Wasserversorgung : Hüttener brauchen kein Rendsburger Wasser

Eine Trinkwasserlieferung auf hohem Niveau versichern die Stadtwerke Rendsburg den Hüttener Bürgern.
Eine Trinkwasserlieferung auf hohem Niveau versichern die Stadtwerke Rendsburg den Hüttener Bürgern.

Die Stadtwerke Rendsburg machen in Hütten Werbung für ihr Wasser . Doch die Einwohner sind mit ihrer eigenen Versorgung zufrieden.

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06. Juni 2014, 11:37 Uhr

Rund 800 000 Euro haben die Stadtwerke Rendsburg in den vergangenen Jahren in die Trinkwasserversorgung in den Hüttener Bergen gesteckt, insgesamt rund 45 Kilometer Leitungsnetz liegen im Boden. Von Schütt am See bis nach Ahlefeld liegt eine Leitung, von Poggensiek nach Fresenboje, zudem in Goosefeld bis nach Lehmsiek, Harzhof und Holtsee sowie auf den Aschberg hinauf. Vielerorts schließlich das Netz an die von der Firma Doose Abwassertechnik (DAT) bereits im Zeitraum 2000 bis 2005 verlegten Rohre an. Darunter auch das Leitungsnetz in Hütten, das die Stadtwerke zu Jahresbeginn von der Firma DAT nach ihrem Rückzug übernommen hat. Damit sind ehemalige DAT-Kunden jetzt Kunden der Stadtwerke. Knapp 50 Haushalte aus Hütten sind bereits an das Wassernetz der Stadtwerke Rendsburg angeschlossen. Die übrigen Bürger versorgen sich über eigene Brunnen oder sind Brunnengemeinschaften angeschlossen. Auf der Einwohnerversammlung am Mittwochabend in der Schnackstuuv informierten Stadtwerke-Geschäftsführer Helge Spehr und Christian Buttgereit die rund 30 Besucher über die Vorteile, die einen Anschluss an die Stadtwerke mit sich brächten – aber auch über Preise. 1,78 Euro müssten die Hüttener für einen Kubikmeter Wasser zahlen und damit 32 Cent mehr als in Rendsburg. Hinzu kommt eine jährliche Grundgebühr von 54 Euro, Anschlusskosten von 1380 Euro und ein Baukostenzuschuss in Höhe von rund 2900 Euro. Den im Vergleich zu Rendsburg deutlichen höheren Wasserpreis begründete Spehr mit dem hohen Aufwand bei der Erschließung des ländlichen Raumes. Dazu gehöre auch die Installation eines so genannten Reinwasserbehälters mit einem Volumen von 250 Kubikmetern bei der Globetrotter Lodge auf dem Aschberg. Diese stelle die Löschwasserversorgung sicher. „Warum müssen wir für Globetrotter mitbezahlen?“ fragten sich gleich mehrere Einwohner. Buttgereit betonte, dass der Reinwasserbehalter auch ohne die Ansiedlung von Globetrotter hätte gebaut werden müssen. Es garantiere als Speicherbecken auch die Versorgungssicherheit in der Region.

„Sollte in Hütten ein Anschlussgrad von 90 Prozent erreicht werden, werden auch Sie den Rendsburger Wasserpreis zahlen“, sagte Spehr als Ansporn. Derzeit seien nach Auskunft von Buttgereit und Bürgermeister Georg Beyer 47 Haushalte der insgesamt rund 75 Haushalte angeschlossen. Sechs gebe es, die sich schon zu Zeiten der Firma DAT die Leitung bis einen Meter aufs Grundstück gelegt haben, aber noch kein Wasser beziehen.

Mit einer Wechselwelle rechnet Hüttens Bürgermeister angesichts dieses Angebots aber dennoch nicht: „Es wird eher ein schleichender Prozess in den nächsten Jahren“, so Beyer. Die Verantwortung intakte Brunnen vorzuhalten angesichts der steigenden gesetzlichen Auflagen, Wartung und Labormessungen sei hoch, sagte auch Buttgereit. Die intensive Landwirtschaft gefährde auch das Grundwasser. Neue Brunnenbohrungen seien für das Ehrenamt kaum zu finanzieren. Der Anschluss an die Stadtwerke würde hingegen ein Rundum-Sorglos-Paket in Sachen Reparaturen, Sauberkeit und Sicherheit bedeuten. „Die Hüttener können sich aber zurücklehnen“, sagte Buttgereit auf Zeitungsnachfrage. Die Hauptleitungen sind gelegt. Sollte ein Brunnen nicht liefern, könnte der Anschluss schnell realisiert werden.“

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