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Suche nach dem Kino-Standort : Hohes Potential, viel Zeit und hohe Kosten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zwei Anträge zum Kinostandorte sorgen für intensive Debatte und offene Aussprache

Die Debatte um den Kino-Standort nahm die befürchtete Richtung, am Ende fand sich keine Mehrheit für Skaterpark oder Bahnhofsgelände (siehe Seite 7). Als neue Alternative schälte sich jedoch auf Vorschlag der SPD der Grüner Weg heraus, der genug Platz bietet, gut anfahrbar ist, zwar noch weiter vom Zentrum entfernt ist als der Skaterpark im Schulweg, aber zumindest über den Fußgängertunnel eine Anbindung zur Kieler Straße Süd hat.

Wichtige Impulse kamen von Sören Vollert (Grüne) und Thorsten Peuster (Bürger-Forum). „Eigentliches Ziel bei der zentrumsnahen Kinoansiedlung sei die Stärkung der Innenstadt, sagte Vollert. Ein Kino am Skaterpark würde ein „Auto-Kino“ werden, die Besucher gingen von dort nicht in die Restaurant und Kneipen in der Innenstadt. Idealer Standort sei der Bahnhof. Nach vier Kino-losen Jahren dürfe zwar „keine Zeit mehr verdödelt“ werden, „aber wir sollten jetzt nicht alle städtebaulichen Ziele über Bord werfen, nur weil ein Investor vor der Tür steht. Der Bahnhof muss nochmal untersucht werden.“ Dafür müsse man sich notfalls ein halbes Jahr nehmen. Man müsse prüfen, „ob links, rechts und rundherum“ ein Kino entstehen kann. „Und wenn es kleiner ist, dann ist es so. Erst kommt die politische Zielrichtung, dann der Investor.“ Vollert bezweifelte, ob ein Kino in Eckernförde unbedingt fünf Säle mit 700 Plätzen haben müsse. „Eckernförde bezieht sein Flair durch Kleinteiligkeit, vielleicht reichen auch drei Säle.“ Ralf Thomsen, Kinobetreiber aus Heide , der einst Interesse an der Willers-Jessen-Schule hatte, war mit einen zustimmenden Zwischenruf zu hören.

Thorsten Peuster vom Bürger-Forum fand Gefallen sowohl am Standortvorschlag Skaterpark als auch am Antrag von SPD, Grünen und Linken, das Bahnhofsareal auch zum Kinostandort zu machen. „Ich könnte sowohl dem einen wie dem anderen Antrag zustimmen. Wir wollen doch eigentlich alle das gleiche, die Entwicklungen schließen sich nicht aus, wenn man im Schulweg jetzt das Kino bauen würde und alles andere in einem zweiten Schritt umsetzen würde“, sagte Peuster. Damit drehte er die Debatte in eine neue Richtung. Zustimmung gab es dafür von Bürgermeister Jörg Sibbel. Inhaltlich berge der interfraktionelle Antrag „ein enormes Potential“. Auf der anderen Seite nehme eine übergeordnete, städtebauliche Zielplanung „eine gewisse Zeit“ in Anspruch. Sibbel sprach von einem möglichen Zeithorizont von einem Jahr und Planungskosten im „sechsstelligen Bereich“. „Eigentlich könnte man beide Anträge nebeneinander stehen lassen, wenn wir das Kino aus dem interfraktionellen Antrag herausnehmen.“

Katharina Heldt (CDU) witterte Morgenluft: „Warum nicht das eine und das andere, warum kann nicht beides parallel laufen?“, fragte sie und sprach von einer „goldenen Brücke“, die der Bürgermeister gebaut habe. Auch Georg Bicker (CDU) wollte „zweispurig fahren“, den Bebauungsplan Kino- und Einkaufszentrum am Skaterpark beschließen und am Bahnhof weiter prüfen. Beides parallel laufen lassen, das sei vernünftig, meinte auch Sören Vollert (Grüne). Man müsse Investoren auch entsprechende Angebote machen und dürfe nicht darauf warten, dass sie auf die Stadt zukämen, riet er zu einer offensiveren Planungs- und Vermarktungsstrategie. Man solle am Bahnhof zügig mit der Zielplanung beginnen und dann sehen, ob ein Kino am oder rund um den Bahnhof möglich sei. Einzelprojekte könnten im Gesamtzusammenhang auch modulhaft umgesetzt werden.

Bürgermeister Sibbel wies auf die frühzeitige Benennung der städtebaulichen Ziele im Bauleitverfahren hin. Zum „ehrlichen Umgang mit den Bürgern“ gehöre auch, ihnen zu sagen, dass ein Kino rund um den Bahnhof „nicht zeitnah“ entstehen könne. Das notwendige Gutachterverfahren nehme wie bei der Nooröffnung viel Zeit in Anspruch, hinzu kämen dann noch die B-Pläne.

Ausschussvorsitzender Matthias Huber (Bürger-Forum) brachte noch einen Änderungsantrag zum interfraktionellen Antrag Bahnhof ein. Die Kopplung Stadthalle und Kino sei eine Überlegung wert. Huber stellte die Sinnhaftigkeit einer Stadthallensanierung für rund 6 Millionen Euro in Frage und würde das Geld lieber in einen Neubau mit Kino an anderer Stelle stecken. Den jetzigen Stadthallen-Standort am Exer könne man vermarkten. Huber beantragte eine Prüfung, ob die Kombination Stadthalle-Kino im Bereich Lornsenplatz, Reeperbahn, Norderhake und B 76 machbar und sinnvoll sei. Kostenmäßig könne man sich ja die Verschwenkung der Reeperbahn sparen und dafür eine neue Stadtbücherei bauen. Der Bürgermeister hielt dagegen, eine erneute Prüfung der Standorte würde keine neuen Erkenntnisse bringen. Wo ein Kino mit Einkaufszentrum möglich sei, funktioniere auch ein Kino mit Stadthalle.

Sibbel wies darauf hin, dass im Falle des Grünen Wegs ein Ersatz für die 500 gebührenfreien Parkplätze geschaffen werden müsse. Die Frage sei wo und zu welchem Preis? Allein das neue Parkhaus an der Noorstraße mit 180 Stellplätzen koste die Stadtwerke 3 Millionen Euro.

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erstellt am 04.Mär.2016 | 06:17 Uhr

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