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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 16:02 Uhr

Himmelsschauspiel nur mit Schutzbrille

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schulen haben sich auf die heutigen Sonnenfinsternis vorbereitet / Augenärzte warnen und wünschen sich einen wolkenverhangenen Himmel

Heute zwischen 10.30 und 10.50 Uhr wird der Höhepunkt der Sonnenfinsternis mit der größten Abdeckung der Sonne durch den Mond erreicht. Wenn der Mond sich zwischen Sonne und Erde schiebt, wie in Deutschland zuletzt am 11. August 1999, wird es dunkel und nur noch eine Sonnensichel sichtbar sein. Gleichzeitig wird der sonst nächtliche Sternenhimmel über Deutschland aufgehen. Doch handelt es sich diesesmal nur um eine partielle Sonnenfinsternis. Die nächste totale Sonnenfinsternis wird in Norddeutschland erst wieder am 23. Juli 2093 zu beobachten sein.

Viele Schulen und Kindergärten haben sich in der vergangenen Woche mit dem Thema in Gesprächen und in Vorträgen auseinandergesetzt. Dabei werden die einzelnen Einrichtungen das Ereignis selbst ganz unterschiedlich handhaben. Die Lehrer der Grund- und Gemeinschaftsschule am Pferdemarkt haben für ihre Klassen 100 Brillen bestellt, wie der stellvertretende Schulleiter Eike Petersen erklärte, um sich gemeinsam das Naturschauspiel ansehen zu können. Die Fritz-Reuter-Schule möchte nach Auskunft von Grundschulkoordinatorin Berit Pienka ebenfalls allen Schülern mit Brille die Teilnahme an dem Ereignis nicht vorenthalten. Dirk Söhren, Schulleiter der Peter-Ustinov-Schule, meinte: „Die Lehrer sind darauf hingewiesen worden, dass man nur rausgehen soll, wenn man entsprechende Brillen hat. Sonst nicht.“ Bei der Gorch-Fock-Schule gehen daher nur zwei Klassen mit den von Eltern für alle organisierten Brillen raus. Alle anderen Grundschüler sind gebeten worden, Spiele mitzubringen, um die heutigen Pausen im Gebäude zu verbringen.

Schulleitung Bettina Köpke von der Richard-Vosgerau-Schule wies ihr Kollegium an, die Schüler „aus Sicherheitsgründen im Haus zu behalten“. Zwar wurden das Phänomen und seine Gefahren zuvor im Unterricht besprochen, jedoch könne nicht gewährleistet werden, dass die Jungen und Mädchen nicht zu lange und nur mit Brillen in die Sonne schauen.

Der gleichen Meinung ist Augenoptiker Svante Wieben vom „Blickpunkt“. Er empfiehlt: „Ich würde mir das auf dem Livestream ansehen“. Augenärztin Dr. Patricia Kübek erklärte, dass der ungeschützte Blick in die Sonne zu dauerhaften Verbrennungen und Schäden führen kann. Dieser Prozess sei schmerzlos und werde daher oft zu spät bemerkt. „Wir hatten tatsächlich ein bis zwei Patienten, die das Gefühl hatten, schlechter sehen zu können“, erläuterte die Augenärztin im Zusammenhang mit der letzten totalen Sonnenfinsternis vor der Jahrtausendwende.

Daher hat das Bundesamt für Strahlenschutz auf seiner Website www.bfs.de Kriterien aufgestellt, die Sonnenfinsternisbrillen erfüllen sollten: Die Kennzeichnung mit dem CE-Symbol und extrabreite, vor Streustrahlung schützende Bügel, sind ein Muss. Ebenso darf die Brille keine Kratzer oder Risse aufweisen. Wichtig für Hobby-Fotografen und -Astronomen ist außerdem, dass eine spezielle Filterfolie für Kameras, Ferngläser und Teleskope zum Schutz für das Auge verwendet wird. Dennoch: „Die Brillen bieten einen gewissen Schutz, aber keinen hundertprozentigen.“, so Dr. Patricia Kübek.

Der Berufsverband der Augenärzte wünscht sich jedenfalls Regen für die Sonnenfinsternis. Und tatsächlich rechnen Meteorologen auch mit bedecktem Himmel. Für diesen Fall kann man ab 9.33 Uhr den Livestream über die Sonnenfinsternis im Internet verfolgen. 

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erstellt am 19.Mär.2015 | 09:23 Uhr

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