zur Navigation springen

Sandkruggelände : Hundeleine nicht Pflicht, aber erwünscht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Als Schutz für Wildtiere wie Rehe, Fasane und Hasen sollten Hundehalter ihre Tiere beim Spaziergang durch das Sandkruggelände und an den Goosseewiesen an die Leine nehmen. Vor kurzem ist ein Spaziergänger gebissen worden.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 06:01 Uhr

Eckernförde | Das kleine Feld- und Waldstück im Sandkrug und an den Goosseewiesen ist ein beliebtes Gebiet für Spaziergänger. Auch Karl Wehling (73) nutzte immer gern die Wanderwege, bis er vor kurzem eine schlechte Erfahrung machte: Zwei nicht-angeleinte Hunde liefen auf ihn zu. Einer reagierte auf seine erhobene Hand und blieb stehen, der andere biss ihm in die linke Wade. Die Halterin schimpfte zwar mit den Hunden, meinte aber, dass am Bein nichts zu sehen sei und ging weiter. Noch am selben Abend musste die Wunde vom Arzt genäht werden. Karl Wehling erstattete daraufhin Anzeige gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung, erhielt aber bald Bescheid von der Staatsanwaltschaft, dass die Hundehalterin nicht ermittelt werden konnte.

Für sie ist das ein Glück, denn nach aktueller Gesetzeslage würde ihr Tier als Gefahrenhund eingestuft werden. „Sobald ein Hund zubeißt, gilt er als Gefahrhund“, bestätigt Klaus Kaschke vom städtischen Ordnungsamt. „Das Gesetz sieht da keine Ausnahme vor.“ Damit einher gehe der achtfache Steuersatz (560 statt 70 Euro für den ersten Hund), eine höhere Haftpflichtversicherung, genereller Leinenzwang, das Tragen eines hellblauen Halsbandes und eines Maulkorbs sowie die Erlaubnis für den Besitzer, den betreffenden Hund weiter halten zu dürfen. Und: Ist die Gefährlichkeit eines Hundes einmal festgestellt, gelten diese Auflagen für den Rest seines Lebens. So oft kommt es in Eckernförde allerdings nicht vor, dass Hunde entsprechend eingestuft werden, weiß Klaus Kaschke: „Im vergangenen Jahr hatten wir nur einen Fall.“

Normalerweise landen alle Anzeigen von der Polizei beim zuständigen Ordnungsamt. „Eine korpulente Frau mit zwei Hunden, die in dem Gebiet gern spazieren geht, sollte ausfindig zu machen sein“, ist Karl Wehling der Meinung. Dass das nicht möglich war, lässt für ihn nur einen Schluss zu: Die Hunde waren nicht angemeldet.

Klaus Kaschke weist darauf hin, dass Hunde im Sandkrug und an den Goosseewiesen zwar nicht angeleint werden müssen, es aber empfohlen wird. „Das Areal ist ein Landschaftsschutzgebiet. Deshalb müssen die Halter darauf achten, dass ihr Hund nicht Wild verfolgt oder nachstellt.“

Und das gibt es dort durchaus: „Wir haben in dem Gebiet verhältnismäßig viel Niederwild wie Rehe, Feldhasen und Fasane“, sagt Jürgen Schmidt von der Nabu-Ortsgruppe. „Und jeder Stress, zum Beispiel beim Aufjagen durch Hunde, geht an die Kraftreserven der im Winter ohnehin geschwächten Tiere.“ Auch er mahnt Hundehalter deshalb zur Rücksicht. Auch im Interesse der Hunde selbst: „In dem Gebiet kommt auch der Fuchs vor“, so Schmidt. „Ein angriffslustiges Tier, das sich wehrt, wenn es in die Enge getrieben wird.“

Und noch eine Bitte hat er: „Hundekottüten sollten so entsorgt werden wie gedacht und nicht hinter den nächsten Knick geworfen werden.“ Bei jeder jährlichen Aufräumaktion würden die Nabu-Mitglieder Dutzende Tüten finden und entsorgen.

Und auch da kann Karl Wehling ein Klagelied singen: Hinter seinem Haus im Tulpenweg verläuft ein Wanderweg, der ebenfalls von Hundehaltern zum Gassigehen benutzt wird. Immer wieder muss er Hundekotbeutel von seinem Hausdach fischen, damit sie nicht die Regenrinne verstopfen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen