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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 13:07 Uhr

Standpunkt : Hübsche Kuckuckseier

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die rote Käthe-Kollwitz-Straße hat zwei, demnächst wohl drei weiße Flecken. Hellgraue Häuser, die zwar richtig gut aussehen, aber die farbliche Einheit in der kleinteiligen Siedlung zerhauen. Die helle Fassade hebt diese zwei (drei) Doppelhäuser unangemessen deutlich aus der Masse der roten Klinkerbauten hervor. Und das stört einige Anwohner beträchtlich. Selbst Kommunalpolitiker haben darüber öffentlich ihr Bedauern ausgedrückt und sich bei den betroffenen Bürgern für diese nicht unterbundene Fehlsteuerung halbwegs entschuldigt. Mit einer Veränderungssperre, einer Gestaltungssatzung und einem Bebauungsplan haben sie nun rigoros allen Veränderungen – egal ob rot oder weiß – einen Riegel vorgeschoben. Dumm gelaufen für die Bewohner der kleinen Kollwitz-Häuser, die während der Nazi-Zeit in der damals noch nach dem völkischen Dichter Gustav Frenssen benannten Straße für Unteroffiziere erbaut wurden. Ein Investor hat ihnen zwei (drei) hübsche Kuckuckseier ins Nest gelegt, und jetzt müssen sie die Suppe mit auslöffeln, die ihnen eine in diesem Fall wohl etwas zu zögerlich und defensiv agierende Bauverwaltung eingebrockt hat. Das harmonische Gesamtbild in der Käthe-Kollwitz-Straße hat gelitten. Der nach wie vor guten Wohnqualität in dieser Gegend dürften die „weißen“ Häuser aber keinesfalls geschadet haben.

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erstellt am 27.Sep.2014 | 06:06 Uhr

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