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Jeder Mensch hat ein Recht auf Würde : Hilfe zur Selbsthilfe für ein eigenständiges Leben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Wohnstätte Domsland des Heilpädagogiums feierte am Sonnabend ihr zehnjähriges Bestehen. Die Einrichtung bietet Platz für 25 Bewohner.

Individuell helfen und gezielt fördern – seit zehn Jahren ermöglicht das Heilpädagogium an der Ostsee dies den Bewohnern der Wohnstätte Domsland in Eckernförde. Die Einrichtung bietet ein Zuhause für 25 Personen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen und Behinderungen. Unter dem Leitbild „Wertschätzung, Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber der Einzigartigkeit und Besonderheit eines jeden Menschen“ bieten die Heimleiterinnen, Silvia Krause und Heidi Raulf, den Bewohnern Impulse, um an ihrer Autonomie zu arbeiten. Anlässlich des zehnten Jubiläums waren Freunde, Angehörige, Nachbarn und Kooperationspartner am Sonnabend zu einer Gartenfeier eingeladen.

Für Hausleiterin Silvia Krause sind die Begegnung und das Engagement auf Augenhöhe ein besonderes Anliegen. „Wer hier wohnt, ist kein Wirtschaftsfaktor, sondern ein Mensch,“ so die 62-Jährige. In der Einrichtung werden sogenannte Maßnahmenpläne erarbeitet, die individuell abgestimmt sind. Das Ziel ist es, den Bewohnern bei der Bewältigung von Alltagssituationen sowie bei der Förderung der Selbstständigkeit behilflich zu sein. „Wir bieten so viel Hilfe zur Selbsthilfe an, wie es notwendig ist,“ so die Hausleiterin.

Mit Fingerspitzengefühl und Wertschätzung soll den Bewohnern ein Sprungbrett in die Selbstständigkeit geboten werden, um den Alltag nach Möglichkeit in einer eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft bewältigen zu können. Das Konzept findet auch viel Zustimmung bei den Bewohnern. Für Bianca Marquardt (24) sind die Betreuer mit ihren offenen Ohren eine große Bereicherung. Zum Dank schenkte sie ihrer Betreuerin eine Rose.

Vor zehn Jahren kamen die Bewohner aus kleineren Einheiten in die Wohnstätte Domsland. „Zuerst musste der richtige Umgang mit einem eigenen Haustürschlüssel gelernt werden,“ erinnert sich Silvia Krause. Denn die Bewohner haben in ihren Vierer-Wohneinheiten ihr eigenes Zimmer, überwiegend mit eigenem Bad und Terrasse oder Balkon. Nicht nur an der Selbstständigkeit wird gearbeitet, sondern auch an der Förderung der sozialen Kontakte und Planung bei der Freizeitgestaltung. „Wir bieten Menschen mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen eine Lobby, damit sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und ihre Interessen vertreten werden,“ so die Heimleiterin. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der eigene Arbeitsplatz – in unmittelbarer Nähe zur Wohnstätte befinden sich Werkstätten zur beruflichen Integration für Menschen mit Behinderungen.

Zwischen Kuchen und Getränken wurde am Sonnabend viel gesungen, gelacht und in Erinnerungen geschwelgt. Der Bewohnerbeirat freute sich zudem über zahlreiche Spenden für das Projekt „Strandkorb“. Mit dieser finanziellen Unterstützung sollen Strandkörbe auf der Terrasse angeschafft werden. Seit dem Einzug im Juni 2007 konnten schon viele Wünsche der Bewohner erfüllt werden. Von Reisen bis nach Sylt und Berlin sowie Flohmarkt- und Restaurantbesuchen war alles dabei. In der Planung steht eine Mini-Kreuzfahrt mit der Color Line und ein Besuch in der Oper.





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