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Einbrüche : Hochkonjunktur für lichtscheue Gestalten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Winter steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche jedes Jahr an – vom 25. Dezember bis 6. Januar zählte die Polizei allein 27 Taten inklusive Einbruchsversuchen. Die Polizei rät zu viel Licht und wachsamer Nachbarschaft.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 07:16 Uhr

In der dunklen Jahreszeit sind sie besonders beschäftigt: Einbrecher nutzen die frühe Dämmerung, um in Häuser einzudringen und nach Wertsachen zu suchen. Sie waren in Windeby unterwegs und in Kosel. Auch in Goosefeld hat es in der jüngsten Vergangenheit eine Einbruchserie gegeben. Zum Teil sind ganze Banden unterwegs, manchmal nur Einzeltäter. Auch Häuser in Eckernförde nehmen sie sich vor.

Für die Kriminalpolizei in Eckernförde sind diese Vorfälle nichts Besonderes, auch wenn in der Langzeitstatistik ein Anstieg der Haus- und Wohnungseinbrüche verzeichnet wird. Besonders in der Dämmerung sind jetzt die Einbrecher unterwegs. „Dann herrscht noch viel Bewegung auf den Straßen“, erklärt Robert Biesel, der als Sachgebietsleiter II bei der Kriminalpolizei Eckernförde für Einbrüche, Betäubungsmitteldelikte und Raub zuständig ist. „Den Nachbarn fällt nicht auf, wenn Bewegung auf dem Grundstück ist.“ Hinzu komme eine günstige Wetterkonstellation: kein Schnee, der Mondlicht oder Straßenlaternen reflektiert. Stattdessen viel Regen, der jede Spur verwischt.

Die Feiertage haben gezeigt, dass Einbrecher die Abwesenheit der Hausbewohner ausnutzen: Allein zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar musste die Kripo Eckernförde in ihrem Zuständigkeitsbereich 27 Einbrüche und Einbruchsversuche zählen. Die Täter suchen sich verwaist aussehende Häuser aus, klingeln an der Haustür, um zu testen, ob jemand zu Hause ist, und schlagen dann zu. Sie suchen nach Bargeld, elektronischen Geräten oder Schmuck. Aber auch ein Autoschlüssel tut es, wenn der Wagen vor der Tür steht. In Goosefeld wurde auf diesem Wege auch ein Auto gestohlen. Was also tun?

„Das A & O ist immer Licht“, sagt Robert Biesel und spricht damit Bewegungsmelder an – auch hinter dem Haus. Einbrecher mögen dunkle Ecken. „Sie suchen sich den schwächsten Angriffspunkt des Hauses aus, der möglichst wenig Arbeit bedeutet.“ In den meisten Fällen werden deshalb die deutlich weniger gesicherten Terrassentüren aufgehebelt. Zeitschaltuhren können das Licht im Haus zu unregelmäßigen Zeiten anschalten und den Tätern vorgaukeln, dass jemand zu Hause ist. Massive Rolläden seien ebenfalls ein guter Schutz. Unersetzbar aber ist eine gute Nachbarschaft: Die Nachbarn sollten über eine längere Abwesenheit informiert und gebeten werden, nach dem Haus zu sehen – und das besonders zwischen 17 und 22 Uhr, einer der wesentlichen Tatzeiten im Winter. Bei auffälligen Fahrzeugen sollten sie sich das Kennzeichen notieren und lieber einmal zu viel als zu wenig die Polizei verständigen. Wenn ein Fremder mit einer merkwürdigen Erklärung an der Haustür klingelt, könnte es sein, dass er nur nachsehen wollte, ob jemand zu Hause ist. In diesem Falle sollte man beobachten, wohin er geht, ob er allein ist und ob er in ein Auto steigt – und sich das Kennzeichen merken.

In Eckernförde und Umgebung sind die Einbruchszahlen noch moderat. „Je näher man an die Ballungszentren kommt, desto mehr nehmen die Einbrüche zu“, sagt Dienststellenleiter Rolf Petersen, der jedem Hauseigentümer rät, sich von einer Sicherheitsfirma über sinnvolle Präventionsmaßnahmen wie Bewegungsmelder, Rolläden oder Alarmanlagen beraten zu lassen (www.qsn-einbruchschutz.de).

Und was tun, wenn man einen Einbrecher im eigenen Haus erwischt? „Einbrecher sind normalerweise nicht gewalttätig und zeigen ein ausgeprägtes Fluchtverhalten“, weiß Robert Biesel und rät: „Licht machen“.

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