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Neuer Karnevalsprinz : „Ich freue mich tierisch auf die Feste“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Prinz „Michael der 1“ alias Michael Kohrt ist der Karnevalsprinz bei den Roten Kappen in Ascheffel / Großer Auftritt beim Kappenfest am 6. Februar

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erstellt am 27.Jan.2016 | 06:54 Uhr

Ascheffel | Was meinen Sie, warum hat der Elferrat Sie zum Prinzen gemacht ?
Da ich die letzten Jahre im Karnevalsverein sehr aktiv war, war ich wohl unter den Personen, die in die engere Wahl gekommen sind. Im Vorstand macht man sich Gedanken darüber, wie lange betreffende Personen schon im Karnevalsverein sind und wie alt die Betreffenden sind. Außerdem müssen potentielle Kandidaten im Karnevalsverein sein und aus Hütten oder Ascheffel kommen. Nachdem ich den Vorsitz des Karnevalvereins abgegeben hatte, war ich kein offizielles Mitglied des Elferrates mehr. Ich war sozusagen Ehrenmitglied. Mit meiner Benennung zum Prinzen werde ich im nächsten Jahr dann offiziell Mitglied im Rat.

Prinz sind Sie nur im Karneval. Was machen Sie im richtigen Leben ?
Im richtigen Leben bin ich kaufmännischer Angestellter im Autohaus Kath in Kiel-Friedrichsort. Hier bin ich Leiter des Teiledienstes. Ich bin 40 Jahre, verheiratet und habe eine 13-jährige Tochter. Ich wohne seit 2001 in Ascheffel und habe mich ziemlich schnell im Dorf eingelebt. Durch Vereine, die Feuerwehr und die vielen Feierlichkeiten im Dorf haben meine Frau und ich schnell Anschluss gefunden und wurden wunderbar in die Dorfgemeinschaft aufgenommen.

Was sagt man im Umfeld zu Ihrer neuen Würde ?

In meinem Umfeld freut man sich mit mir. Ich habe viele Gratulationen bekommen. Persönlich finde ich es sehr schön und auch witzig, dass man bei vielen Gelegenheiten im Dorf mit „Hallo Prinz“ oder mit „Eure Hoheit“ begrüßt wird. Dies zeigt mir, wie Hütten und Ascheffel hinter den Kappenfesten und der fünften Jahreszeit stehen. In beiden Dörfern lebt man den Karneval und es macht mich schon ein wenig stolz, Prinz zu sein. Meine Frau und meine Tochter freuen sich ebenfalls mit mir. Ich glaube, meine Frau hat geahnt, dass es mich in den nächsten Jahren treffen wird. Seit unserem Einzug im Dorf haben wir ja auch schon so einige Ämter im Verein mitgemacht.

Meine Frau war bereits an der Seite von „Prinz Thomas, dem Feurigem“ Prinzessin und hat einige Jahre die Kindergarde mit geleitet. Meine Tochter ist bis zum Kinderkarneval noch amtierende Kinderprinzessin an der Seite von Prinz Finn Langmak und hat schon einige Male in der Kindergarde mitgetanzt. Ich selbst war vier Jahre Vorsitzender des Vereins und bin seitdem bei den Schmückern aktiv.

Was bedeutet Karneval für Sie ?
Für mich bedeutet Karneval und die damit verbundenen Feste einfach eine tolle Zeit in der Hütten und Ascheffel im Ausnahmezustand feiern. Es beeindruckt mich jedes Mal mit welcher Leidenschaft beispielsweise der Festsaal geschmückt wird oder die jeweiligen Akteure ihre Auftritte für das Kappenfest planen.

Wie sind Sie zum Karneval gekommen? Woher stammt ihre Liebe zur fünften Jahreszeit?

Ich selber hatte mit Karneval nie etwas „am Hut“. Mein damaliger Arbeitskollege, Gerd Fries, hat mich und meine Frau nicht in Ruhe gelassen und uns überzeugt einmal als Gäste zum Fest zu kommen. Zu dieser Zeit, wir wohnten gerade zwei Jahre in Ascheffel und Fries war Kassenwart, wollten wir ihm ein Gefallen tun und die Gelegenheit nutzen, uns noch besser in die Dorfgemeinschaft einzuleben. In dem Jahr war das Motto „Unter Wasser“. Als meine Frau und ich den festlich geschmückten Saal im Alten Bahnhof betraten, waren wir sofort fasziniert. Ab diesem Zeitpunkt waren wir uns einig, jetzt regelmäßig zum Karneval in Ascheffel zu gehen. Ich besuchte immer die Jahresversammlungen, um das nächste Motto zu erfahren.
Auch 2010 war ich dabei. Ich konnte nicht ahnen, wie der Abend für mich enden würde. Es stellte sich heraus, dass es keinen Nachfolger für Rainer Hamann als Vorsitzenden gab. Der zweite Vorsitzende Hartmut Schmidt wollte die Versammlung verschieben. Dann stand Günther Petersen auf: „Wenn ihr heute keinen findet, findet ihr im November auch keinen Vorsitzenden“. Dem Verein drohte die Auflösung. Da habe ich mich aufstellen lassen. Alle Anwesenden waren erleichtert. Fünf Minuten später war ich der Vorsitzende. Das musste ich dann am nächsten Morgen nur noch meiner Frau beibringen. Von da an war ich vier Jahre Vorsitzender.

Ist Prinz zu sein für Sie nun die Vollendung des Glücks?
Ich würde nicht sagen, dass Prinz zu sein die Vollendung des Glücks ist, allerdings ist es schon ein schönes Gefühl und ich bin schon ein wenig stolz darauf.

Fiebern Sie Ihrem Auftritt beim Kappenfest schon entgegen?

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Meine Prinzessin und ich haben gemeinsam ihren Auftritt geplant und proben an der Umsetzung. Dies ist allerdings nicht immer ganz leicht. Es darf ja niemand mitbekommen, wenn wir uns treffen. Wir sind beide gespannt und auch jetzt schon ein wenig nervös. (Prinzessin, ich hoffe ich darf hier für dich mitsprechen?) Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon tierisch auf die Feste.

Wie sind Sie bei der Wahl ihrer Prinzessin vorgegangen?
Zu diesem Punkt möchte ich nicht zu viel verraten. Eventuell könnte man an meinen Äußerungen erahnen, wer die Prinzessin ist.

Was machen Sie am Tag nach Aschermittwoch?

Nach Aschermittwoch werde ich, und ich denke auch noch einige andere Leute in Hütten und Ascheffel, einfach einmal etwas Erholung benötigen. Mehrere Wochen feiern wird nicht nur mir in den Knochen stecken. Bis zum nächsten 11.11. werde ich „das Prinz sein“ erst einmal genießen. Foto: 

Interview: Achim Messerschmidt






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