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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 06:56 Uhr

Befreit : Hundekot darf liegen bleiben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jeder muss die Hinterlassenschaften seines Hundes entfernen, fast jeder. Sehbehinderte Menschen sind von der Reinigungspflicht befreit. Sie sind auf die Mithilfe der Bürger angewiesen.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 05:23 Uhr

Wer ein Tier hält, ist auch dafür verantwortlich. Zu den Aufgaben eines Hundebesitzers gehört natürlich auch das tägliche Gassi gehen, denn Bello und Co. müssen ja ihr Geschäft verrichten können. Und dass der Hundekot anschließend entfernt wird, ist nicht nur gesetzlich geregelt, sondern für die meisten Hundebesitzer selbstverständlich. Es gibt allerdings Ausnahmen.

Nein, hier sind nicht die schwarzen Schafe gemeint, die sich einfach nicht um die Tretminen ihrer Vierbeiner kümmern, sondern die Rede ist von blinden und stark sehbehinderten Menschen wie den Döhrings. „Ich bin vollständig blind und auf die Dienste meiner Blindenführhündin Afra angewiesen“, erzählt Nicole Döhring. Gemeinsam mit ihrem Mann Roland – er verfügt über ein Sehvermögen von zwei bis fünf Prozent – ist sie vor einigen Monaten nach Eckernförde gezogen. „Hier mussten wir natürlich die umgebenden Wege und Straßen erst einmal kennen lernen – und auch mögliche Plätze, wo Afra ihr Geschäft verrichten kann.“

Nicole Döhring erzählt weiter, dass wahrscheinlich viele Menschen nicht wüssten, dass zum Beispiel Blinde und stark Sehbehinderte von der Pflicht, den Hundekot zu entfernen, befreit werden könnten. „Ich würde ihn gern beseitigen, habe auch immer entsprechende Tüten dabei. Doch ich kann nun einmal nichts sehen und würde mich in diesen Fällen wirklich über Hilfsangebote freuen“, hofft die junge Frau auf das Verständnis ihrer Mitmenschen.

„Es ist ja nicht so, dass wir uns davor drücken wollen, wir können es wirklich nicht sehen“, bekräftigt auch noch einmal ihr Mann Roland und weist gleichzeitig auf einen weiteren Umstand hin: „Es wäre auch schön, wenn andere Hundebesitzer Rücksicht nehmen und ihre Hunde anleinen könnten, wenn sie auf uns zukommen. Wir können die Tiere nicht sehen, wissen nicht, ob klein oder groß, verspielt oder wachsam. Und letzten Endes ist Afra trotz intensiver achtmonatiger Ausbildung auch nur ein Hund und wird dann von ihrer Arbeit, uns sicher durch den Alltag zu führen, abgelenkt.“

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