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Lichtblick : Hilfe zur Selbsthilfe am Fuße des Kilimandscharo

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ingrid und Hans-Joachim Miertsch sind wieder von ihren Hilfsprojekten in Tansania zurück. Er operiert mittellose Patienten und bildet Mediziner aus, sie ermöglicht Kindern den Schulbesuch.

Eckernförde | Schneebedeckt und wolkenverhangen war der Kilimandscharo ihr täglicher kühler Anblick, sie selbst schmorten bei 30 bis 40 Grad Celsius: Ingrid (61) und Dr. Hans-Joachim Miertsch (67) sind zurück aus Tansania, wo sie wieder vier Wochen lang ihre Hilfsprojekte vorangetrieben haben.

Zum zwölften Mal waren sie zu Gast am Fuße des höchsten Bergmassivs Afrikas. In der Uniklinik von Kibosho, 800 Meter über dem Meeresspiegel, operiert der Augenarzt Hans-Joachim Miertsch jedes Jahr kostenlos mittellose Menschen und bildet die Kollegen vor Ort aus. Seine Frau Ingrid treibt dagegen im 600 Meter höher gelegenen und damit zehn Grad kühleren Ort Sanierung und Ausbau der dortigen Schulen voran und ermöglicht jedes Jahr Dutzenden von Kindern mit ihren aus Eckernförde mitgebrachten Spendengeldern den Schulbesuch.

„In diesem Jahr war die Reise geprägt durch die Einrichtung einer neuen Augenabteilung in Wasso“, erzählt Hans-Joachim Miertsch. 420 Kilometer weiter im Nordwesten liegt das Krankenhaus in einem reinen Massai-Gebiet. In drei Tagen hat der Eckernförder dort über 200 Patienten behandelt. Die Herausforderung war besonders groß, wie Ingrid Miertsch sagt: „Die Massai waschen sich nicht, sondern reiben sich mit Urin ein, wahrscheinlich als Schutz vor Mücken“.

Nach der Einrichtung der neuen Abteilung ging es zurück nach Kibosho, wo Dr. Miertsch zwei Oberärztinnen besondere OP-Techniken beibrachte. „Es fällt deutlich auf, dass auch in Tansania mit zunehmendem Wohlstand Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und hoher Blutdruck zunehmen“, sagt er. „Mit den daraus resultierenden Folgen.“ Die meisten Patienten kamen aber mit einem grauen oder grünen Star in die Klinik, manche auch mit Erkrankungen, die es in Deutschland kaum noch im Lehrbuch gibt.

Ingrid Miertsch konnte in diesem Jahr insgesamt 54 Kinder der Angestellten des Hospitals mit neuen Schuluniformen ausstatten. Sie sind die Voraussetzung für einen Schulbesuch. Viele Familien können sich eine Uniform nicht leisten und ihre Kinder damit nicht zur Schule schicken. „Dabei wollen die Kinder lernen“, sagt Ingrid Miertsch.

Jedes Kind erhält in ihrem Projekt zwei Uniformen, einen Pullover, ein paar neue Schuhe, einen Rucksack, der mit Heften, Bleistift, Anspitzer, Radiergummi, Lineal, Schuhcreme, Schuhbürste und Unterwäsche gefüllt ist. Hinzu kommt noch die Schulspeisung für ein Jahr. Speisung und Uniformen zusammen kosten umgerechnet etwa 30 Euro pro Kind. Weiterhin werden Schulgebäude und Latrinen renoviert sowie 40 neue Schulbänke und -tische angefertigt. „Eine der beiden Grundschulen wurde sogar geschlossen und alle Kinder in die andere Schule geschickt, weil die Bänke so kaputt sind“, erklärt Ingrid Miertsch. Das Geld für diese Vorhaben kommt durch Spenden, den Verkauf von Fotokarten, bei Blumen Denzer, Fotobücher, selbst hergestellte Tabletts (in Zusammenarbeit mit der Tischlerei Retzlaff) und durch Vorträge zusammen.

Hilfe zur Selbsthilfe – darum geht es, wie Hans-Joachim Miertsch sagt: „Es geht immer um Bildung: um Schulbildung und die Ausbildung der Augenärzte.“

> Spendenkonto: AKO-Aktionskreis, Stichwort„Kinderhilfsprojekt Familie Miertsch“, IBAN: DE41 7105 2050 0005 7630 99, Swift–BIC: BYLADEM1TST

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erstellt am 13.Feb.2015 | 06:16 Uhr

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