecht Hahn beim Elektrokeschern zusahen. Der Fischwirtschaftsmeister der Fischbrutanstalt Altmühlendorf war auf die Meerforellen aus, die die Viertklässler Mitte März gemeinsam mit Albert Hahn im Lachsenbach ausgesetzt haben. „Da schwimmt eine“, zeigte Mathis (10). Die leichte Elektrizität, die der Kescher im Umkreis von 40 Zentimetern verbreitete, sorgte dafür, dass auch diese kleine Meerforelle wie von selbst in den Kescher schwamm.

Das gestrige Keschern war die letzte Aktion von Albrecht Hahn und den Viertklässlern innerhalb des Projekts „Meerforellenbrutanlage und -nachzucht“. Unter der Leitung von Hildegard Schenck hat dieses Projekt der zertifzierten Zukunftsschule für nachhaltige Bildung bereits im November 2015 begonnen. Bei einem Besuch der Fischbrutanstalt Altmühlendorf traten die Schüler als Paten auf: Sie verrührten die Rogen (Eier) und die Milch (Sperma) miteinander, um die Eier zu befruchten und Leben zu ermöglichen. Anfang Februar besuchte Albrecht Hahn, der auch Geschäftsführer des Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte ist, die Schüler in Eckernförde und hatte die Eier im Gepäck. Während des Unterrichts erlebten die Schüler die Geburt einiger kleiner Meerforellen. Vor Ostern setzten Hahn und die Schüler 8000 kleine Meerforellen in den Lachsenbach, in der Hoffnung, dass diese ideale Lebensbedingungen vorfinden (wir berichteten). Gestern war der große Tag. Aufgeteilt in Gruppen machten sich die Schüler der beiden vierten Klassen gemeinsam mit dem Fischwirtschaftsmeister auf die Suche nach ihren Meerforellen. Dabei galt es zu beachten, nicht das Wasser zu betreten, während Albrecht Hahn mit dem Elektrokescher im Lachsenbach unterwegs war. War eine kleine Meerforelle gefangen, landete sie im Eimer. Von dort ging es in ein kleines Becken, das, ausgerüstet mit Schläuchen und Pumpen, das Wasser mit Sauerstoff versorgte. Mit einem Minikescher durften die Schüler die Fische in eine kleine Schüssel umfüllen, um sie genauer betrachten zu können. Mithilfe eines Fischlineals wurden sie gemessen. Celine (10, Klasse 4  b) schob das Lineal vorsichtig unter die Fische, so dass sie trotz Zappelns nicht so schnell flüchten konnten. „Diese Meerforelle ist sieben Zentimeter lang“, verkündete sie. Der nächste Kandidat brachte es auf acht Zentimeter. Die meisten Fische sind zwischen vier und fünf Zentimetern lang. Alle haben sich nach Einschätzung von Albrecht Hahn gut an die Lebensbedingungen im Lachsenbach angepasst. Unter dem Fang war auch ein kleiner Aal, dessen Alter der Experte auf anderthalb Jahre schätzte.

Einer inneren Uhr folgend wandern die kleinen Meerforellen ab Herbst den Bach hinauf in die Ostsee, einige folgen erst im Frühjahr. „Dann machen sie aber Platz für neue Fische, so wie ihr Platz macht für die Erstklässler, wenn ihr die Schule verlasst“, erklärte der Fischwirtschaftsmeister. Projektleiterin Hildegard Schenck ist überzeugt: „Auf diese Weise lernen die Kinder nachhaltig und beeindruckend die Kontinuität des Lebens kennen.“

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