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Kinderstadt eckernförde : Hochzeiten und Notfälle bei Ecktown City

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kinderstadt Eckernförde schließt nach einer ereignisreichen Woche für dieses Jahr ihre Pforten. Die Organisatoren und die kleinen Bewohner ziehen eine positive Bilanz.

Zu den Klängen ihrer Hymne „Wir bauen eine Stadt für dich“ versammelten sich gestern die 168 jungen Büger von Ecktown City, der Kinderstadt, ein letztes Mal gemeinsam mit Bürgermeister Jörg Sibbel und ihren Eltern vor der großen Bühne, um eine ereignisreiche letzte Ferienwoche Revue passieren zu lassen.

Die Schüler im Alter von acht bis zwölf Jahren hatten in den letzten fünf Tagen unter Anleitung eines ehrenamtlichen Teams den Ernst des Lebens auf spielerische Weise geprobt und erlebten neben Spaß und Gemeinschaft auch Verantwortung und große Herausforderungen.

Immer wieder wurde das alltägliche Geschehen durch unvorhersehbare Ereignisse wie Banküberfälle, Krankentransporte und Brände gestört. Außerdem kam es dank des typisch norddeutschen Wetters zu Beginn der Woche zu erheblichen Komplikationen mit den Zelten, sodass der Arbeitsmarkt kurzzeitig einbrach.

Doch die Kinder ließen sich nicht entmutigen und meisterten alle Aufgaben mit einem beeindruckenden Maß an Zusammenhalt und Kompromissbereitschaft.

Auch die diesjährige Bürgermeisterin Katharina Dushe (11) hatte es bei der Ausübung ihres Amtes nicht immer leicht. Bestechungsvorwürfe verliehen ihrer glamourösen Hochzeit mit Viktoria Paassch (11) eine bittersüße Note. In der vergangenen Woche habe es viele schöne Momente gegeben, manche Aufgaben seien jedoch schwer zu bewältigen gewesen, räumte sie ein. Sie habe viele Entscheidungen selbstständig treffen müssen, allerdings seien die anderen Kinder sehr zuvorkommend und respektvoll gewesen. Auf die Frage nach einer erneuten Kandidatur im kommenden Jahr antwortet sie mit großer Ernsthaftigkeit: „Ich möchte auch anderen die Chance geben, sich als Bürgermeister oder Bürgermeisterin zu beweisen.“

Neben all den Tücken des Alltags gab es für die Bürger auch viel Gelegenheit zur Freude. Insgesamt fanden vier Hochzeiten statt, die von allen gemeinsam auf dem großen Vorplatz zelebriert wurden. Viele persönliche Highlights machten die Woche unvergesslich.

Das Projekt, das von Simone Staack-Simon und Wilfried Lüthge ins Leben gerufen wurde, kann seit seiner Gründung vor drei Jahren auf stetig ansteigende Teilnehmerzahlen zurückblicken. Im nächsten Jahr würde Wilfried Lüthge gerne 170 Kinder in der einzigartigen Stadt begrüßen, allerdings seien damit dann wohl auch alle Kapazitäten ausgeschöpft. Ansonsten könnten keine Erwerbstätigkeit und ideale Betreuung der Kinder gewährleistet werden. Alternativ müssten sich weitere Sponsoren finden, da sich Ecktown City vollständig aus Spenden finanziert.

Simone Staack-Simon, die für die Schüler eine wichtige Ansprechpartnerin in Krisensituationen war, freute sich über den friedlichen Ablauf der Veranstaltung. Von Seiten der Eltern und ihrer Sprösslinge habe es bisher nur positive Rückmeldung gegeben, erzählt Staack-Simon.

Das Projekt ist ein spannendes pädagogisches Experiment, dessen Fortsetzung im nächsten Jahr mit Wohlwollen und Neugier erwartet werden darf.

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