Hoffnung auf Rettung von außen

Eine schnelle Übergangslösung wäre für Anett Konopka und ihre Ladengemeinschaft die Rettung.
Eine schnelle Übergangslösung wäre für Anett Konopka und ihre Ladengemeinschaft die Rettung.

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09. Juli 2015, 06:46 Uhr

Der Brand in der St.-Nicolai-Straße 11 hat vergangene Woche die Innenstadt erschüttert: In der Dachgeschosswohnung brach vermutlich aufgrund eines technischen Defekts ein Feuer aus. Die oberen Stockwerke sind seither völlig unbewohnbar. Im Erdgeschoss, wo sich ein Friseur und das Wohngeschäft „Meerwerk“ befinden, ist es aber nicht der Brandschaden, der dem Gemäuer zu schaffen macht, sondern das Löschwasser, das einmal komplett durch das Haus gelaufen ist.

Das etwa 200 Jahre alte Lehmhaus hat sich mit Wasser vollgesogen und muss nun vollständig saniert werden. „Anfang der Woche wurden wir vom Vermieter darüber informiert“, sagt Anett Konopka von der vierköpfigen Ladengemeinschaft, die das Geschäft „Meerwerk“ betreibt. „Wir hatten die Hoffnung, dass es auch anders geht.“ Seit 2011 bieten sie in dem Geschäft individuelle Wohnaccessoires aus Leder oder Treibholz, Recycling-Kunst und Schmuck an. Alles in Eigenarbeit gefertigt.

„Wir haben den Laden so gestalten können, wie wir es wollten, und entsprechend viel Arbeit und Energie hineingesteckt.“ Das mache auch seinen Charme aus. Innerhalb der vier Jahre haben sie bereits eine Stammkundschaft aufbauen können, der das „Meerwerk“ auch als Treffpunkt diente. Umso stärker hat die Ladengemeinschaft nun der Brand getroffen.

Wie lange die Sanierungsarbeiten dauern werden, habe der Vermieter bisher offen gelassen, so Konopka. „Solange ruht der Mietvertrag.“ Für Konopka und ihre Geschäftspartner aber steht fest, dass sie anschließend wieder in die St.-Nicolai-Straße 11 zurückkehren wollen. „Dafür nehmen wir auch in Kauf, dass wir den Laden wieder komplett in unserem Stil herrichten müssen.“

Bis es soweit ist, sucht die Ladengemeinschaft jedoch nach einer Übergangslösung, um möglichst schnell wieder den Laden öffnen zu können. „An dem Geschäft hängen vier Existenzen“, so Konopka. Sofern es irgend möglich ist, würden sie daher schon zum 1. August neue Räumlichkeiten beziehen. „Rechtzeitig zur Hauptsaison ist unser Lager voll.“ Direkt nach dem Brand haben sie den Laden bereits räumen müssen, so dass die Waren nun totes Kapital seien.

Die Zwischenmiete eines innenstadtnahen Ladens oder aber auch ein Container oder ausgedienter Bauwagen, die im Innenstadtbereich aufgestellt werden, wären Lösungen, die sich Konopka und ihre Ladengemeinschaft vorstellen können. Dafür wollen sie auch an die Stadt herantreten und um Hilfe bitten. „Wir sind zuversichtlich, dass es mit dem Laden weitergeht, aber wir brauchen jetzt die Hilfe von außen“, sagt Konopka. Mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit zu treten, sei ein erster Schritt. „Das soll ein Solidaritäts- und Hilferuf an die Eckernförder sein.“

>Wer dem Geschäft „Meerwerk“ helfen möchte, kann sich an Anett Konopka wenden. Kontakt: meerwerk11@googlemail.com oder Tel. 0174/7344683.

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