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Levensauer Hochbrücke : Hochbrücke: Kritik an der Bauplanung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich März 2018 beginnen und Ende 2021 abgeschlossen sein. Es ist eine Vollsperrung für viereinhalb Monaten vorgesehen.

Neuwittenbek | Zu hohe Lärmbelästigung durch die Bauarbeiten, Schäden an Gemeindestraßen, Eingriffe in Natur und Landschaft, die nicht innerhalb der Gemeinde ökologisch ausgeglichen werden, Unsicherheit für Fußgänger, Radfahrer und Pendler vor allem während der geplanten viereinhalbmonatigen Vollsperrung der Strecke: Die Gemeinde Neuwittenbek fürchtet negative Auswirkungen durch den im Zusammenhang mit der Verbreiterung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) für notwendig erachteten Ersatzneubau der alten Levensauer Hochbrücke.

Nach dem jetzigen Planungsstand sollen die Bauarbeiten im März 2018 beginnen. Um den neuen Brückenkörper einzuschieben, soll die Strecke von April bis September 2020 für viereinhalb Monate voll gesperrt werden. Ende 2021 sollen die Arbeiten komplett beendet sein. Mit dem Ende der öffentlichen Auslegung der Pläne wurden jetzt im Bauausschuss die Einsprüche und Anregungen der Gemeinde formuliert, die sie in einer Stellungnahme zum laufen-den Planfeststellungsverfahren bei der Planfeststellungsbehörde einreichen will. So beschloss der Bauausschuss im Beisein zahlreicher Bürger in seiner Sitzung am Dienstag. Zuvor hatten der Leiter der Planungsgruppe Sönke Meesenburg und Projektleiter Thomas Janßen von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) das Vorhaben noch einmal ausführlich vorgestellt. Danach seien der Abriss der 121 Jahre alten Brücke und ihr Neubau notwendig, um die wasserverkehrliche Situation an dieser engsten Stelle des NOK zu verbessert, machte Thomas Janßen noch einmal deutlich. „Die Schiffe werden größer, wir wollen Begegnungsverkehr ermöglichen.“

Das neue Bauwerk soll ebenfalls in Bogenform entstehen. Ein Widerlager der jetzigen Brücke bleibt nach Absprache mit den Gutachtern als Unterschlupf für die dort lebenden Fledermauskolonien stehen. Die Brücke soll als Bahnstrecke und nach Absprache mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sowie der Stadt Kiel als Straße mit Nahverkehrsfunktion für Verkehrsteilnehmer unter 60 Stundenkilometer, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer erhalten bleiben. Während der 18-monatigen Bauzeit wird die Brücke für Autos gesperrt, sie werden über die Schnellstraße geleitet. Während der viermonatigen Vollsperrung wird ein Pendelbus zwischen Levensau und Rungholtplatz in Kiel Suchsdorf eingesetzt.

Je eine Baustelleneinrichtungsfläche ist südlich und nördlich der Brücke vorgesehen. „Während der Bauzeit sind Lärmpegelüberschreitungen nicht auszuschließen“, gestand Thomas Janßen. „Es ist halt eine Großbaustelle. Doch wir werden alles tun, was möglich ist, um das zu minimieren.“ Wegen dieser unzulässigen Lärmemissionen hält die Gemeinde Neuwittenbek den angekündigten Dreischichtbetrieb mit 24-Stunden-Arbeiten an sieben Tagen in der Woche während der Vollsperrungsphase, aber auch den angekündigten Zweischichtbetrieb mit 16-Stunden-Arbeiten für nicht akzeptabel, wie der Bauausschussvorsitzende Wilfried Johst (SPD) es formulierte. Zudem forderte er, dass Bodenaushub nicht über Gemeindestraßen verbracht wird, dass ein ökologischer Ausgleich möglichst in der Gemeinde erfolgt, dass während der Bautätigkeiten ein sicherer Rad- und Fußweg über die Brücke gewährleistet ist und dass der während der Vollsperrung der Strecke eingerichtete Buspendelverkehr über Neuwittenbek fährt. Der Vorschlag des Bauausschussvorsitzenden, in Levensau auf eine neu einzurichtende Baustraße hinunter zum Kanal zu verzichten, die jetzige Gemeindestraße mit Baumallee als Baustraße zu nutzen und die Bäume nach Beendigung der Arbeiten zu ersetzen, kam nicht bei allen Einwohnern gut an. Ehrenbürgermeister Hans Carstensen sprach sich vehement dagegen aus. Er hält die Allee für unbedingt schützenswert. Die Gemeindevertretung muss den Inhalten für die abzugebende Stellungnahme noch zustimmen. Die Planungsunterlagen sind auf der Internetseite der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes unter www.wsv.de einsehbar.

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