brandanschlag : Höxmark – Strohpuppe in Brand gesteckt

Noch vor kurzem präsentierten die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Höxmark stolz die selbstgebaute Strohpuppe – Unbekannte steckten sie in der Nacht zu Mittwoch in Brand.
Noch vor kurzem präsentierten die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Höxmark stolz die selbstgebaute Strohpuppe – Unbekannte steckten sie in der Nacht zu Mittwoch in Brand.

Im Garten vor der Flüchtlingsunterkunft in Höxmark steckten Unbekannte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch eine Strohpuppe in Brand. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

shz.de von
08. Mai 2015, 05:14 Uhr

BRODERSBY Unbekannte steckten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vor der Flüchtlingsunterkunft Höxmark eine Strohpuppe in Brand. Mit Unterstützung des Willkommenskreises hatten die Bewohner vor zwei Wochen Figuren aus Stroh hergestellt, die einen Blickfang im Garten bieten sollen. Neben einem Hund und einem Hasen auch eine lebensgroße Strohpuppe, die nach Aussage der Bewohner nachts um 2 Uhr plötzlich Feuer fing. Da das Stroh aufgrund vorheriger starker Regengüsse durchnässt war, erlosch das Feuer von selbst – ein Eingreifen der örtlichen Feuerwehr war nicht nötig. Sowohl die Kriminalpolizei in Eckernförde als auch in Kiel haben die Ermittlungen aufgenommen.

Die Bewohner informierten René Kinza, Leiter des Ordnungsamtes des Amtes Schlei-Ostsee, über den Vorfall. Dieser wendete sich sofort an die Polizei, mit der er noch am selben Tag vor Ort war. Da ein technischer Defekt der Straßenlaterne, an der die Strohpuppe befestigt worden war, schnell ausgeschlossen werden konnte, wurde nach anderen Brandursachen gesucht. „Man konnte noch Benzingeruch am Strohhund wahrnehmen“, erklärt Kinza, „so dass wir davon ausgehen, dass die Täter einen Brandbeschleuniger benutzt haben.“ Aus diesem Grund habe die Polizei das Feuer als Brandanschlag eingestuft, so Kinza.

Auf die Frage nach möglichen Brandursachen sagt der Ordnungsamtsleiter: „Das kann alles Mögliche gewesen sein.“ Er sei sich ziemlich sicher, dass es niemand aus der Umgebung sei. „In der Bevölkerung haben die Flüchtlinge einen guten Stand.“ Auch aus den Reihen der Flüchtlinge selbst schließe er einen Täter aus, so Kinza. Aber die Verwaltung nehme das genauso ernst wie die Polizei.

Als erste Sicherheitsmaßnahme hat Kinza ab sofort ein Wachdienst vor Ort angeordnet. Beamte der Polizeistation Damp werden verstärkt Kontrollfahrten in Höxmark unternehmen.

Empört und enttäuscht reagiert der Bürgermeister der Gemeinde, Christian Schlömer, auf den Brandanschlag. „Eine große Sorge befällt mich angesichts dieses Vorfalls“, sagt Bürgermeister Schlömer, „es ist für uns als Gemeinde absolut nicht tolerierbar.“

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