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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 09:35 Uhr

Politik : Hotelplanung stößt auf Kritik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bürger befürchten fehlendes Klientel für geplantes Vier-Sterne-Haus. Bürgermeister weist Eigeninteresse von sich.

Architekt Matthias Wohlenberg nutzte die Sitzung des Bau- , Umwelt- und Sozialausschusses, um den Mitgliedern und Bürgern die Fassaden- und Farbgestaltung für den Neubau des DLRG-Wachgebäudes in Schönhagen zu präsentieren.

Das Eckernförder Architekturbüro hat sich bei seinem Konzept vom Standort direkt am Strand inspirieren lassen und möchte mehrere Grün- und Grautöne verwenden, damit das Gebäude mit der witterungsbeständigen Lamellenfassade nicht zu plastisch wirkt. Die Farbtöne sollen den Strandhafer symbolisieren. „Nach oben zum Staffelgeschoss soll das Grün weiß auslaufen, damit sich der Kubus homogen der Umgebung anpasst“, so Matthias Wohlenberg.

Mit der Farbgebung waren die Ausschussmitglieder insgesamt zufrieden, allerdings sollen in einem vierköpfigen Arbeitskreis, an dem auch Bürgermeister Christian Schlömer teilnimmt, in den nächsten zwei bis drei Wochen noch einige Anpassungen in der Planung vorgenommen werden.

Für Gesprächsstoff sorgte die Ansiedelung eines Hotels in Schönhagen, die vor allem von vielen Bürgern kritisch betrachtet wird. Nachdem sich nach langer Suche schließlich ein möglicher Investor gefunden hatte, hoffte Christian Schlömer auf eine schnelle Planungsphase. „Ich muss immer wieder betonen, dass sich die Investoren nicht gerade um diesen Standort reißen“, sagte der Bürgermeister und wies außerdem auf aktuelle Umfragen unter den Urlaubsgästen hin. „Die Ergebnisse sind repräsentativ und zeigen eindeutig einen Mangel an Gastronomie in der Gemeinde. Unsere Gäste bewerten uns in diesem Bereich mit den Schulnoten Fünf bis Sechs“, betonte er. Er befürchte, auf lange Sicht viele Urlauber zu verlieren. „Wenn wir in der Entwicklung stehen bleiben, hat das negative Konsequenzen für die Gemeinde“, so der Bürgermeister. Forderungen nach einem Restaurant ohne Übernachtungsmöglichkeit wies er entschieden zurück. Jede Gastronomie oder Unterkunft unter 100 Betten sei unwirtschaftlich. In der Vergangenheit habe es immer wieder erfolglose Versuche gegeben, solche Lokalitäten in der Gemeinde zu etablieren. In besonders negativer Erinnerung ist ihm „Das Haus des Gastes“ in Erinnerung geblieben, das von 1994 bis 1998 durch die Gemeinde an Gastronomen verpachtet wurde. „Ein Pächter ist sogar geflohen und hat uns auf den Energiekosten sitzenlassen“, erinnerte sich der Bürgermeister. Er wies darauf hin, dass bezüglich der Planung noch nichts entschieden sei. Dass das neue Hotel mit Restaurant über vier Sterne verfügen soll, sorgte bei den Bürgern für Kritik an dem Vorhaben. Sie befürchten, dass es in Schönhagen an dem entsprechenden Klientel fehlen könnte. Bürgermeister Christian Schlömer wies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Buchungen der Ferienhäuser mit Pool hin, die pro Woche rund 2400 Euro plus Nebenkosten kosten.

Bei der Planung sei noch nichts entschieden, sagte er. „Es geht darum, die grundlegenden Rahmenbedingungen zu klären und mit den Bürgern Gespräche zu führen“, betonte Christian Schlömer. Vorwürfe, ein Eigeninteresse an der Durchführung zu haben, wies er von sich. „Der Ausschuss nimmt die Sorgen der Vermieter der Ferienunterkünfte ernst“, sagte er. „Wenn in der Gemeinde ein Stillstand eintritt, werden uns auf lange Sicht die Gäste weglaufen“, warnte er.

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