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„Hölp bruukt keen lude Marktbölken na buten“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Acht Neuaufnahmen bei der Generalversammlung der Beliebung / Ehrennadel für Otto Schlotfeldt

von
erstellt am 04.Jun.2015 | 13:01 Uhr

„Schafft he dat oder schafft he dat nich?“ Die von Hermann Wolter jedes Jahr auf der Generalversammlung der Eckernförder Beliebung von 1629 gestellte Frage mehr rhetorischer Natur. Beim traditionellen Aufnahmeritual von neuen Mitgliedern müssen diese den mit Malzbier gefüllten Willkomm-Pokal in einem Zug leeren. Letzten Endes schafft es jeder – auch die, bei denen der Pokal randvoll ist. Die Mitgliedschaft ist Ansporn genug.

Gestern waren es acht neue Mitglieder, die sich dem Ritual unterzogen, darunter auch Heiko Gauert, Baas der Plattdüütsch Gill Johann-Hinrich Fehrs, Rhodos-Wirt Sefko Feratosci und Polizist Johannes Petersen. Ebenso: Dieter Tamms, Uwe Schlender, Siegfried Braun und Maxim Gassmann. Sie alle meisterten die Trinkprobe mit Bravour, einzig Gerd Möller benötigte extra lang. Als alter Freund von Gildebeisitzer Hermann Wolter hatte dieser ihm einen besonders vollen Pokal zugesagt und ihm im Anschluss scherzhaft mit auf den Weg gegeben: „Das war kein Kampf, das war Genuss.“ Als Frauen wurden Bärbel Hoffmann, Ingrid Erichsen und Gitta Braun aufgenommen.

Viele Gäste richteten ihr Wort an die Versammlung: Bürgervorsteherin Karin Himstedt dankte „für alles, was die Gilde im Stillen tut“ und spielte auf ihren Beinamen „Stille Gilde“ an, weil sie im Hintergrund, also ohne Aufhebens, für soziale Zwecke spendet. Sie hob die enge Zusammenarbeit der Gilden in Eckernförde hervor, die durch das Pflanzen einer Gildeeiche am Steindamm symbolisiert wurde. „Vielleicht haben wir bald nicht nur eine Gildeeiche, sondern auch einen Gildeplatz am Steindamm“, spielte sie die geplante Nooröffnung an. „Ich werde diese Idee auf jeden Fall mit ins Rathaus nehmen. Das wäre ein sehr guter Standort, um ein Zeichen zu setzen.“

Auch Kreispräsident Lutz Clefsen lobte die Harmonie unter den Gilden als etwas Besonderes, worauf sogleich Lorenz Marckwardt, Vorsitzender der Borbyer Gilde, mit launigen Sprüchen einging: „Wenn de Kreispräsident schnacken deit, dat is’n feine Saak, dann mutt he ook’n beten dato bistüern.“ Er forderte mehr finanzielle Unterstützung von Stadt und Kreis als „’n beten Salt in de Supp“, da die Feierlichkeiten von Jahr zu Jahr immer teurer würden. Er nehme den Kreispräsidenten beim Wort, der ihm versprochen habe, im nächsten Jahr bei der Feier dabeizusein.

Eine Übersetzung des Beliebungs-Wahlspruchs „Drum fahret fort und tragest einer des anderen Last“ erfolgte durch Heiko Gauert: „Sodennig maakt wieder und dräägt elkeen den Packen vun den annern.“ Er verdeutlichte mit dem Gedicht „Threnen des Vatterlandes“ aus dem 1636 von Andreas Gryphius, unter welchen Kriegsleiden die Bevölkerung zur Gründungszeit der Beliebung zu leiden hatte. Umso mehr würdigte er den Gedanken der Gilde, still zu helfen. „Hölp bruukt keen lude Marktbölken na buten.“

Bei den vielen Reden kamen aber auch die Regularien nicht zu kurz: So wurden Klaus-Peter Holst als Ältermann und Hermann Hinrichs als Beisitzer einstimmig wiedergewählt. Mit einer Überraschung wartete der Vorstand für den Gildeschreiber Otto Schlotfeldt auf: Für seinen „unermüdlichen Einsatz für den Gedanken der Gilde und sein enormes Organisationstalent“ erhielt er die Ehrennadel. „Du bist stets eine gute Seele und ein guter Freund“, sagt Klaus-Peter Holst. „Ohne Dich wäre Vieles nicht möglich gewesen.“

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