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Flottendienstboot Oker ZURÜCK : „Ich musste 60-mal schlafen, dann war Papa wieder da“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach zweieinhalbmonatiger Ausbildungsreise im Nordatlantik kehrte die „Oker“ am Freitag wieder in den Heimathafen zurück. Die Beobachtung des Polarlichts war einer der Höhepunkte der Fahrt.

Eckernförde | Zweieinhalb Monate auf See lagen hinter den 70 Seeleuten, die an Bord des Flottendienstbootes „Oker“ ihre Basisausbildung erhielten. Gestern Morgen lief das Schiff wieder seinen Heimathafen im Marinestützpunkt an. Auch für die Angehörigen waren die vergangenen Wochen nicht immer einfach. „Ich musste 60-mal schlafen, dann war Papa wieder da“, sagte Daniel (6). Zusammen mit seiner Schwester Anna (3) und seiner Mutter Irina Breder aus Kiel hatte er ein Plakat gebastelt. „Wir holen Nikolaj jedes Mal direkt vom Schiff ab. Das gehört für uns dazu“, erklärte Breder. Schon lange bevor die „Oker“ in Sicht kam, wartete die Familie am Kai. Auch für Nikolaj Breder ist die Heimkehr etwas Besonderes. Normalerweise bringt er immer etwas für die Kinder mit. Doch dieses Mal überraschte Breder seine Frau – nach dem offiziellen Appell überreichte er ihr einen Strauß rote Rosen. Auch Annika Kruse aus Barkelsby wartete mit ihrem Sohn Benjamin (1) auf ihren Mann Christian. „Die Wochenenden waren ungewohnt“ sagte sie. Vor allem der Umstand, dass man manchmal tagelang nichts voneinander gehört habe, war schwer für sie. Annette Liebelt kam sogar aus Bonn, um ihre Tochter Caroline in Empfang zu nehmen. „Die Nervosität stieg eigentliche erst, als ich aus meinem Hotelzimmer das Schiff am Horizont erkennen konnte“, sagte sie.

„Für viele der Offiziersanwärter war es die erste längere Fahrt“, erklärte Marcus Fröhling, Korvettenkapitän und Chef der „Oker“. An Bord stand die Ausbildung von nautischen und navigatorischen Fähigkeiten der Männern und Frauen im Vordergrund. Dabei mussten die Anwärter Aufgaben des Mannschaftsdienstgrades, wie Brandschutz und Leckabwehr, übernehmen. Es gab aber auch besondere Momente an Bord. „Ein Höhepunkt für die Besatzungsmitglieder war das Erblicken der Polarlichter“, verriet Korvettenkapitän Fröhling.

Doch neben den Diensten und der Ausbildung wurde der Mannschaft auch Zeit zur freien Verfügung eingeräumt. „Die Landschaft auf Island und die Stadt London bleiben uns da auf jeden Fall im Gedächtnis“, sagte Fröhling. Erstmalig erhielten auch Offiziersanwärter der Marineschule Mürwik an Bord der „Oker“ ihre Basisausbildung.

„Trotzdem ist jeder Seemann nur so gut, wie seine Angehörigen, die hinter ihm stehen“, machte Korvettenkapitän Stefan Mayer in seiner Begrüßungsrede deutlich. Das Wochenende sollten die Männer und Frauen dazu nutzen, mit ihren Familien Zeit zu verbringen. „Am Ende ist es immer die Familie, die euch Halt geben wird“ sagte Mayer.

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erstellt am 01.Apr.2017 | 05:24 Uhr

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