Hochkarätiges Konzertfinale der Spielzeit 2017/18

Das Göttinger Symphonieorchester unter der Leitung von Christoph–Mathias Mueller ist in Eckernförde beliebt.
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Das Göttinger Symphonieorchester unter der Leitung von Christoph–Mathias Mueller ist in Eckernförde beliebt.

Das Göttinger Symphonie-Orchester gastierte in der vollbesetzten Stadthalle

shz.de von
18. Mai 2018, 06:38 Uhr

Es ist schon eine gute Tradition bei der Konzertreihe Eckernförde – zum letzten Konzert einer Spielzeit kommt ein Orchester! Waren es im Mai 2016 die „Kremerate Baltica“ und im Mai 2017 das „Ungarische Kammer–Orchester“, so trat am Mittwoch das Göttinger Symphonieorchester auf. Es bot ein Programm mit klassischen Kompositionen von Joseph Haydn, Franz Schubert und Robert Schumann. Wie immer war der Saal der Stadthalle fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der „Göttinger“ ist seit 2005 Christoph–Mathias Mueller, der auch zu Gastdirigaten in Moskau, Prag, Zürich und Berlin eingeladen wurde. Nach dieser Saison wird er das Göttinger Symphonieorchester verlassen. In den vergangenen 30 Jahren hat dieses Orchester 22 Konzert–Abende in Eckernförde gestaltet.

Mitgebracht hatte das Ensemble den jungen, hochtalentierten Geiger Sebastian Bohren – er bot im ersten Teil des Abends die „Fantasie in C–Dur für Violine und Orchester op. 131“, von Robert Schumann (1810–1856), die der Komponist für seinen Schüler Josef Joachim geschrieben hat. Man erlebte einen wunderschönen Violin–Klang; langgezogene Töne wechselten mit raschen Läufen – der Künstler bot das hervorragend. Das Orchester begleitete in schöner Geschlossenheit.


Die schwierigen Töne nötigen dem Geiger viel ab

Die schwierigen Töne der Komposition nötigten dem Geiger das Höchste ab; auch die komplizierten Doppelgriffe sowie die Solo–Kadenz zeigten die hohe Kunst des Solisten. Die erlebte das begeisterte Publikum auch bei dem „Rondo in A–Dur für Violine und Streicher D.438“ von Franz Schubert (1797–1828). Sebastian Bohrer spielte ausdrucksstark und meisterte alle Schwierigkeiten problemlos. Die herrlichen Violinentöne mischten sich vollkommen mit den reichen Orchesterklängen. Der Künstler zeigte ein gutes Gespür für Höhepunkte und melodiöse Passagen, die er innig darbot. Der Beifall für diese Darbietungen wollte nicht aufhören.

Begonnen hatte das Konzert mit der „Fantasie in f–moll D. 940“ von Franz Schubert. Man erlebte eine angenehme, abwechslungsreiche Musik, die die Orchester–Musiker unter der Leitung des Dirigenten makellos darboten – wobei selbst die Harfe zur Geltung kam! Die Komposition hat viele Gegensätze in sich, die aber ausgeglichen musiziert wurden – das Orchester zeigte hier bereits eine großartige Leistung, die mit reichem Beifall belohnt wurde.

Schlusswerk war die letzte Sinfonie, die Joseph Haydn (1732–1809) im Jahre 1795 geschrieben hat – sie trägt die Nummer 104 und hat den Beinamen die „Londoner Sinfonie“. Das Anfangs–Uni–Sono des ganzen Orchesters wechselte in abwechslungsreiche Passagen, die eindrucksvoll dargeboten wurden. Hier klangen allerdings die ersten Geigen in der Höhe recht scharf. Alle geforderten Gegensätze bot das Ensemble problemlos. Beim Andante wirkte der Anfang wie schwebend – auch die Flöten konnten diesen Eindruck vermitteln!


Selbst die Flötentöne schienen zu schweben

Mit flottem Schwung kam das Menuett daher; die abwechslungsreiche Darbietung enthielt viel Heiterkeit:
Das Finale „Allegro spirituoso“ ist wohl der schwerste Part dieser Sinfonie Haydns. Aber die Damen und Herren des Göttinger Ensembles musizierten so sicher und souverän wie zu Anfang. Und der Dirigent war so engagiert, dass ihm der Taktstock aus der Hand flog. Aber es gab herrliche Klänge und mitreißende Passagen.

Für den nicht enden wollenden Beifall bedankten sich die Göttinger mit der Ouvertüre zu „Prometheus“ von L. van Beethoven.

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