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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 18:40 Uhr

Hundeerziehung einmal ganz anders

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 08.Jan.2016 | 06:37 Uhr

Unsere große schwarze Conny ist nun schon seit dem 18. April bei uns. Sie kannte nichts und sie konnte nichts. Aber sie war so jung, uns so lieb. Wir dachten auch, dass wir das locker hinkriegen würden. Wir nahmen zweimal einen Anlauf mit Trainer, aber ich war krankheitsbedingt nicht standfest genug für diese starke Hündin.

Vom ersten Tag an liebte ich sie voller Hoffnung auf schnelle Genesung. Sie lernte schnell, aber draußen war sie zu Anfang stärker als ich. Da fehlte ihr auch die feste Hand, das war jetzt meine Aufgabe. Termine mit Hundetrainern waren jetzt nicht machbar. Ich war sehr unglücklich darüber, denn diese schöne Hündin ist so wie wir sie uns wünschen: liebevoll und fröhlich.

Nun musste ich stetig meine Energie wiederaufbauen. Unser „Dream-Team“, das Conny am Wochenende zu langen Spaziergängen abholt, war die wundervolle Rettung. Sie hat große Lust auf Laufen und Springen, manchmal bekomme ich auch einen sehr schmutzigen Hund zurück, sie lässt sich reinigen, ist glücklich wieder zu Hause zu sein und schläft tief ein. Ein zufriedener Hund.

Auch ein freundlicher Hund mag nicht alle Hunde. Deshalb muss ich sie auch fest in der Hand haben. Allerdings die kleinen, süßen Jack Russel gehen ihr offenbar mit ihrem Gebelle auf die Hundenerven. Nun ist folgendes am Strand passiert: Ein grauer Novembertag, wenige Hunde am Strand, auch ohne Leine genau wie Conny, baut sich ein kleiner Jack Russel vor Conny auf. Er bellt heftig, und bellt Conny richtig wütend an. Sie steht ruhig am Strand, Abstand zum Wasser ein Meter. Sieht ganz ruhig auf die kleine Nervensäge, eine Minute. Inzwischen habe ich Augenkontakt zur anderen Hunde-Mama. Sie lächelt und ruft mir zu: „Alles in Ordnung“. Der Kleine gibt keine Ruhe, er bellt und bellt. Jetzt reicht es Conny, sie macht einen Sprung nach vorn, schnappt den kleinen unerschrockenen Hund mit ihren langen Vorderläufen, zieht ihn unter ihren mächtigen Hals, macht die Vorderläufe wie eine Schere zu, beugt ihren mächtigen Kopfüber den unverändert bellenden, kleinen Hund, knurrt tief und fletscht die Zähne, hält aber den kleinen fest in der Schere.

Hoffentlich hört er nun bald auf. Wir zwei Frauen stehen daneben, als würde das jeden Tag passieren. Das Bellen wird leise und leiser, endlich ist er still, Conny knurrt nicht mehr, sie hebt den Kopf öffnet die Läufe, und der Jack ist frei. Conny sitzt am Strand und schaut den kleinen Hund hinterher.

Wir Frauchen waren auch ganz ruhig, ich erzählte ihr, dass das schon einmal vor ein paar Wochen am Strand passiert ist. Damals war ich fassungslos und traute meinen Augen nicht. Diesmal habe ich ganz genau hingeschaut und meiner Conny vertraut. Die andere Hunde-Mama sagte mir, dass das Bellen ja viele Leute nervt, aber sie kann das auch nicht abstellen.

Ich bin froh, dass ich meinem Hund vertraut habe, wenn ich darüber nachdenke, hat sie das auch gutgemacht.

Das Leben mit Hund ist auch schön.

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