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Humorvolle Begegnung zwischen Sprotte und Wels

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ausverkaufte Räucherei bei Theater-Premiere von „Sprottinchen“ und „Waldi Baron von Wels“

Die Vorsitzende des Fördervereins „Alte Fischräucherei Eckernförde“, Katharina Mahrt, eröffnete den ersten Bunten Abend“ im bis auf den letzten Platz gefüllten Räucherraum in der Gudewerdtstraße. Ein Novum in der noch jungen Geschichte der Museumsräucherei. Werner „Fiete“ Pötzsch nutzte die Gelegenheit, dem Publikum noch einmal die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Räucherei vor Augen zu führen. Wohl niemand hätte gedacht, dass dort einmal Theater gespielt werden würde. Pötzsch selbst war für das Bühnenbild verantwortlich, während Christel „Stine“ Fries die Fisch-Theaterpuppen „sülvst neiht hett“.

„Wir sehen und hören jetzt zwei Figuren – eine Sprotte aus Borby und ein Wels aus Wien –, die in einem humorigen Gespräch Probleme zu lösen versuchen, wo es gar keine gibt, leitete Pötzsch zum Einakter mit „Sprottinchen von Möwenschiss“ und „Waldi Baron von Wels“ über.

„Dieses wunderbare Ambiente hat uns inspiriert, über die Stadtführer, obwohl man das Wort vor allem in Österreich gar nicht so gerne hört, diesen Sketch zum Besten zu geben“, betonte Sven „Johann“ Wlassack, der seine Affinität zu den Stadtführern damit begründete, dass er diese Einrichtung seinerzeit als Eckernförder Kulturbeauftragter mit aus der Taufe gehoben habe. Der Wels werde 150 Jahre alt, und das Alter blockiere natürlich die Speicherkapazität im Kopf, daher auch die Spickzettel, sinnierte Wlassack. „Nu snack man gor nich so veel, laat uns anfangen“, meldete sich nun Christel „Stine“ Fries zu Wort und stellte „Sprottinchen“ als „Rootmuulsprott“ vor. Im Hintergrund setzte Ziehharmonika-Musik von Gundi Schulz und Kurt Sothmann ein, ehe „Sprottinchen“ den stattlichen Wels begrüßte: „Moin, Moin. Jungedi, wat büst du för 'n Oschi vun Fisch? So'n fetten Dösch heff ick all lang nich mehr seh'n!“ „Jessas, woas is'n des fia a Sprach?“ „Dat is Platt mien Leve!“ „Ah so, dann san Gnädigste also a Plattfisch?“ „Nee, ick bün Sprottinchen vun Möwenschiss ut denn Stamm „Sprattus Sprattus Eckernför'densis.“ „Ich bin Vertreter der Rasse „Silurus glanis danuvienis, zu Deutsch: Donauwels.“ „Soo, soo, See sünd Vertreder, Verköper. Wat wüllt Se denn verköpen? Doch nich etwa Schuppenshampoo?“

In dieser höchst amüsanten Form schliddern Sprottinchen und der Wiener Baron von einem Missverständnis zum anderen, sehr zum Gefallen des Publikums, das mit Szenenapplaus nicht sparte. Als „Sprottinchen“ dem Wels erklärte, dass sie aus Borby komme, löste dies seine Bewunderung aus: „Da ruht ja der päpstliche Segen drauf. Zwoamoi im Jahr werds ihr von seiner Heiligkeit mit „Urbi et Borby“ gesegnet.“ Auf die Frage von „Walli Baron von Wels“, ob es denn in Eckernförde noch lebende Berühmtheiten gebe, antwortete „Sprottinchen“: „Na kloor, Katharina de Grote.“ „Woas, des Russenweib lebt no?“ „Nee, nee, dat is uns' Rökerie-Zarin, de Baas vun de Fischrökerie, Katharina Mahrt.“ Am Ende wollte der Wels noch etwas weiter gen Norden ziehen, zum Öresund, dem er ein eigenes Lied widmete. Zum Abschluss sangen alle „Dat du mien Leevsten büst …“.

„Ich weiß, wie viel Arbeit in so einem Programm steckt. Die beiden haben es sehr gut gemacht, den Sketch mit stoischer Ruhe, ohne viel zu gestikulieren, vorgetragen“, war Jörg Jungjohann voll des Lobes. Wegen der großen Nachfrage wird das Programm morgen um 19.30 Uhr an gleicher Stätte wiederholt.



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erstellt am 15.Aug.2014 | 06:16 Uhr

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