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Hilfe aus Sehestedt : Hilfskonvoi bricht in die Ukraine auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

40-Tonnen-Lastwagen bringen von Sehestedt aus medizinisches Gerät nach Odessa / Brücke Rendsburg-Eckernförde sammelte Spenden

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Die Brücke Rendsburg-Eckernförde hilft den psychiatrischen Kliniken in der ukrainischen Hafenstadt Odessa mit medizinischem Gerät. Morgen starten zwei große Lastwagen und ein Kleintransporter vom Gut Ahlmann in Sehestedt mit Pflegebetten, Rollstühlen, Gehhilfen und weiteren Spenden rund 2200 Kilometer gen Osten. Den Transport der Hilfsgüter mit einem Gewicht von rund 8500 Kilogramm organisiert die Serviceorganisation Round Table Deutschland.

„Warme Worte sind gut, warme Decken sind manchmal besser“, sagt Karin Pohl. Die Soziotherapeutin im Zollhaus in Eckernförde, einer Einrichtung der Brücke Rendsburg-Eckernförde, koordiniert im deutsch-ukrainisch-polnischen Projekt „Partnership for Mental Health“ die Zusammenarbeit mit Odessa. An der großen Spendenaktion beteiligten sich Pflegeheime, Praxen und viele Privatleute. In einer Halle auf dem Gut hatte die Brücke das Material gelagert, gestern verluden es Helfer, die selbst in Einrichtungen der Brücke betreut werden. „Psychisch Kranke helfen psychisch Kranken – so etwas gibt es selten“, freut sich Karin Pohl. Unterstützung kam außerdem vom Round Table 68 Rendsburg, dessen Mitglied Carsten Tietje die Waren begutachtete und die Kisten für den Transport einteilte.

Neben dem medizinischen Gerät sind auch Matratzen, Geschirr, Decken, Stühle, Tische und Schränke unter den Hilfsgütern. Auch zwei Tischtennisplatten und mehrere Fernseher wurden gestern verladen. „Wir müssen strenge Vorgaben für den Transport einhalten“, so Karin Pohl. So wurde jede der 42 Kisten mit Kleidung und Wäsche zuvor veterinärmedizinisch untersucht. Insgesamt haben die Spenden Pohls Schätzung nach einen Wert von etwa 25 000 Euro.

Die Lastwagen sollten bereits im Frühjahr ans Schwarze Meer rollen, doch der Ausbruch der Krise auf der Krim und im Osten der Ukraine verzögerten die Abfahrt. Nun wird der Transport vor Beginn des Winters eintreffen.

„Es wird dort viel Hilfe gebraucht“, sagt Karin Pohl. Allein die Versorgung mit Essen sei schwierig: „Ärzte bringen teilweise Brot für ihre Patienten mit.“ Im ohnehin schlecht ausgestatteten Gesundheitssystem der Ukraine haben Kliniken für psychisch und psychiatrisch Kranke ihr zufolge einen besonders schweren Stand. Nachsorge und ambulante Angebote nach einem Klinikaufenthalt fehlen. Die Brücke plane eine Zusammenarbeit mit dem zentralen psychiatrischen Krankenhaus in Odessa. Dort soll eine Tagesbetreuung entstehen.

Der Round Table Deutschland hat seit 2010 Kontakte zur Ukraine – dorthin transportiert die internationale Vereinigung in der Aktion „Weihnachtspäckchenkonvoi“ Geschenke für Kinder aus bedürftigen Familien. 2013 wurden 65 000 Päckchen in Deutschland gesammelt, die 140 Freiwillige mit 36 Fahrzeugen in Rumänien, Moldawien und der Ukraine verteilten. Für den Transport der Hilfsgüter von der Brücke wendet Round Table nach Angaben des Organisators Tommy Führer rund 10 000 Euro auf. Das Geld werde beispielsweise für Diesel und Genehmigungen verwendet. „Für uns ist die Fahrt schon einmal ein Test für den Weihnachtspäckchenkonvoi im Dezember, wie die Sicherheitslage vor Ort ist“, so der Round Tabler Tommy Führer.

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