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Binges Gasthof in Surendorf : Historischer Gasthof weicht neuer Wohnanlage

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abriss von Binges Gasthof sorgt für Diskussionsbedarf beim Bauausschuss und der Gemeindevertretung / Inhaber Paul Hinfortner bittet Gemeinde um Verständnis für seine Entscheidung

Beschlossene Sache: Binges Gasthof wird abgerissen und auf dem Grundstück sollen Wohneinheiten entstehen. Der Gastwirt, Paul Hinfortner, hat einen Investor gefunden und ein Kaufvertrag liegt vor. „Der Investor will den Gasthof abreißen und hier zwei Doppelhaushälften und ein Fünf-Einheiten-Wohnhaus errichten“, erklärte Hinfortner im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei dem Investor handelt es sich um Carsten Schröder von der Firma Varioself aus Heide. Seiner Vorstellung nach sollen auf der Fläche neun Wohneinheiten entstehen. Klar ist, dass der 100 Jahre alte Gasthof dafür weichen muss. „Das Gebäude hat keine Dämmung, dadurch sind die Heizkosten enorm hoch. Es ist praktisch nicht zu verpachten“, betonte Hinfortner.

Daraufhin trafen sich sowohl der Bauausschuss als auch die Gemeindevertretung am Donnerstag, um über die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Grundstück „Alte Dorfstraße Nr. 7“ zu beraten .Dabei geht es vor allem um die Art einer künftigen Bebauung. Ohne B-Plan hat die Gemeinde keinen Einfluss auf die Art und Höhe der Bebauung. „An der Stelle könnte man zusammen mit dem Investor seniorengerechtes Wohnen ermöglichen“, sagte Gundula Staack (CDU). Jedoch sei dies durch den Investor nicht vorgesehen und Planskizzen für die Gebäude bestehen schon. „Die Gemeinde muss an dem Standort aber Einfluss nehmen können“, sagte Staack. Sie betonte, dass sie Hinfortners Belange auf jeden Fall berücksichtigen wolle, aber man müsse vorher Baurecht schaffen.

Bei der Abstimmung im Bauausschuss waren drei Vertreter der CDU für die Aufstellung, drei der SPD dagegen, zwei enthielten sich (UBS). Mit dieser Entscheidung ging es nahtlos in die Gemeindevertretersitzung. Im Ergebnis kam es hier zum gegenteiligen Beschluss. Der B-Plan wurde mit sieben Stimmen dafür (CDU  5 und UBS  2) und vier Stimmen dagegen (SPD) verabschiedet. Damit wurde der B-Plan auf den Weg gebracht.

Hinfortner zeigte sich äußert verärgert und fühlte sich von der Gemeinde übergangen. Er habe erst aus der Zeitung erfahren, dass über sein Gebäude öffentlich gesprochen wird. Zwei Jahre wäre nichts passiert, jetzt wo alles unter Dach und Fach sei, würde die Gemeinde ihm Steine in den Weg legen. Bürgermeister Gustav Otto Jonas (SPD) pflichtete ihm bei: Es ist bereits zwei nach zwölf. Die Verträge sind unterschriftsreif.“ Ein B-Plan für die Fläche aufzustellen, würde auch wieder Zeit kosten, so Jonas, der auch betonte, dass es sich um ein beschleunigtes Verfahren handelt.

Nach Auffassung der Gemeindevertreter soll in dem Bauvorhaben auch sozialer Wohnungsbau verwirklicht werden. Wie hoch dieser Anteil sein muss, wird im weiteren Verfahren besprochen. Die 28  000 Euro für das Erstellen des Planes wurden bereitgestellt. Abschließend wurde auch eine Veränderungssperre für das Gebiet verhängt.

Alle Gemeindevertreter betonten, dass man Hinfortner keine Steine in den Weg legen wolle, dass man aber von Seiten der Gemeinde Planungssicherheit haben müsse.

Ein Mitarbeiter des Investors äußerte sich skeptisch zum Eingreifen der Gemeinde: „Der soziale Wohnungsbau kann den Investor dazu verleiten, von dem Projekt Abstand zu nehmen“.

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