Hohe Hürden fürs Gewerbegebiet

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20. November 2013, 06:30 Uhr

Die Interessenten für das schon einige Zeit in Revensdorf geplante kleine Gewerbegebiet Fürst-Koppel am Ortsausgang rechts Richtung Holtsee müssen sich weiter gedulden. Eigentlich sollte in der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde am Montag in Großkönigsförde der Entwurf und die Auslegung des Bebauungsplans beschlossen werden. Doch die Sachverständigen Bernd Dörries vom Ingenieurbüro für Akustik Busch aus Kronshagen, Stadtplaner Oliver Kühle vom Büro B2K aus Kiel und Ingenieur Peer Hansen vom Büro eds-planung aus Gettorf zeigten eine ganze Reihe von Problemen auf, die die Gemeinde dort zu lösen hätte.

Dazu zählen der Schallschutz wegen der benachbarten Wohnbebauung, die Problematik der Erschließung und die Frage, wie viel Geld die Gemeinde bereit ist auszugeben, um das mit etwa 5000 bis 6000 Quadratmetern recht kleine Gewerbegebiet zu verwirklichen. „Wir werden hier heute Abend keinen Beschluss fassen können“, sagte der Bauausschussvorsitzende Otto Gravert (FWGL). Bernd Dörries, zuständig für das Schallschutzgutachten, erläuterte, wo das Problem liegt. Da nördlich und südlich der neuen Gewerbefläche Wohnhäuser stehen, liegt der Richtwert für Lärm in dem im Flächennutzungsplan als Mischgebiet ausgewiesen Bereich von 6 bis 22 Uhr bei 60 dB (Dezibel), nachts bei 45 dB. Allein die Anlage der Raiffeisen HaGe gegenüber, in der im Sommer 24 Stunden lang Lüfter und Kühlanlagen laufen, verursacht so viel Lärm, dass in dem neuen Gewebegebiet nur noch wenig erzeugt werden dürfte. „Das schränkt die Nutzbarkeit sehr stark ein“, so der Gutachter. „Vom Nachtbetrieb können Sie sich dort verabschieden.“ Ein Lärmschutzwall müsste 3,50 bis 4 Meter hoch sein, damit er wirkt. Oliver Kühle wies zudem darauf hin, dass die bestehende 20 Meter Anbauverbotszone entlang der Landesstraße – falls die L44 irgendwann einmal ausgebaut werden müsste - lediglich zur Erschließung, für Stell- oder Lagerflächen genutzt werden dürfe. Hochbauten sind dort nicht erlaubt. Abzüglich des Knicks mit Knickschutzstreifen im hinteren Bereich würden nur noch etwa 4500 Quadratmeter nutzbare Gewerbefläche bleiben, für die der Entwurf zwei Gewerbegrundstücke, eins mit 2500 und eins mit 2000 Quadratmetern vorsieht. Als kostengünstige Erschließung schlug Oliver Kühle nur eine Einfahrt vorne mit starker Linkskurve und Wendeanlage für Müllfahrzeuge vor. Die Baukosten für die Erschließung über eine 5,50 breite Straße ohne Borde mit kleinem Wendehammer schätzte Ingenieur Peer Hansen dennoch auf grob 375 000 Euro. Dazu kämen Kosten für Planung und Gutachten.

Die hohen Kosten erschreckten. Denn mehr als 35 bis 40 Euro pro Quadratmeter für Gewerbeflächen im ländlichen Raum könne man nicht nehmen, meinte Bauamtsleiter Sönke Jacobsen. Möglichst bis zur Finanzausschusssitzung am 3. Dezember sollen die Planungskosten ermittelt und genaue Kosten für mögliche Erschließungsvarianten vorliegen.


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