Nacht der lichter : Hunderte von Kerzen vermitteln Wärme

Eine besondere Atmosphäre herrschte im Eivind-Berrggrav-Zentrum bei der Nacht der Lichter zum Ewigkeitssonntag.
Eine besondere Atmosphäre herrschte im Eivind-Berrggrav-Zentrum bei der Nacht der Lichter zum Ewigkeitssonntag.

Zum Ewigkeitssonntag veranstaltet die Kirchengemeinde Altenholz im Eivind-Berggrav Zentrum einen besonderen Gottesdienst. Rund 100 Besucher nutzen die Stille zur inneren Einkehr.

shz.de von
26. November 2013, 06:46 Uhr

Es war ein besonderer Gottesdienst, der am Sonntagabend im Eivind-Berggrav-Zentrum abgehalten wurde. Ein Gottesdienst mit wenigen Worten, dafür mit viel Kerzenschein, Musik aber auch Stille. Seit acht Jahren feiern die Pastoren Dirk Große und Okke Breckling-Jensen mit ihrer Gemeinde am Ewigkeitssonntag stimmungsvoll die Nacht der Lichter, begleitet durch Klänge von Taizé-Musik.

Noch während draußen die Glocken den Gottesdienst einläuteten, saßen die rund 100 Besucher in der Kirche, kaum einer ohne Kerze in der Hand, vor dem ebenfalls in Kerzenlicht getauchten Altar. Nach der musikalischen Einleitung durch Susanne Schwerk (Klavier), Viola Johannsen (Klarinette), Clemens Steinberg (Gitarre) und Hauke Lehna (Oboe), lasen fünf Jugendliche einen kurzen Bibeltext in fünf Sprachen – neben Deutsch auch in Englisch, Spanisch, Dänisch und Französisch. In der darauffolgenden minutenlangen Zeit der Stille, in der die Besucher in sich gehen und über das, was sie bewegte, nachdenken konnten, wäre vermutlich jedes noch so leise Geräusch ohrenbetäubendem Lärm gleichgekommen.

Taizé, benannt nach dem ökumenischen Männerorden in der gleichnamigen französischen Gemeinde, ist eine internationale und ökumenische Andachtsform,, die eine ruhige und besinnliche Atmosphäre ausstrahlt. „Besonders die Jugendlichen finden diese Art des Gottesdienstes schön, weil es keine lange Predigt gibt, bei der man zuhören muss“, erklärte Pastor Breckling-Jensen. Und so fanden sich unter den Besuchern, wie auch unter den aktiv an der Nacht der Lichter Teilnehmenden, viele junge Leute, von denen einige auch bereits selbst schon in dem Ort Taizé waren. Denn schon seit Jahren besuchen Jugendliche aus Altenholz den Herkunftsort dieser Andachtsform.

Zum Abschluss der Feier hatten die Besucher die Möglichkeit, Kerzen zum Gedenken Verstorbener oder auch zur Unterstützung von nahestehenden Menschen zu entzünden, die dann am Altar in Kreuzformen aufgestellt wurden. Viele Anwesende machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Das Zeremoniell erinnerte auch an den bis vor gar nicht allzu langer Zeit verbreiteten Brauch, am Abend des Ewigkeitssonntags zum Gedenken an Verstorbene eine Kerze ins Fenster zu stellen – eine Erinnerung, die laut Okke Breckling-Jensen durchaus gewollt ist.

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