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Ärger um Tretminen in Osdorf : Hundekotbeutel – ein schwieriges Projekt?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Brigitte Gerbers und Gabriele Bunzel haben kein Verständnis für nachlässige Hundehalter in Osdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Osdorf | Jeden Tag gehen sie zusammen „Gassi“: Brigitte Gerbers mit ihrer Bardino-Mix-Hündin Pina und Gabriele Bunzel mit Beagle Kalle. Und sie haben noch etwas gemeinsam. Sie können nicht verstehen, dass vielen anderen Hundebesitzern der Umgang mit den Kotbeuteln für die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner heutzutage noch so schwer fällt.

„Was an dem neuen Weg in unserem Bürgerpark und an dem Weg an der Au bis zur Brücke so liegt, das ist nicht mehr normal“, sagt Brigitte Gerbers und zeigt Fotos auf ihrem I-Pad. Unschwer sind riesige Haufen zu erkennen, die teilweise alle paar Meter unmittelbar am Fußweg liegen gelassen wurden. Die Spur ziehe sich noch weiter bis zu dem Fußweg hinter dem Friedhof an der Obststreuwiese entlang. Ihre Freundin Gabriele Bunzel bestätigt: Auch in den Straßen um die Siedlung Ringweg, Am Kamp und Zur Kronsau müsse man auf den Bürgersteigen aufpassen, wohin man trete. „Ich nenne die Leute die ,Laternenscheißer’ – sie lassen ihre Hunde offenbar abends im Dunkeln vor Privathäuser machen und lassen es dort liegen. Ich finde, das ist eine Riesenschweinerei“, sagt sie weiter.

Dabei fallen den beiden spontan sieben Hundekotbeutelspender an verschiedenen Stellen in der Gemeinde ein – alle in Kombination mit einem Mülleimer „für hinterher“. Sogar eine bebilderte Anleitung zur richtigen Handhabung ist sowohl auf der schwarzen Tüte, als auch auf dem Spender abgedruckt. „Noch Fragen?“ – sagt Gabriele Bunzel. Offenbar schon, wie ein weiteres Foto belegt: Eine Tüte liegt fein säuberlich auf dem Gehweg, der Hundehaufen thront oben drauf. Tja, das ist alles gar nicht so leicht. Ein anderer Hundehalter hat sich zwar noch die Mühe gemacht, das Exkrement aufzunehmen, der Weg zum zehn Meter entfernten Mülleimer allerdings, war ihm wohl dann doch zu weit. Direkt vor der Mauer einer ansässigen Bäckerei wurde der Beutel abgelegt. „Das verstehe ich erst recht nicht. Erst einsammeln und dann irgendwo platzieren, statt weg zu werfen. So kann er ja nicht mal verwittern“, entrüstet sich Brigitte Gerbers.

Auch Gabriele Bunzel hat kein Verständnis für die teilweise skurril anmutenden Ideen mancher Mitbürger. Genau wie Brigitte Gerbers hat sie die schwarzen Beutel immer dabei: „In allen Jacken und allen Taschen“, sagt die 59-Jährige. Schon als es die Beutel in Deutschland noch gar nicht gab, hat sie das System in der Schweiz kennen gelernt. „Für mich ist das ganz normal. Wenn ich ein Baby hab, entferne ich die Windel doch auch“, sagt sie und lacht. Wenn sie jemanden sieht, der dabei ist, sich trotz Häufchen aus dem Staub zu machen, bietet sie schon mal ihre Hilfe an. „Soll ich Ihnen mit einem Beutel aushelfen?“, hat sie schon das eine oder andere Mal nachgefragt und in ein betretendes Gesicht geblickt. Dabei ist die Sache an sich doch so einfach.

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