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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 00:54 Uhr

"Ich bin kein Drogendealer"

vom

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Keine Gnade gab es für einen 35-jährigen Eckernförder, der wegen 13 Fällen der Abgabe von Drogen und wegen vier Fällen gewerbsmäßigen Diebstahls vor dem Schöffengericht verurteilt wurde. Angesichts der Vielzahl an Vorstrafen - 32 Eintragungen weist sein Strafregister auf - sowie einer verbleibenden Haftstrafe von vier Monaten - der Angeklagte sitzt derzeit in Kiel ein - bekam er gleich zwei Freiheitsstrafen aufgebrummt: eine von eineinhalb Jahren und eine von zwei Jahren und zwei Monaten.

Bei den Diebstählen ging es größtenteils um Zigaretten und Alkohol, die der Angeklagte aus Eckernförder Supermärkten mitgehen ließ, mal zehn Flaschen Bacardi, mal 36 Schachteln Zigaretten. Aus der Reihe fiel der versuchte Diebstahl eines Monitors bei Famila im Wert von 220 Euro. Nach der Aussage eines Ladendetektivs konnte auch diese Tat dem Angeklagten zweifelsfrei zur Last gelegt werden.

Er selbst gestand einige der Diebstähle voll und ganz, andere nur zum Teil. Mit dem Monitor sei er auf dem Weg zum Informationsschalter gewesen, um etwas nachzufragen. Alle Diebstähle hätten dazu gedient, seine Sucht zu finanzieren, erklärte später der Verteidiger.

In Sachen Drogen wurde ihm vorgeworfen, kleinere Mengen an Haschisch oder Marihuana - meist ein oder zwei Gramm - an Dritte abgegeben zu haben, teilweise auch an Minderjährige. Auf Grund wackeliger Zeugenaussagen wurden 70 der über 80 Fälle in der Anklage fallen gelassen. Der Angeklagte sagte dazu: "Ich bin ein typischer Drogenabhängiger. Über 20 Jahre lang war ich abhängig, mal mehr und mal weniger. Aber ich bin sicherlich kein Drogendealer." Zu seiner Verteidigung hatte er ein Schreiben vorbereitet, das er vor dem Gericht verlas. Darin beteuerte er , ein drogenfreies Leben führen zu wollen: "Ich bin leider einer von denen, der immer erst ganz unten sein muss, um zu sehen, wie es geht." Sein Verteidiger Andreas Meyer kündigte gegenüber der EZ an, bei den Fällen, die die Abgabe von Drogen beträfen, in Berufung gehen zu wollen.

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