Sparclub vorerst gerettet : „Hohe Kant“: Es wird weiter gespart

Kommt frischer Wind in den Vorstand?  (v.r.) Uwe Groß und Julia Nikitin wollen Verantwortung übernehmen. Dieter Lehmann, Jan Reeps und Sonja Kruse freuen sich über die Unterstützung.
Kommt frischer Wind in den Vorstand? (v.r.) Uwe Groß und Julia Nikitin wollen Verantwortung übernehmen. Dieter Lehmann, Jan Reeps und Sonja Kruse freuen sich über die Unterstützung.

Das Aus des Sparclubs Hohe Kant wurde vorerst abgewendet.

shz.de von
09. September 2018, 17:00 Uhr

Waabs | Das ging noch einmal gut, der Sparclub „Hohe Kant“ in Waabs bleibt vorerst bestehen. Mehrheitlich stimmten die Mitglieder gegen die Auflösung.

Die Lust auf die Gemeinschaft und ein gutes Miteinander waren nach dem Krieg groß. Für 24 Bürger aus Großwaabs war es 1952 der Startschuss für die Gründung des Sparclubs Hohe Kant. Schnell wuchs „Hohe Kant“ zu einem der größten Sparclubs in Schwansen heran.

Auch heute noch erfreuen sich 192 Sparer an ihren Guthaben in den zwei Sparkästen, die im Edeka Markt Vogelsang Grünholz hängen. Aber der Zahn der Zeit nagt am Verein. Das Sparen ist zwar nach wie vor beliebt, nahezu alle Fächer der Sparkästen sind belegt, es wird aber immer schwieriger, den ehrenamtlichen Vorstand zu besetzen. Es mangelt an aktiven Mitgliedern, beklagt der Vorstand um den Vorsitzenden Dieter Lehmann, seinen Vertreter Jan Reeps und Kassenwartin Sonja Kruse. Sie haben die Alarmglocke läuten lassen und zur außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen. Zentrale Frage des Treffens, an dem 28 Sparer teilnahmen: Kann der Sparclub weiter bestehen oder droht nach 66 Jahren das Aus? Der Frust der Aktiven ist groß, Jan Reeps fasste es zusammen: „Es ist schon Schikane, wenn Sparer 50 Euro in Zwei-Euro-Stücken einwerfen.“ Nicht nur das Zählen sei erschwert, es nehme auch viel Zeit in Anspruch. „Uns fehlt die Anerkennung und die Wertigkeit dieses Ehrenamtes“, sagte er. Das werde auch bei Festivitäten deutlich. Geringe Teilnahme und wenn, dann wird schon beim Essen nach der Ausgabe der Tombola verlangt, um gleich wieder zu gehen – nichts mehr mit Geselligkeit und Gemeinschaft.

Vorsitzender Dieter Lehmann: „Uns fehlt eine zündende Idee, die Vereinsmitglieder aktiv mit ins Boot zu nehmen.“ Lehmann betonte, dass er für eine neue Wahlperiode als Vorsitzender nicht mehr bereit stünde. Derzeit hat Lehmann auch den Posten des plötzlich verstorbenen Joachim Keßler übernommen.

Frischen Wind könnten Julia Nikitin (36) und Uwe Groß (48) in den Verein bringen, sie erklärten sich bereit, für die Vorstandsposten zu kandidieren. Dringend wird ein weiterer „Entnehmer“ der Sparkästen gesucht. Am Ende stimmten von den 28 anwesenden Mitgliedern 13 für das Weiterbestehen des Sparclubs Hohe Kant Waabs, es gab acht Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen.

>Weitere Informationen unter Tel. 04352-5031.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen