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Erfolgreicher Start : Hospizverein schließt Lücke

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Jahr nach der Gründung werden bereits die ersten Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet / Ausbildung der Helfer läuft

Drei Jahre von der Vereinsgründung bis zum Beginn der Arbeit wurden Dr. Friederike Boissevain und Professor Dr. Harald Schöcklmann prognostiziert, als sie im November 2012 den Hospizverein Dänischer Wohld ins Leben riefen. Doch bis zur Ausbildung der ersten Helfer vergingen gerade mal fünf Monate. Ein zweiter Kursus läuft, der dritte startet im April. In dieser Resonanz sieht Boissevain bestätigt, dass es eine Lücke in diesem Bereich gab, die es zu schließen galt.

Das Interesse bei den Informationsveranstaltungen vor einem Jahr in Gettorf und Altenholz sei mit 40 bis 50 Besuchern größer gewesen, als sie es erwartet hätten, sagt Boissevain. 25 Frauen und Männer meldeten sich für eine Ausbildung zum Hospizbegleiter an – derzeit sind 41 Helfer bereits in Ausbildung oder kurz davor. „Das ist für das kleine Gebiet ziemlich gut“, stellte Boissevain fest. Der Altersdurchschnitt liegt bei 45 Jahren. Die Ausbildung umfasst 60 Stunden Theorie sowie ein Praktikum stundenweise über drei Monate bei einem Pflegedienst oder in einem Seniorenheim. Dazu kommen Fortbildungen zu Themen wie Schmerz, Ernährung, Pflege, Trauer, Demenz und Beerdigung. Koordiniert wird die Ausbildung wie auch der spätere Einsatz der Helfer von Dorothea Paulsen, gelernte Krankenschwester und Heilpädagogin. Friederike Boissevain, die gerade eine Ausbildung zur Koordinatorin macht, unterstützt sie dabei. Sie stehen den Hospizbegleitern, von denen acht nach ihrer Ausbildung bereits im Einsatz sind, auch für Gespräche zur Verfügung. Doch seien Supervisionen gar nicht so sehr erforderlich, weil der Zusammenhalt der Helfer untereinander vom ersten Moment an sehr gut gewesen sei, merkt Boissevain an.

Zwar ist der Verein bei den Menschen im Dänischen Wohld gut aufgenommen worden. Doch müsse er mit seinem Angebot noch bekannter gemacht werden, sagt Boissevain, die immer wieder Fragen erreichen, wie die Unterstützung abgerechnet wird. Für die Patienten ist die Begleitung von mindestens drei Stunden in der Woche kostenfrei. Erfüllt der Hospizdienst die Anforderungen von mindestens 15 Helfern im Team, einem fest angestellten Koordinator, einer Existenz von mindestens einem Jahr und kann die Begleitung schwer erkrankter Menschen belegen, so wird er von den Krankenkassen anerkannt und kann Zuschüsse für die Ausbildung der Helfer und die Arbeit der Koordinatorin erhalten. Das strebt auch der Hospizverein Dänischer Wohld an, der sich zurzeit von Spenden und den Beiträgen der 71 Mitglieder finanziert.

Neben der Lücke in der Betreuung von Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt sowie deren Angehörigen haben Boissevain und ihre Vorstandskollegen ein weiteres Defizit ausgemacht, das im neuen Jahr ausgeglichen wird: Im März startet ein Trauercafé für Hinterbliebene. In der Familie oder dem Freundeskreis habe die Trauer über einen längeren Zeitraum oftmals keinen Platz, hat Boissevain erfahren. An jedem ersten Sonntag im Monat werde der Trauer mit dem Café im Gemeindehaus Gettorf Platz gegeben. Von 15 bis 17 Uhr können sich die Menschen bei Kaffee und Kuchen in lockerer Runde austauschen. Dorothea Paulsen steht ihnen als Trauerbegleiterin zur Seite. Es wäre schön, wenn sich Personen fänden, die bei der Organisation – Kaffee kochen, Tische decken – mit anpacken, den Kuchen oder die Blumendekoration spendeten, sagt Boissevain.

Doch damit nicht genug. Interessierte Hospizhelfer sollen für die Begleitung an Demenz Erkrankter fortgebildet werden und anschließend zu bestimmten Zeiten in Pflegeheimen im Wohld zur Verfügung stehen, kündigt die Vorsitzende des Hospizvereins an. Für die Heime sind Palliativausbildungsabende geplant. Darüber hinaus steht das Sammeln von Spenden ganz oben an, um die Arbeit des Vereins fortführen zu können. Ein Fernziel gibt es auch: einen Raum für stationäre Hospizarbeit im Wohld. Denn das Hospiz in Kiel sei mit 16 Plätzen stets voll belegt, so Boissevain. Doch zunächst feiert der Verein am Sonntag sein einjähriges Bestehen.

 

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erstellt am 07.Jan.2014 | 13:44 Uhr

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