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Gitarrenrock : Hormes nimmt das Carls im Handstreich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Blues- und Rockgitarrist Dennis Hormes aus Kempen hat mit seiner Band den Showpalast zum Beben gebracht. Er gilt als einer der besten Gitarristen weltweit.

Eckernförde | Mannometer – was da für den Samstagabend im Carls angekündigt war, das hatte es in sich: „Dennis Hormes gilt als einer der besten Gitarristen der Welt. Seine Fingerfertigkeit ist einzigartig und seine Spielweise wird oft kopiert.“ Auf mehr als 16 Jahre Karriere könne er zurückblicken, und schon als 16-jähriger war er Endorser (Fürsprecher, Unterstützer per Vertrag) für Gibson-Gitarren. Und damit der jüngste, den es je gab in der Geschichte dieser Top-Marke. Die, die das gelesen hatten oder ihn vielleicht sogar schon kannten, machten sich auf den Weg ins Carls. Die, die es nicht gelesen hatten, blieben zu Hause. Schade, schön blöd.

Aus dem Bühnennebel tauchen sie auf, die drei Magier des Abends, Dennis Hormes (Gitarre, Gesang), Benny Koch (Drums) und Christoph Terbuyken (Bass). Ohne viel Federlesen wird losgebratzt, rocken und bluesen sie sich durch „Still in love with you“ „Who knows?“ oder „How long?“ und haben den Saal im Handstreich auf ihrer Seite. Vom ersten Song an eine Augenweide ist das Gitarrespiel von Hormes: Federleicht, wie verwachsen, unangestrengt, unaffektiert und damit irgendwie auch elegant, holt der 33-Jährige die Töne aus seiner E-Gitarre, spielt er derbe schnelle Läufe, greift sich mit der anderen Hand in die Bünde. Mal tickt oder klopft er auf das Instrument, mal kratzt er mit dem Plek in die Saiten oder schlurrt mit den Fingern blitzschnell drüber, bereichert den Song um rhythmische Elemente, klöppelt sich Note für Note zu Soundteppichen zusammen.

Das Instrument ist Wachs in seinen Händen. Er bedient es mit einer entspannt besessenen Anmut, die hier in diesem Genre einfach überrascht. Es ist laut, es ist hart, aber es ist auch ruhig – in den Balladen kommt die leicht raue Stimme besonders gut zur Geltung: Sie kann auch melancholisch, klar, schön. Alle drei bekommen nach jedem Stück, nein – nach jedem Solo – begeisterten Beifall; das müssen Fans sein im Carls.

Vielleicht für diese Combo ein bisschen ungewohnt, die vielen Tische mit Stühlen – groß Abhotten ist da nicht, aber sie gibt auch den sitzenden Menschen das Gefühl, dass sie ein tolles Publikum sind. Sympathisch sind die Drei da oben, bescheiden, aber bei ihrer Arbeit mehr als auf Zack. Sie machen Druck, Tempo und brennen mal durch – sie fahren sich aber auch ganz zurück und lassen sich völlig ein auf „Morning Lights“ und eine jaulend-schön schluchzende Gitarre. Eine Zugabe muss sein – da sind sich alle einig, die Hälfte fordert sie im Stehen.

Danach geht das Licht an. Aber so läuft das heute nicht im Carls. Hormes und seine Jungs müssen wieder rauskommen; laute Forderung von weiter hinten: „Fangt noch mal von vorne an!“ Hormes lacht und kontert: „Mit Üben?“ und greift sein Instrument.

Christoph Petermann aus Surendorf ist begeistert. „Ich hab ihn zufällig mal in einem Club in Dortmund gesehen. Das ist jetzt hier das zweite Mal. Ich fand es total gut, als ich sah, dass er jetzt hier auftaucht.“ Er sei selber Musiker, allerdings aus der Folk-Ecke, und fange immer auch ein paar Ideen ein. Sein Sohn, Christoph Junior, fängt gerade an mit E-Gitarre und staunt über Hormes: „Er ist schon ein Derwisch ... mehr als das. Es hat mir echt gefallen.“ Ob er denn immer noch Gitarre spielen wolle? Er lacht. „Jetzt erst recht.“












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