Hospizarbeit : „Hospizarbeit muss Freude machen“

Verbreitete gute Laune: die Band „Jazz oder nie“ aus Deekelsen.
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Verbreitete gute Laune: die Band „Jazz oder nie“ aus Deekelsen.

Hospizverein Dänischer Wohld blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück / Gemeinden beteiligen sich an den Kosten für neues stationäres Hospiz

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24. Januar 2017, 06:20 Uhr

Gettorf | Worte des Dankes und der Anerkennung, Jazz und ein selbstgezaubertes Büffet: An die 200 Hospizbegleiter, Freunde und Förderer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen auf Einladung des Hospizvereins Dänischer Wohld am Sonntag im Kubiz in Gettorf zusammen, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und in das neue hinauszublicken. Die Jazzband „Jazz oder nie“ aus Deekelsen versprühte mit Schlager-Jazz der 20er bis 30er Jahre gute Laune. „Es freut uns sehr, dass sie zum vierten Mal der Einladung des Hospizvereins gefolgt sind“, begrüßte die Ärztin und Vereinsvorsitzende Dr. Friederike Boissevain die Gäste. „Ohne die Unterstützung der Gemeinden hätten wir unseren Verein nicht so in der Region etablieren können.“

158 ordentliche und fördernde Mitglieder, 36 Hospizbegleiter und 15 Teams des hospizlichen Besuchshundedienstes „Sanfte Pfoten“ unterstützen den Verein mit Sitz in Gettorf. 135 hospizliche Begleitungen schwerstkranker und sterbender Menschen wurden im vergangenen Jahr übernommen und damit 30 mehr als im Jahr zuvor. Aufgrund der großen Nachfrage wurde beschlossen, einen weiteren Ausbildungskurs zum Hospizbegleiter anzubieten. Wer Interesse hat, kann sich melden.

Dr. Friederike Boissevain dankte allen Hospizbegleitern, den Teams „Sanfte Pfoten“, Förderern, Spendern und Mitgliedern für die vielfältige Unterstützung im vergangenen Jahr. Hinsichtlich der geplanten Errichtung eines stationären Hospizes im Wohld für gut 2,2 Millionen Euro mit insgesamt zehn Betten, von denen mindestens zwei für Kinder reserviert werden, sei man einige große Schritte weitergekommen, stellte sie fest. Alle beteiligten Gemeinden der Amtsbereiche Dänischer Wohld und Dänischenhagen sowie die Gemeinden Altenholz und Altenhof hätten sich bereit erklärt, im Falle einer Realisierung anteilig 14,50 Euro pro Einwohner einzubringen. Angesichts der knappen Kassen sei das eine besondere Leistung.

„Hospizarbeit muss Freude machen“, betonte die Vereinsvorsitzende. Sich der Fragilität des Lebens bewusst zu sein, das sei es auch, was man aus der Hospizarbeit lernen könne. Begleitungen seien nicht immer todtraurig. Begleiter könnten bestätigen, dass auch viel gelacht werde. Durch Begleitungen werde ein Raum geschaffen, in dem alles gesagt werden dürfe. Sie fügte an: „Die Hospizbewegung ist eine gute und notwendige Idee für uns und für alle, die sich an uns wenden und uns ihr Vertrauen schenken.“

Kreispräsident Lutz Clefsen bestätigte das. „Wir verdrängen oft, dass der Tod zum Leben gehört“, sagte er. „Da müssen wir umdenken.“ Er dankte der Vorsitzenden Boissevain für die großartige Initiative. „Ihre Arbeit ist für unsere Gesellschaft wichtig und überfällig. Es wäre dramatisch, wenn wir für Mitmenschlichkeit kein Geld mehr hätten.“

Auch Kurt Arndt, Amtsvorsteher des Amtes Dänischer Wohld, fand lobende Worte. „Was seit der Vereinsgründung und dem Vereinsaufbau von Ende 2012 bis zum heutigen Tage entstanden ist, verdient höchsten Respekt und größte Anerkennung“, sagte er. Umso mehr traditionelle Elemente in der Gesellschaft, wie enge Familienbünde und die Sorge der Generationen füreinander aufgegeben würden, umso mehr werde die jetzt schon sehr wichtige Hospizarbeit an Bedeutung gewinnen. Mit Freude und Stolz stellte er fest, dass alle 13 beteiligten Gemeinden positive Kofinanzierungsbeschlüsse für die Errichtung des stationären Hospizes in Gettorf gefasst haben. Nun gelte es, um Spenden zu werben. „Es gilt, möglichst viele Menschen mitzunehmen, eine große Spendenbereitschaft zu erreichen, wobei das Projekt auch dringend Großspenden brauchen wird.“

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