Altenholz : Holtenauer Arkaden als Vorbild

Runder Tisch zur Entwicklung in Stift bringt viele Ideen zur Sprache.

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25. Februar 2013, 09:48 Uhr

Altenholz | Geschäfte mit besonderen Sortimenten in Verbindung mit einer abwechslungsreichen Gastronomie locken so viele Menschen an, dass die Autos manches Mal in Zweierreihen an der Straße stehen - vergessen sind die Zeiten, in denen die Holtenauer Straße auch als Klagemauer bekannt war, weil gefürchtet wurde, der Umsatz sei in den Läden nicht erträglich genug. Eine ähnliche Entwicklung würden sich die Teilnehmer des Runden Tisches zur Stärkung des Ortsteils Stift auch für die dortige Ladenzeile wünschen. Ein Gutachten soll Aufschluss darüber bringen, wie das Ziel erreicht werden kann.

Zur Auftaktsitzung der in der Einwohnerversammlung im Januar geforderten Runde waren 30 Personen in den Ratssaal gekommen - neben Mitgliedern der Gemeindevertretung die Kaufleute aus der Ladenzeile, der Eigentümer der Immobilie Hans M. Weber aus Hamburg und interessierte Bürger. Sie sollte zum einen dazu dienen, Anregungen zum Gutachten, das neben einer Standortanalyse ein Nutzungskonzept und Handlungsempfehlungen beinhaltet, Probleme anzusprechen. Eines ergibt sich aus den vorhandenen Parkplätzen, wie Sascha Berg, Inhaber des gleichnamigen Friseursalons, deutlich machte. "Die bestehenden sind zu eng. Viele Kunden beschweren sich, sie kommen nach dem Einkauf nicht mehr in ihr Auto rein", berichtete Berg. Auch sei die Anzahl nicht ausreichend. Das bestätigte Rainer Jacken, Eigentümer des Herrenhauses. Er gestand, dass er es sich oftmals vornehme, vor der Ladenzeile anzuhalten, um seine Einkäufe zu erledigen, er das dann aber woanders tue, weil er keinen Parkplatz finde. Er war überzeugt, dass es vielen Eltern der 1300 Schüler, die täglich mit dem Auto zur Schule gebracht und von dort abgeholt werden, genauso ergeht. Für Jacken ist es zudem unerlässlich, dass der sky-Markt einen Eingang zum Parkplatz hinter der Ladenzeile bekommt. Das habe er schon prüfen lassen, teilte Marktleiter Michael Krüger mit. Doch sei das wegen unterschiedlicher Höhen des Gebäudes nicht zu realisieren. Die Verwaltung habe das Problem erkannt, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Würden die Pflanzinseln zwischen den Stellplätzen entfernt, könnten die einzelnen Parkflächen von 2,30 auf 2,60 Meter verbreitert und zwei Behindertenplätze mit einer Breite von jeweils 3,50 Metern eingerichtet werden. Die Kosten lägen bei 32 000 Euro. Günstiger würde es, wenn die Bäume nicht umgepflanzt, sondern gefällt würden, so Ehrich. Helga Tewes regte an, nur die Bordsteine an den Pflanzinseln zu entfernen. "Das würde auch Platz bringen. Und die Bäume stehen schon so lange, dass sie nicht eingehen würden", meinte Tewes. Die Verwaltung werde nach einer Lösung suchen, hielt Ehrich fest.

Weiter wurde eine Überdachung des Gehwegs ähnlich den Holtenauer Arkaden vorgeschlagen sowie das Aufstellen eines Hinweisschilds an der Kreuzung Dänischenhagener Straße/Ostpreußenplatz, das die in der Ladenzeile zu findenden Geschäfte nennt und auf sie aufmerksam macht. FDP-Gemeindevertreter Jens Ruge hielt das für eine hervorragende Idee und wollte das Schild sogar noch weiter Richtung Klausdorf aufgestellt wissen. Büroleiter Jens Becker gab zu bedenken, dass Schilder unproblematisch sind, wenn sie - wie beim Ärztehaus - in unmittelbarer Nähe zum Betrieb stehen. "Wenn es von der Stätte der Leistung auf ein anderes Grundstück geht, wird es kompliziert", so Becker. Doch auch dieser Vorschlag wird geprüft.

CDU-Fraktionschef Jürgen Schlüter warb dafür, bei allen Überlegungen nicht am Ende des Ostpreußenplatzes aufzuhören nachzudenken. Aldi habe angeboten, auf seinem Gelände mehr zu machen, erinnerte Schlüter. "Ich möchte nicht nur Einzelmaßnahmen für das bestehende Skelett diskutieren. Ich möchte, dass auch über das Skelett nachgedacht wird", so Schlüter. Anke Petersen, Inhaberin des Zeitschriften und Bücherhandels, warnte davor. "Wenn nach der Sparkasse auch noch sky weggeht, ist die Ladenzeile tot. Wenn es eine große Lösung gibt, dann eine, bei der wir alle rüber gehen", forderte Petersen.

Auch ein Aufstocken der Ladenzeile um eine zweite Etage für Wohnungen oder Praxen wurde genannt. Auf die Frage, ob er als Investor dafür auftreten würde, zeigte sich Weber reserviert. Das Mietniveau seit derzeit bei weitem nicht mehr lohnenswert. Ein Fachmann müsste das kalkulieren, bevor er eine Aussage dazu treffen könne.

Für das Gutachten mit allen dazugehörigen Schritten benötigt die Cima Beratung- und Management GmbH acht bis zehn Wochen. Die Ergebnisse werden auch im Runden Tisch vorgestellt und diskutiert.

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