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neue nachbarn : Höxmark empfängt erste Flüchtlinge

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vertreter des Willkommenskreises, des Amtes und der Gemeinde begrüßen die ersten 18 Bewohner der Sammelunterkunft in dem ehemaligen Altenheim in Höxmark. 23 Zimmer stehen für maximal 46 Personen zur Unterbringung bereit.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2015 | 06:01 Uhr

Die Willkommenskultur für die Begrüßung und Integration von Flüchtlingen wird in Schwansen groß geschrieben. „Das ist nur gemeinschaftlich mit allen Beteiligten, Amt, Gemeinde und Ehrenamtlichen, zu regeln“, erklärt René Kinza, Leiter des Ordnungsamtes des Amtes Schlei-Ostsee. Das Amt rechnet laut Zuweisung des Kreises in diesem Jahr mit der Zuweisung von 120 bis 140 Asylbewerbern – die bisherige Quote lag bei 74. Da im vergangenen Jahr bereits 66 Menschen im Amtsbereich unterzubringen waren, stand man vor der Aufgabe, neuen Wohnraum zu schaffen. Mit der Anmietung eines ehemaligen Altenheimes im Brodersbyer Ortsteil Höxmark hat das Amt Wohnmöglichkeiten für maximal 46 Personen gefunden. Gestern Nachmittag haben die ersten Flüchtlinge ihre Zimmer bezogen. Mit einem Bus kamen 18 Asylbewerber von der Aufnahmestelle Neumünster nach Höxmark, wo sie von Bürgermeister Christian Schlömer, René Kinza, seinem Stellvertreter Carsten Schiller, und Niels Tippe vom Willkommenskreis empfangen wurden.

Es handelt sich um neun Einzelpersonen aus Syrien, ein Flüchtling aus dem Jemen, eine Familie mit einem Kind (ein Jahr) aus Mazedonien, ein Paar aus Albanien und eine Familie mit einem vier Monate alten Baby aus Serbien, die von Volker Schimkus, Sozialarbeiter des Amtes, begleitet wurden. Helle, frisch renovierte Zimmer erwartete die Flüchtlinge, jedes ausgestattet mit einem eigenen Kühlschrank, einem Fernsehgerät, einem Bad und einem Ausgang nach draußen mittels einer eigenen Terrassentür . Eine Erstausstattung mit Bettdecken- und wäsche, Töpfen, Tellern und Besteck lag für jeden bereit. Diese Ausgaben belaste die Amtskasse mit einem „hohen fünfstelligen Betrag“ beziffert Kinza die Kosten. Dagegen sei die Miete mit einem Preis unter den ortsüblichen sechs Euro pro Quadratmeter vergleichsweise günstig. Das Haus ist zunächst für fünf Jahre gemietet.

Die Raumgrößen variieren von 16 bis 30 Quadratmetern, so dass auch Familien mit mehreren Kindern problemlos untergebracht werden können. 23 Zimmer stehen zur Verfügung – mit der Gemeinschaftsküche, in der vier Herde stehen, dem Aufenthaltsraum und ehemaligen Speiseraum des Altenheimes sowie den Fluren sind es über 700 Quadratmeter. „Es handelt sich um die größte Unterbringung im Amtsbereich“, so Kinza.

Eine echte Herausforderung für den kleinen Ortsteil mit 35 Einwohnern, was den Umgang mit den neuen Nachbarn betrifft. Umso mehr begrüßen der Ordnungsamtsleiter Kinza und Bürgermeister Schlömer, dass sich in Brodersby ein Willkommenskreis gebildet hat, in dem sich Ehrenamtliche für die Begleitung und Integration der Flüchtlinge engagieren.

Einer der Mitglieder ist Elsbeth Müller. Nach der gestrigen Begrüßung und den ersten notwendigen Lebensmitteleinkäufen ist morgen Nachmittag bereits ein erstes lockeres Treffen bei den Flüchtlingen geplant. „Ein Willkommensbrief in mehreren Sprachen soll bei der ersten Orientierung helfen“, so die Gemeindevertreterin Müller. 50 Helfer haben sieben Arbeitsgruppen gebildet, um alle Themen abzudecken. In naher Zukunft ist ein wöchentlicher Fahrrad Workshop vorgesehen. Mit den Rädern können die Flüchtlinge den Bäcker und den A&O Laden im nahen Karby erreichen. Bereits am Donnerstag ist das erste gemeinsame Treffen von Mitgliedern des Willkommenskreises und Asylbewerbern im Gemeindehaus Karby geplant, um Möglichkeiten der Unterstützung auszuloten.

Die gute Seele im Haus ist René Hachulla. Der Fleckebyer ist als mobiler Hausmeister für die Betreuung aller Flüchtlingsunterkünfte des Amtes zuständig und wird zu Beginn jeden Tag im Haus als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.In der nächsten Woche werden acht weitere Asylbewerber in Höxmark aus Afghanistan, dem Irak und dem Kosovo erwartet.

Spenden, wie Fahrräder, Ersatzteile, Fahrradanhänger, Packtaschen, Bobbycars, Boller- und Kinderwagen, werden dringend benötigt. Kontakt: Peter Sauer, Tel. 04644 /893


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