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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 17:14 Uhr

Finanzspritze : Hilfe für herzkranke Kinder

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rotary Club hebt Thema mit Festival in die Öffentlichkeit / Erlös unterstützt ehrenamtlich arbeitenden Verein

von
erstellt am 10.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Die Diagnose verändert alles: Wird bei einem Kind ein Herzfehler festgestellt, muss nicht nur die ärztliche Versorgung organisiert werden. Das Zuhause, der Alltag sind anzupassen. Die Eltern stehen vor einer Reihe von Fragen, auf die sie Antworten suchen. Halt gibt ihnen die Kinder-Herz-Hilfe Schleswig-Holstein. 1993 von Ärzten der Uniklinik Kiel und Eltern ins Leben gerufen bietet der Verein, der sich ausschließlich über Spenden finanziert, wertvolle Informationen und Aktionen. Unterstützung kommt nun aus dem Dänischen Wohld: 3420 Euro hat der Rotary Club mit dem fünften Platt-Festival eingenommen, das im Zeichen der Kinder-Herz-Hilfe stand.

Schauspieler, Moderator, Entertainer, Autor und Sänger Yared Dibaba und seine Kollegin Ines Barber, Musiker Gerrit Hoss, Hörfunk-Journalist Jan Graf – sie hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt und die rund 300 Gäste im Altenholzer Eivind-Berggrav-Zentrum mit ihrem fulminanten Programm op Platt begeistert. Der Erlös des Abends helfe dem Verein ein gutes Stück weiter, sagte der Vorsitzende Andreas Bertz – pro Jahr würden 12 000 Euro für alle Projekte benötigt. Dazu zählen neben Eltern- und Familiengesprächen Themenabende mit geladenen Fachleuten, die Betreuung von Geschwistern der erkrankten Kinder für zwei Stunden am Tag und die Unterbringung der Mütter und Väter in Elternzimmern an der Klinik. Seit fünf Jahren gibt es außerdem eine Sportgruppe für die herzkranken Kinder, die in der Schule meist nicht am Sportunterricht teilnehmen könnten und von Vereinen aus Angst, dass etwas passiert, nicht aufgenommen würden, berichtet Bertz. Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen am Sonnabendvormittag in der Turnhalle der Lindenschule in Bordesholm und wird nicht nur von einem Übungsleiter, sondern auch von einem Arzt begleitet. Nahmen anfangs sechs Kinder die Möglichkeit wahr, so sind es heute 17 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 16 Jahren aus ganz Schleswig-Holstein, die durch die Halle turnen. Damit ist diese Gruppe die größte der insgesamt 16 Kinderherzsportgruppen in Deutschland. Durch den Sport lernten sie ihre Grenzen kennen und sich selbst einzuschätzen, sagt Bertz. Unter Umständen könnten sie so später sogar am Schulsport teilnehmen, so Bertz. Auch schafft der Verein die Möglichkeit, in Aktivitäten hineinzuschnuppern und organisiert Klettertage, Kanu- oder Segeltouren – immer mit ärztlicher Begleitung. Am kommenden Sonnabend beispielsweise geht es dank einer Spende in das Entdeckerbad nach Damp. Die Peter-Maffay-Stiftung ermöglichte einigen Kindern der 80 Familien unter den 120 Mitgliedern in diesem Jahr eine Woche auf Mallorca, im nächsten Jahr habe sie ein Haus in Österreich angeboten, von wo aus Wanderungen unternommen werden könnten, sagt Bertz.

Über die Aufmerksamkeit, die der Verein, für den Leistungsschwimmerin Kisten Bruhn die Patenschaft übernommen hat, erfährt – mit Veranstaltungen wie dem Platt-Festival des Rotary Clubs Eckernförde-Dänischer Wohld oder dem längsten Erdbeerkuchen der Welt, den das Steigenberger Hotel in jedem Jahr zur Kieler Woche verkauft – ist er dankbar. Denn Inklusion sei ein großes Thema für die Familien. Bertz: „Den herzkranken Kindern, die meist ein Leben lang erkrankt sind, sieht man ihre Krankheit nicht an. Und was man nicht sieht, das glaubt man auch nicht.“

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